Fans demonstrieren in Hannover gegen Rechts - vier Unterzahltore am PferdeturmScorpions bezwingen Leipzig und machen Kampf um Platz vier spannend

Die Fans der Hannover Indians setzten ein eindeutiges Zeichen gegen den rechsextremistischen und rassistischen Terror.  (Foto: TKH Photography)Die Fans der Hannover Indians setzten ein eindeutiges Zeichen gegen den rechsextremistischen und rassistischen Terror. (Foto: TKH Photography)
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Das wird, zumindest im Kampf um Platz vier, ein richtig schickes Finale in der Oberliga Nord. Denn die Scorpions gewannen das direkte Duell gegen Leipzig und da die Indians sich dem frisch gebackenen Nordmeister geschlagen geben mussten, liegen zwischen Leipzig, den Indians und den Scorpions nur drei Punkte Differenz. Der Form halber: Die ersten drei gewannen ausnahmslos und damit sollten die Plätze auch durch sein, denn Herne benötigt aus drei Spielen nur noch zwei Punkte für die Vizemeisterschaft. Hamburg liegt sechs Punkte vor Leipzig und nur eine totale Formschwäche könnte diese Platzierung noch gefährden. Selbst Halle hat noch Hoffnung. Nicht auf Platz vier, aber da am Sonntag die Scorpions in Tilburg antreten müssen, wäre durchaus Platz sechs noch drin. Duisburg als fester Tabellenachter kann sich schon auf Rostock einstellen, dass ebenso klar Neunter wird. Auch Essen hat nach dem glücklichen Erfolg gegen Erfurt Platz zehn wohl sicher, muss sich in der nächsten Runde entweder mit Halle oder den Scorpions auseinandersetzen.

Füchse Duisburg – Saale Bulls Halle 1:6 (0:3, 0:2, 1:1)

Das war eine eindeutige Vorstellung der Bulls, die optisch zwar in der Defensive waren, aber ihre Konter nahezu perfekt platzierten und am Ende zu hoch, aber auch verdient gewannen. Zu Hilfe kam ihnen natürlich auch die superschnelle Führung, denn bereits nach 20 Sekunden erzielte Johannes Ehemann die Führung.  Es folgte die One-Man-Show des Nicholas Miglio mit einem satten Hattrick (9., 16., 29.) und der Erhöhung auf 4:0. Kyle Helms traf noch in der 39. Minute zum 5:0 und Chris Francis bei doppeltem Überzahlspiel zum 6:0 in der 54. Minute. Cornelius Krämer gelang in der 59. Minute der Ehrentreffer einer völlig enttäuschenden Duisburger Mannschaft.

Krefelder EV U23 – Herner EV 5:8 (1:3, 1:3, 3:2)

Niemand hatte von den jungen Krefeldern einen Punktgewinn erwartet und so entwickelte sich eine muntere Partie mit 13 Toren bei 64 Torschüssen und vor 225 Zuschauern mit einem hohen Unterhaltungswert. Immerhin konnten die Krefelder fast zehn Minuten ein 0:0 halten, dann brach das Unheil von Form von Patrick Asselin (9.) herein, der den HEV in Führung brachte. Nur eine Minute später erhöhte Dennis Thielsch auf 2:0 für die Gäste. Etwas Hoffnung für die Gastgeber gab es in der 13. Minute, nachdem Constantin Vogt den Anschluss erzielte aber nur eine Minute später hieß es 3:1 für den HEV nach einem Tor von Christoph Kasten. Lars Grözinger (23.) traf zum 4:1, Constantin Vogt (28.) ließ das 2:4 folgen  und dann erhöhten Dennis Thielsch (31.) und Anthony Calabrese (32.) auf 6:2. Als Patrick Asselin den ersten Herner Angriff im dritten Drittel nach 23 Sekunden im Tor zum 7:2 unterbrachte, schien ein Debakel für den KEV unvermeidlich, aber die Krefelder zeigten eine tolle Moral und brachten ihre Gäste nach drei Toren von Michael Jameson (43.), Maciej Rutkowski (49.) und erneut Constantin Vogt (54.) auf 5:7 heran. Diese tolle Leistung brachte dann Krefelds Trainer Elmar Schmitz zu der Entscheidung, 68 Sekunden vor Schluss seinen Torhüter Sebastian Staudt aus dem Tor zu nehmen, aber diese Maßnahme ging ins Leere und Patrick Asselin beendete den torreichen Abend mit dem 8:5 18 Sekunden vor Schluss.

Crocodiles Hamburg – Rostock Piranhas 8:3 (3:0,4:2,1:1)

Auch in Hamburg gab es massenhaft Tore zu bestaunen. Spieler des Tages dabei der fünffache Torschütze Patrick Saggau (13., 18., 27., 30., 55.), der seinen Mitspielern zeigte, wie man Tore erzielt. Die weiteren Tore für Hamburg erzielten Thomas Zuravlev (19., 28.) und Norman Martens (32.). Für die fair mitspielenden, aber im Endeffekt chancenlosen Piranhas waren Tomas Kurka (27.), Constantin Koopmann (31.) und Sebastian Brockelt (52.) erfolgreich.

