Erstmals ohne PunkteNeuwied verliert gegen Essen

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Jetzt hat es auch den EHC Neuwied erwischt: Im zehnten Spiel der noch jungen Oberliga-Nord-Saison haben die Bären zum ersten Mal ohne Punkt das Eis verlassen. Vor 1179 Zuschauern hatte das Team von EHC-Trainer Craig Streu gegen die Moskitos aus Essen mit 1:5 (0:2, 0:1, 1:2) klar das Nachsehen. Die Gäste aus dem Ruhrpott fuhren einen verdienten Auswärtssieg ein.

Die Gastgeber hatten die Sturmreihen vor dem Duell gegen die Stechmücken kräftig durchwechseln müssen – dem Team fehlte es in der Vorwärtsbewegung spürbar an der Abstimmung und am „blinden Verständnis“. Ganz anders die Moskitos, die den Gegner schon früh im eigenen Drittel mit zwei Mann störten und so einen möglichen Spielfluss der Gastgeber schon im Keim erstickten. Eine Maßnahme, die fruchtete. Zwar hatte Neuwied mehr vom Spiel, im Abschluss aber nicht die Kaltschnäuzigkeit und das Fortune, um vielleicht mit einem Führungstreffer im Rücken ins Rollen zu kommen.

Anders die Gäste, die nach sieben Minuten – und mit der ersten Moskitos-Chance – prompt in Führung gingen: Enrico Saccomani traf zu viel umjubelten 1:0 für Essen. „Mit dem Gegentreffer war bei uns komplett der Wind aus den Segeln“, sagte Streu, der zuvor eine starke Anfangsphase seines Teams gesehen hatte. „Nach diesem Rückstand haben wir im ersten Drittel katastrophal gespielt. Da hatten wir keine Geschwindigkeit und Essen hat das Momentum genutzt. Unser bisher schwächstes Drittel der Saison.“ Essen nahm die Zweikämpfe an, fand ein gesundes Maß im Körperspiel – und bekam obendrein nach einem Fehler in der Defensive den zweiten Treffer von Cornelius Krämer (16.) zur 2:0-Führung nach dem ersten Drittel quasi geschenkt.

Gewillt, die Partie noch zu drehen, wurden in der ersten Drittelpause einige deutliche Worte gesprochen – und in der Tat kamen die Bären nun wieder besser ins Spiel. Der EHC ließ sich dabei auch nicht davon aus der Ruhe bringen, dass immer mal wieder einer der „jungen Wilden“ aus Essen versuchte, EHC-Kapitän Brian Gibbons in eine Auseinandersetzung zu verwickeln. Gleich mehrfach und in unterschiedlichen Situationen flogen „gefüllte Handschuhe“ in Richtung des Amerikaners, der sich aber nur auf kleinere Dispute einließ. Der einzige Plan der Moskitos, der an diesem Abend nicht aufging. Ansonsten schmiss sich Essen hinten erfolgreich in jeden Schuss, während man vorne in doppelter Überzahl die Führung ausbauen konnte: Michal Velecky traf in Spielminute 28 zum 3:0 für die Gäste – so stand es auch nach 40 Minuten.

Im letzten Drittel versuchte der EHC noch einmal alles, scheiterte aber in letzter Konsequenz immer wieder an Gästekeeper Justin Schroers, der – so sein Trainer Frank Gentges – in Neuwied „auch mal einen guten Tag hatte“. So gut, dass ihn nur Thomas Ziolkowski in doppelter Überzahl zum 1:4 überwinden konnte (53.). Davor traf Andrej Bires (50.), danach Michal Velecky (60.) mit einem Empty-net-Goal aus dem eigenen Drittel zum 5:1-Endstand für Essen.

„Wir haben heute sehr gut gespielt“, lobte Gentges sein Team. „Vor dem Tor haben wir prima verteidigt. Neuwied ist in diesem Jahr viel besser aufgestellt als noch in der Vorsaison, viel strukturierter und disziplinierter. Wir wussten, dass beim EHC der eine oder andere Spieler fehlen würde. Ich bin froh, dass wir zur richtigen Zeit die Dinger reingemacht haben.“

Genau das war dem EHC an diesem Abend nicht gelungen. „Essen hat ein perfektes Auswärtsspiel gezeigt und verdient gewonnen“, sagte Streu. „Wir haben heute viel versucht, hatten aber ein Problem damit, die Scheibe ins Tor zu bringen. Man kann ein solches Spiel mal verlieren, aber die Jungs haben nie aufgegeben und bis zum Schluss gekämpft. Der Sieg für Essen ist verdient, auch wenn das Spiel deutlich enger war als es das Ergebnis aussagt.“

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