Ein Zeichen für Toleranz und WeltoffenheitLars Grözinger macht die 100 voll

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Wenn sich der Farben der Banner ändern, ist das ein Zeichen für etwas Außergewöhnliches. Dort, wo sonst Schwarz und Rot dominieren, hing ein großes Transparent in Blau, Weiß und Rot. „Duisburg steht auf – gegen Terror, Extremismus und Fremdenfeindlichkeit“ war dort zu lesen. Das Motto, das die Füchse für dieses Eishockeyspiel gewählt haben. Wie in vielen anderen Sportstadien auch gedachten Sportler und Fans den Opfern von Paris. „Wir trauern um die Opfer und unsere Gedanken gelten den Angehörigen“, sagte Füchse-Chef Sebastian Uckermann in einer gemeinsamen Erklärung der Funktionäre, Spieler und Fans. Er betonte die Werte, die wichtig sind: „Offenheit und Toleranz.“ EVD-Kapitän Markus Schmidt sagte: „Wir lassen uns den Sport nicht kaputt machen.“ Für die Fans erklärte Dirk Schade: „In einer Stadt wie Duisburg ist kein Platz für Hass. Dafür stehen die Füchse und ihre Fans.“

Dass es danach nicht ganz einfach war, zur Tagesordnung überzugehen, lag auf der Hand. So taten sich die Füchse gegen den Hamburger SV, der im Tabellenkeller der Eishockey-Oberliga steht, schwer, den Abwehrriegel zu knacken. Am Ende stand ein 4:0 (1:0, 2:0, 1:0)-Sieg.

Den Duisburgern schien in den ersten Minuten der nötige Schwung zu fehlen. Allerdings machten es die Hanseaten ihren Gastgebern auch nicht leicht. Aus dem Eishockeyspiel hielten sie sich weitgehend heraus, standen mit fünf Spielern vor dem Tor – oft nicht höher als die Grenze, die die eigenen Bullypunkte markierten. So waren die Füchse im gefühlten Dauerbesitz des Pucks – ab und zu gab es Entlastungsangriffe. Zunächst schienen die Ideen zu fehlen, um diese Wand einzureißen. Je länger das Spiel dauerte, desto klarer wurde, dass der Treffer bald fällt. Nachdem Christoph Ziolkowski am Pfosten gescheitert war (14.), stand es wenige Sekunden später 1:0. Ausgerechnet Nachwuchsspieler Leon Taraschewski brach den Bann, als er einen Rebound zur Führung verwertete und so zum zweiten Mal in dieser Saison erfolgreich war.

Nach knapp 24 Minuten fiel schließlich die 100-Tore-Marke. Weit vor der Konkurrenz machte es der EVD in dieser Saison dreistellig. Im Powerplay war Lars Grözinger für den Treffer verantwortlich – der einen Schuss von Yannis Walch abfälschte und so den guten HSV-Goalie Patrick Glatzel bezwang. Mit gutem Auge für seinen Mitspieler bereitete Chad Niddery das 3:0 ebenfalls in Überzahl vor: Christoph Ziolkowski hatte keine Mühe (32.). In der ersten Unterzahlsituation hatten die Duisburger die besten Chancen. Doch sowohl Markus Schmidt als auch Raphael Joly – Letzterer aufgrund einer starken Fanghand-Parade von Glatzel – verpassten den „Shorthander“. Den frühen Schlusspunkt in einer einseitigen Partie setzte Viktor Beck (42.), als er einen Hinter-Tor-Pass von Ziolkowski verwertete. Der Rest des Daueranrennens fiel Goalie Glatzel oder der Ungenauigkeit zum Opfer.

„Der HSV“, sagte EVD-Trainer Tomas Martinec, „spielt ein ähnliches System wie Essen. „Wir brauchen mehr Zug zum Tor und dürfen nicht immer nur drum herum spielen. Das werden wir trainieren. Wir werden auch eine ausführliche Videoanalyse machen“, war der Coach mit der Offensive nicht zufrieden. Gäste-Coach Andris Bartkevics meinte: „Das 0:4 ist für uns ein kleiner Erfolg.“

Tore: 1:0 (13:31) Taraschewski (Schmidt, Ziolkowski), 2:0 (23:48) Grözinger (Walch, Ziolkowski/5-4), 3:0 (31:14) Ziolkowski (Niddery, Grözinger/5-4), 4:0 (41:16) Beck (Ziolkowski, Gärtner). Strafen: Duisburg 4, Hamburg 8. Zuschauer: 1053.

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