EC Hannover Indians – Tilburg Trappers 4:7 (0:3,1:1,3:3)

Die Verletzungssorgen beim ECH werden nicht weniger und waren sicherlich ein Grund für die höchste Saisonniederlage gegen den Tabellenführer. Nachdem Michael Burns und Robby Hein in dieser Saison nicht mehr wiederkommen, verletzte sich auch Chad Niddery in Mellendorf, wurde aber bewusst gegen Tilburg nicht eingesetzt um seiner Rippenprellung ein paar Tage mehr Zeit zu geben. Dazu kam noch, dass auch Shootingstar Kristian Hufsky durch eine Unterbauchverletzung nicht einsatzfähig war und auch Torhüter Philip Lehr nur auf der Ersatzbank Platz nehmen konnte. So musste Keeper Nr. 3, Louis Busch in das Gehäuse und er machte seine Sache keineswegs schlecht. Lediglich im ersten Drittel hatte er Eingewöhnungsprobleme und weil seine Angreifer ihrerseits seinen Kontrahenten Ruud Leeuwesteijn nicht überwinden konnten, hieß es nach zwanzig Minuten 3:0 für Tilburg, nach Toren von Kilian van Gorp (7.), Danny Stempher (8.) und Kevin Bruijsten (16.). Als Roman Pfennings (25.) das 1:3 markierte, hatten die 3.213 Zuschauer leichte Hoffnung auf ein Wunder, aber das 1:4 von Danny Stempher (28.) zerstörte schnell diese Gedanken. Endgültig wurde jede Diskussion beendet von Diego Hofland, der in der 42. Minute das 5:1 für die Trappers erzielte.

Ja, und dann passierte etwas äußerst seltenes am Turm. Vermutlich ein Oberliga-Nord-Rekord, aber es könnte auch ein deutscher Rekord überhaupt gewesen sein. Es fielen nämlich hintereinander vier Shorthandertore, sprich erzielte Tore in Unterzahl. Erst traf Philipp Hertel (46.), drei (!) Sekunden später verkürzte Armin Finkel (46.) gar auf 3:5. Sollte ein Wunder möglich sein? Nein, denn danach traten die Tilburger Brüder Kevin und MItch Bruijsten auf den Plan. Erst erzielte Kevin (48.) das 6:3, dann erhöhte Mitch (50.) auf 7:3. Den letzten Treffer des Tages schoss schließlich Nicolas Turnwald (57.) zum 4:7-Endstand.

Hannover Scorpions – Icefighters Leipzig 3:2 (1:0, 2:2, 0:0)

Im Spitzenverfolgerduell waren die Scorpions in einem Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften etwas glücklicher. Entscheidend war dabei vor allem das starke Powerplay mit einer Erfolgsquote von 50 Prozent (Leipzig: Null Prozent). Vor der mäßigen Kulisse von nur 1.079 Zuschauern erzielte Julien Pelletier in der 14. Minute die Führung für die Scorpions. Erek Virch (22.) glich in der 22. Minute aus. Kapitän und Topscorer Björn Bombis (31.) traf in Überzahl zum 2:1, der Leipziger Ian Farrell (32.) glich nur eine halbe Minute nach dem zweiten Rückstand wieder aus. Das entscheidende Tor zum 3:2 erzielte schließlich Scorpions-Stürmer Mario Valery Trabucco (39.), ebenfalls in Überzahl.

Moskitos Essen – Black Dragons Erfurt 6:3 (0:2, 2:1, 4:0)

Im Kellerduell blieben am Ende die Gastgeber Sieger und zementierten somit  ihre zehnten Tabellenplatz, der sie voraussichtlich in der Pre-Play-off-Runde nach Halle bringen wird. Allerdings war das Spiel deutlich umkämpfter als das Ergebnis es anzeigt, denn die Entscheidung fiel erst in den Schlussminuten. Vor allem im ersten Drittel war Erfurt optisch überlegen und ging nicht unverdient durch Petr Gulda (14.) und Joonas Toivanen (20.) mit 2:0 in Führung. Im zweiten Drittel kam Essen stärker auf, glich durch Veit Holzmann (28.) und Enrico Saccomani (35.) aus, musste aber die erneute Erfurter Führung durch Fritz Denner (39.) hinnehmen. Für die Ergebnisdrehung zum letztendlichen Sieg für Essen sorgten die beiden besten Essener, die auch schon die ersten Tore erzielt hatten. Enrico Saccomani (44.) glich aus und Veit Holzmann (46.) erzielte das 4:3. So blieb es bis zur 58. Spielminute. Erfurt nahm seinen Keeper Martin Otte-Günzler vom Eis und kassierte sogar noch zwei weitere Gegentore zum 6:3, für die Veit Holzmann (58.) und Marc-Alexander Stähle (59.) verantwortlich waren.

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