Erstes Stadtduellfinale geht mit einem 3:1 an die IndiansAusverkauftes Haus am Pferdeturm

Volles Haus am Pferdeturm: 4608 Zuschauer sahen das Derby zwischen den Hannover Indians und den Hannover Scorpions. (Foto: Manfred Schneider)Volles Haus am Pferdeturm: 4608 Zuschauer sahen das Derby zwischen den Hannover Indians und den Hannover Scorpions. (Foto: Manfred Schneider)
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Die Partie wurde offiziell gestartet mit einem Puckeinwurf des hannoverschen Regionspräsidenten Hauke Jagau. Außerdem saß auf der Tribüne der im Augenblick erfolgreiche Trainer des Fußball-Bundesligisten Hannover 96, André Breitenreiter.

Ob Breitenreiter dabei seinem Trainerkollegen Lenny Soccio wertvolle Tipps in Bezug auf Taktik und Einstellung der Mannschaft geben konnte, mag dahingestellt sein, aber dass er ein erfolgreicher Motivator und Teameinsteller ist, das ist bekannt. Allerdings werden Soccio die gleichen Fähigkeiten zugesprochen und dass er diese gut umsetzen kann, wurde im Zuge der Partie deutlich. Seine Jungs brannten förmlich und sie wollten vor allem die beiden letzten Heimpleiten, jeweils ein 1:3 gegen Halle und Essen, vergessen machen, dem Publikum zeigen, was in ihnen steckt.

Die Scorpions verfolgten dagegen ein anderes Ziel. Zwar starten sie mittlerweile mit dem Traditionsnamen Hannover Scorpions, tatsächlich aber ist ihnen als das Team der Wedemark Scorpions in all den letzten Oberligajahren kein Erfolg gegen die Indians gelungen und das wurmt die Akteure, Spieler wie Verantwortliche, gleichermaßen.

Somit hatte die Begegnung schon im Vorfeld genug Esprit aufgenommen und so war es dann auch kein Wunder, dass esy nur wenige Sekunden nach Spielbeginn bereits hätte 1:0 stehen können. Pohanka traf bei seinem ersten energischen Vorstoß nur den Innenpfosten und so blieb es zunächst beim Remis. Die Gäste mussten sich kurz schütteln, dann begannen sie ihren Matchplan umzusetzen, d.h. die Indians beim Aufbau zu stören, Druck aufzubauen und das erste Tor förmlich zu erzwingen. Das fiel dann auch, aber anders als es sich die Scorpions gedacht hatten, auf ihrer Seite. Bei einem Konter scheiterte zuerst Lilik, passte zurück in den Slot und Turnwald drosch die Scheibe förmlich an Linda vorbei in die Maschen. Diese Führung gab den Indians Selbstvertrauen, die Scorpions zeigten sich unbeeindruckt. Fünf Minuten lang, dann schlug das Schicksal für die Gäste grausam zu. Erst bediente Hein den Ex-Scorpion Goller und 31 Sekunden später traf Uusivirta über die Fanghand von Linda zum 3:0. Jetzt stand das Stadion Kopf und die Indians versuchten die  Scorpions endgültig zu verjagen. Zehn Minuten lang musste Scorpions-Keeper Linda, der an diesem Abend mit etlichen Glanzparaden seinem Team die Punktechance erhielt, mehrfach Kopf und Kragen riskieren, um einen höheren Rückstand zu vermeiden.

Im zweiten Drittel starteten die Scorpions sofort mit überfallartigen Angriffen, versuchten die Kontrolle an sich zu reißen aber bis auf eine sehr gute Chance für Niddery nach weniger als einer Minute versandeten die Angriffe recht schnell. Dazu fehlte ihnen einfach Schnelligkeit und Präzision, denn die Indians zeigten sich gut gewappnet, hatten im Mittelfeld engmaschiges Netz aufgebaut an dem die Scorpions immer wieder scheiterten. Zum Glück für sie hatten sie jedoch in ihren Reihen einen Patrick Schmid. Der Neuzugang aus Weiden, der mittlerweile in Mellendorf voll eingeschlagen hat und die Oberliga-Scorerliste als „Deutscher“ anführt, traf in der 27. Minute ausgerechnet auch noch mit einem haltbaren Schuss zum 1:3-Anschluss. Jetzt hatten die Scorpions das Spiel im Griff, es fehlte nur noch Zählbares und so mancher Indian-Fan wird die Zeit bis zur zweiten Pause heruntergezählt haben. Die Indians konnten in dieser Phase nur einen Pfostenschuss von Uusivirta in der 34. Minute im Powerplay anbringen, auf der anderen Seite musste Albrecht Großes leisten um einen 2:3-Anschluss abzuwehren.

Das dritte Drittel schien zehn Minuten lang gar nicht richtig in Fahrt zu kommen. Vermutlich war der physische Aufwand in den ersten beiden Dritteln zu groß gewesen. Als dann die Scorpions zur letzten Offensive bliesen, blieb ihnen dieser im Halse hängen. Sebastian Lehmann, früher auch Indians-Akteur und jetzt bereits im dritten Jahr in Mellendorf aktiv, traf per Stockcheck Pohl und dieser musste auf Grund der erlittenen Verletzung das Eis verlassen. Schiedsrichter Patrick Meier hatte gar keine andere Wahl als Lehmann mit einer Fünfer plus Spieldauer zu belegen. Die Superchance für die Indians, das Spiel endgültig zu entscheiden. Die Chance war da, sie wurde nur nicht genutzt, denn was die Indians in diesen fünf Minuten anstellten war einem Team, das im Powerplay zu den fünf Besten der Liga gehört, nicht würdig. Ganze zwei Chancen wurden herausgespielt und am Ende, fünf Minuten vor Schluss, hieß es immer noch 3:1. Natürlich warfen die Scorpions nun alles nach vorne, nahmen achtzig Sekunden vor Schluss auch Keeper Linda vom Eis, aber es sollte nicht sein. Am Ende, wie auch 33 Minuten lang zuvor, hieß es 3:1 und die Indians ließen sich von ihren Anhängern feiern, während die Scorpions-Spieler schnell und leise das Feld räumten. Die erste Schlacht ist gelaufen aber am zweiten Weihnachtstag sieht man sich wieder, diesmal in Mellendorf und dann werden die Karten sicherlich neu gemischt.

Tore: 1:0 (3:11) Turnwald (Lilik, Pfennings), 2:0 (8:52) Goller (Hein, Pfennings), 3:0 (9:23) Uusivirta (Pfennings, Bacek), 3:1 (26:31) Schmid (Fischer, Pantic). Strafen: Hannover Indians 8 + 10 (Bovenschen), Hannover Scorpions 14 + 10 (Spelleken) + 10 (Schmid) + 5 + Spieldauer (Lehmann). Zuschauer: 4608.

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