Führungsquartett der Oberliga Nord leistet sich keine SchwächeIcefighters und Scorpions verpassen Anschluss

 (Foto: Roland Christ) (Foto: Roland Christ)
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Ganz vorne Tilburg und Herne, die im Gleichschritt marschieren. Dahinter kommen die Crocodiles sowie die Füchse Duisburg, die es in ihrer Gangart den beiden ersten Teams nachmachten. Das breite Mittelfeld wird angeführt von den Leipzigern, die wie den ihnen folgenden Scorpions durch eine Niederlage in Herne bzw. Hamburg den Anschluss verloren. Halle holte die zu erwartenden Punkte gegen Essen und dahinter folgen die Indians, die in Krefeld etwas überraschend zu leichten Punkten kamen. Dabei überholten sie die Rostocker, die natürlich auch den deutlich schwereren Gegner hatten. Hinter Rostock blieben die Essener auf ihren Punkten sitzen, wie auch Erfurt. Ganz hinten die junge Krefelder Equipe, die sich hoffentlich von den wenigen bisher gewonnenen Punkten nicht entmutigen lässt.

Crocodiles Hamburg – Hannover Scorpions 6:5 (3:1, 1:3, 2:1)

68 Torschüsse und elf Treffer, machen 16,2 Prozent Schusseffizienz. Ein ziemlicher hoher Wert, der mit Sicherheit die Trainer nicht glücklich gemacht hat, vor allem nicht Dieter Reiß von den Scorpions. Deren Wert lag am Ende bei 12,8 Prozent (Crocos: 20,7 Prozent). Zufrieden waren mit Sicherheit dagegen die 1490 Zuschauer, die neben den Toren auch noch einen Erfolg ihrer Crocos sahen. Schon der Start war fulminant. Andrej Strakhov (5.) brachte die Scorpions in Führung, Dennis Reimer (9.) glich aus, Patrick Saggau brachte die Hamburger in der elften Minute in Führung und Dominik Lascheit (15.) erhöhte auf 3:1. Aber die Gäste waren noch nicht geschlagen. Im zweiten Drittel verstärkten sie die Offensive, brachten die Hamburger ins Schwitzen und kamen schnell durch ihren Topscorer Björn Bombis (23.) zum Anschluss. Große Freude im Hamburger Lager nach dem 4:2 von Yannis Walch (29.), denn der gebürtige Villinger hatte sein erstes Oberligator seit zwei Jahren erzielt. Die Führung konnte jedoch nicht in die zweite Pause gerettet werden. In der 34. Minute verkürzte Ralf Rinke auf 3:4 und fünf Sekunden vor der Pause schickte Scorpions-Keeper Salvarani seinen kanadischen Mitspieler Pelletier auf die Reise, dieser bediente Mario Valery-Trabucco und dieser überwand Croco-Schlussmann Kai Kristian zum Ausgleich 4:4. Im letzten Drittel merkte man den Kraftverlust der Gäste, die die Crocodiles zurückkommen ließen und diese nutzten die Chance mit zwei entscheidenden Toren. In der 48. Minute traf Dominik Lascheit zum 5:4 und in der 55. Minute erzielte Tobias Bruns in seinem 278. Einsatz für die Hamburger sein erstes Saisontor zum 6:4. Zwar konnte Julien Pelletier (57.) auf 5:6 verkürzen aber mit vereinten Kräften verhinderten die Hamburger den erneuten Ausgleich.

Krefelder EV U23 – Hannover Indians 1:8 (0:2, 1:3, 0:3)

Eine überraschend klare Angelegenheit war das Spiel der Indians beim Krefelder Aufsteiger. Hatte die KEV-Vertretung im Oktober beim 2:3 am Pferdeturm noch eine recht passable Leistung geboten, so war sie vor nur 60 Zuschauern vollends von allen guten Geistern verlassen. Lediglich beim Kampfgeist kann man den Krefeldern keinen Vorwurf machen, ansonsten war es eine niedersächsische Lehrstunde. Die Tore der äußerst clever agierenden Indians, die ihre stärksten Spieler unter anderem in Keeper Philip Lehr und Kapitän Branislav Pohanka hatten, schossen Chad Niddery (5.), Branislav Pohanka (15, 27.), Arnoldas Bosas (29.), Nicholas Bovenschen (33.;erstes Saisontor), Armin Finkel (54.; erster Saisonscorerpunkt), Igor Bacek (56.) und Roman Pfennings (59.). Auch ein Grund für den hohen Erfolg waren die 67 Prozent Powerplayquote der Indians (KEV: null Prozent). Kuriose Szene am Rande der Bande: Indians-Keeper Lehr säbelte die Scheibe in der 30. Minute über die Bande und traf, natürlich ungewollt, den Laptop des Livetickerschreibers der Indians, der sofort nach dieser liebevollen Behandlung seinen Dienst einstellte. Verletzt wurde zum Glück niemand.

