Gedämpft optimistischAkademiker ziehen Zwischenbilanz

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Kurz vor Weihnachten ist etwas mehr als die Hälfte der Hauptrunde der neuen Oberliga Nord absolviert. Anlass für die Verantwortlichen von FASS Berlin, eine Zwischenbilanz zu ziehen.

In sportlicher Hinsicht liegen die Akademiker noch hinter den Erwartungen zurück. Vom angestrebten 13. Tabellenplatz, der den direkten Klassenerhalt sichert, ist man acht Punkte entfernt. Dazu beigetragen hat eine Vielzahl teils schwerer Verletzungen von Leistungsträgern. So fielen Kapitän Nils Watzke, U18-Nationalspieler Lois Spitzner oder der kampfstarke Stürmer Justin Ludwig jeweils sechs Wochen oder länger aus, Goalie Damon Bonness und Verteidiger Patrick Neugebauer belegen weiterhin längerfristig das Lazarett. „Neben dem Verletzungspech hat auch in einigen Spielen gegen Gegner auf Augenhöhe die Leistung nicht gestimmt. Immerhin setzen die sieben Punkte, die wir in den letzten drei Spielen errungen haben, ein Hoffnungszeichen. Das wollen wir fortsetzen“, blickt Mannschaftsleiter Peter Wagenfeldt gedämpft optimistisch nach vorne. Der 5:2-Auswärtssieg im zweiten Derby der Saison gegen den ECC Preussen sorgte für ein besonderes Ausrufezeichen und positive Stimmung vor den Festtagen.

Vor Trainer Jesse Panek und Co-Trainer Oliver Miethke liegt weiter harte Arbeit, um den Klassenerhalt zu erreichen. Die Verantwortlichen erwägen derzeit die Neubesetzung der zweiten Kontingentstelle, denn der junge Lette Roberts Licitis wird wohl nicht mehr zur Verfügung stehen. Zufrieden ist man mit dem niederländischen Nationalspieler Julian van Lijden, der nicht nur mit 26 Punkten die vereinsinterne Scorerwertung anführt, sondern auch mit seiner körperlichen Präsenz dem Spiel seinen Stempel aufdrückt.

Die Zusammenarbeit mit Kooperationspartner Eisbären Berlin läuft auch im neunten Jahr zufriedenstellend. Aus dem DNL-Team (Jahrgänge 1997/98) kommen regelmäßig vier Spieler bei FASS zum Einsatz, wobei Lois Spitzner für das Oberliga-Team gesetzt ist. Aus dem 96er Jahrgang ragt Mittelstürmer Can Matthäs heraus, der zuletzt mit der U20-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft (Division I) in Wien antrat. Bei FASS hat Can Matthäs seit 2014 einen Stammplatz erkämpft und bislang 39 Oberligaspiele absolviert (7 T, 14 A, 21 P, 60 Str). Er tritt damit in die Fußstapfen von Henry Haase (93 Spiele für FASS), Thomas Supis (81), Sven Ziegler (62), Alex Trivellato (39), Jonas Müller (32) und vielen anderen, die anschließend den Sprung in die DEL oder gar in die Nationalmannschaft geschafft haben. Im neuen Jahr können sich FASS- und Eisbärenfans auf das insgesamt dritte Freundschaftsspiel beider Mannschaften freuen. Der Termin wird demnächst bekannt gegeben.

Der Zuschauerzuspruch ist bei FASS traditionell überschaubar. Nach zwölf Heimspielen liegt der Schnitt bei 167, wobei die Tendenz zuletzt wegen der sportlichen Situation nach unten wies. „Unsere Kalkulation geht bei 150 bis 200 Zuschauern im Schnitt auf, wir bauen da keine Traumschlösser“, zeigt sich Kassenwart Gerd Altemeier realistisch. „FASS hält seit über 50 Jahren seine Verpflichtungen und Zusagen gegenüber Spielern, Trainern, Verbänden und Lieferanten ein. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.“

Bauen können die Akademiker auf ihre Unterstützer. „Wir konnten die Zuwendungen von Förderern und Sponsoren in dieser Saison deutlich steigern“, berichtet der Vorsitzende Heinrich Seifert. „Dies war auch notwendig, denn die neue Oberliga Nord hat enorme Kostensteigerungen bei Heimspielen und Auswärtsfahrten gebracht.“ Gegenwärtig bereiten die Verantwortlichen bereits die Saison 2016/17 vor: „FASS ist ein Verein, der auf Nachhaltigkeit angelegt ist. Wir gehen keine Risiken ein, die den Verein mit seinen 298 Mitgliedern in seiner Existenz und Entwicklung gefährden. Aber wir wollen natürlich auch in Zukunft die sportlichen, wirtschaftlichen und strukturellen Voraussetzungen für Oberliga-Eishockey bei FASS erfüllen.“

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