Saale Bulls Halle – Moskitos Essen 4:1 (2:0, 0:0, 2:1)

Eine recht eindeutige Sache war die Begegnung zwischen den Bulls und den Moskitos. Bereits nach 20 Minuten hatte Christ Francis durch zwei Tore in der 11. und 19. Minute für eine klare Führung gesorgt, die jedoch gegen kampfkräftige Essener erst im letzten Drittel ausgebaut werden konnte. Sergei Stas (43.) traf zum 3:0, dann waren auch die Moskitos dran. Stephan Kreuzmann (50.) verkürzte auf 1:3, ehe Mark Heatley (55.) mit dem vierten Hallenser Tor endgültig die drei Punkte für die Bulls klarmachte.

Herner EV – Icefighters Leipzig 3:1 (1:0, 1:0, 1:1)

Ein recht zähes Spiel, zumindest was das Ergebnis angeht, sahen die 1473 Herner Fans in ihrer Hannibal-Arena. Zum Glück hatte dabei Herne seinen Kanadier Patrick Asselin dabei, der zum Matchwinner mutierte, da ihm zwei Tore gelangen. Beide in Überzahl in der 15. und 21. Spielminute. Damit sorgte er alleine für eine Powerplayquote von guten 33 Prozent. Da die Leipziger in der Folgezeit weiterhin defensiv sehr diszipliniert spielten, brauchte es bis zur 47. Minute. Dann traf Dominik Piskor zum 3:0. Ärgerlich für Hernes Keeper Björn Linda, dass ihm Halles Damian Schneider drei Minuten vor Spielende mit seinem Ehrentor für die Leipziger den Shut-out vermasselte.

Füchse Duisburg – Black Dragons Erfurt 7:1 (2:0, 2:1, 3:0)

Vor einigen Wochen wäre diese Begegnung noch als Kellerderby durchgegangen, aber nach dem Parforceritt der Füchse durch die Niederungen der Tabelle stand eigentlich schon vor der Partie der Sieger fest. Tatsächlich gewannen die Füchse zwar hochverdient, aber Erfurt war keineswegs sechs Tore schlechter, konnte mit seinem Spiel die guten Ergebnisse der letzten Wochen durchaus erklären. Die Tore der Füchse erzielten vor 754 Zuschauern der Duisburger Spieler des Tages Alexander Spister (8., 48., 52.), Matt Abercrombie (18.), Artur Tegkaev (23.), David Cespiva (33.) und Ricco Ratajczyk (44.) sogar mit einem Shorthander. Das Ehrentor der tapfer agierenden Erfurter markierte Felix Schümann (37.). Ärgerlich für die Erfurter, dass sich Jakub Körner in der 33. Minute neben zwei Einzelstrafen auch noch eine Spieldauerdisziplinarstrafe einhandelte und am kommenden Wochenende in Essen fehlen wird.

Rostock Piranhas – Tilburg Trappers 0:4 (0:1, 0:1, 0:2)

Der Unterschied, man mag es kaum aussprechen, lag in der Defensivleistung. Während die Tilburger kaum Fehler machten und diese wenigen Aussetzer von ihrem Keeper Ruud Leeuwesteijn wettgemacht wurden, musste Rostocks Keeper Philip Schneider viermal hinter sich greifen. Das Schneider, der am Freitag für Urbisch in Mellendorf eingewechselt worden war, wieder das Vertrauen von Rostocks Trainer Christian Behncke bekommen sollte, war schon überraschend. Andererseits kam Schneider trotz der Gegentore auf eine Fangquote von 84 Prozent, was sich noch im Rahmen bewegt. Die Tilburger, die weniger durch ihre Überlegenheit als vielmehr durch ihre Effizienz auffielen, hatte ihre Torschützen in Danny Stempher (17.,45.), Andrej Loginov (25.) und Mitch Bruijsten (51.).


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