Duisburg geht als Favorit in die SaisonDie Oberliga Nord vor dem Start

Der EV Duisburg und die Hannover Scorpions standen sich bereits in zwei Testspielen gegenüber, die mit 4:3 und 2:0 an die Füchse gingen. (Foto: Roland Christ - www.rc-du.de)Der EV Duisburg und die Hannover Scorpions standen sich bereits in zwei Testspielen gegenüber, die mit 4:3 und 2:0 an die Füchse gingen. (Foto: Roland Christ - www.rc-du.de)
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18 Teams kämpfen in der neuen Oberliga Nord um die acht Play-off-Plätze, wobei die erste Runde noch nord-intern gespielt wird. Die Mannschaften, die die Ränge 14 bis 18 belegen, müssen nach Abschluss der 42 Spieltage andauernden Saison in der Relegation mit drei Viertligisten um den Klassenerhalt spielen.

Als Top-Favorit darf der EV Duisburg gelten. In der vergangenen Saison scheiterten die Füchse nur knapp am Aufstieg in die DEL2. Im Play-off-Finale gegen den EHC Freiburg ging die Serie über die vollen – und zudem ausverkauften – fünf Spiele. Am Ende wurde der Aufstieg durch ein 1:0 zu Gunsten der Wölfe entschieden. Das Team, das nun vom früheren Nationalspieler Tomas Martinec trainiert wird, hat sich verändert. Als Top-Verpflichtung darf Goalie Sebastian Stefaniszin (Kölner Haie) gelten, der in der Vorbereitung angedeutet hat, wie immens stark er spielt. Der Ausfall von Verteidiger Manuel Neumann (Kreuzbandriss) wiegt schwer; erst vor wenigen Tagen kam Kevin Neumüller (Crimmitschau) neu hinzu. Vorne soll die Erfahrung von Spielern wie Danny Albrecht, André Huebscher, Viktor Beck und Daniel Kunce jr. für mehr Durchschlagkraft in den entscheidenden Situationen sorgen.

Schon lange sprechen die Saale Bulls Halle davon, dass der Weg mittelfristig in die 2. Liga führen soll. So dürfte das Team aus Sachsen-Anhalt zum engsten Favoritenkreis gehören. Trainer Ken Latta konnte neun Zugänge ins Team einbauen, vier von ihnen kamen aus der DEL2. Dennoch sind noch genügend Spieler des Vorjahres da, sodass hier keineswegs etwas „zusammengewürfelt“ wurde. Halle wird ein Spitzenteam dieser Liga sein.

Der Kader der Icefighters Leipzig, die nun von Sven Gerike gecoacht werden, ist klein, aber fein. Brad Snetsinger (zuletzt Tilburg) hat in Kassel gezeigt, wie gut er in der Oberliga spielen kann. Ein Vorteil ist das Eisstadion in Taucha: Nicht nur die Eisfläche, die sogar kleiner als ein NHL-Spielfeld ist, sorgt für einen echten Heimvorteil – sondern auch die stimmgewaltigen Fans. Der zweite Ausländer im Team, Tomas Vrba, spelt schon seit 2011 für die Icefighters, die ebenfalls zur Spitzengruppe gehören werden.

Der EHC Neuwied mit Trainer Craig Streu hat sich ebenfalls verstärkt, sorgt mit jungen Spielern zudem für viel Breite im Kader. Schon in der Vorsaison zeigten die Bären, dass sie jederzeit mit den Top-Clubs mithalten können, hatten aber auch mitunter Probleme. Mehr Konstanz scheint nun wahrscheinlich zu sein – und der EHC ist offenbar gewillt, an einstmals erfolgreiche Zeiten wieder anzuknüpfen.

Unter Frank Petrozza, der schon als Spieler in Duisburg und Essen Kult-Status hatte, hat sich der Herner EV bemerkenswert gut entwickelt. Das Team vom Gysenberg ist weitgehend zusammengeblieben, dazu kommen einige Verstärkungen – darunter der Deutsch-Belgier Sam Verelst aus Bremerhaven und gleich drei Spieler (Christian Wendler, Aaron McLeod und Thomas Richter) vom Rivalen aus Essen. Spitzengruppe und Play-offs – das wird aktuell die Zukunft des HEV sein.

Die Tilburg Trappers setzen auf zahlreiche niederländische Nationalspieler und dürften damit ebenfalls zum Top-Drittel der Liga zählen – entscheidend wird aber sein, dass sie deutlich disziplinierter auftreten als in den Vorbereitungsspielen. Eine Boxeinlage hier und da gehört zum Eishockey, nur sollte man es um des Erfolges Willen eben auch nicht übertreiben.

Die Hannover Scorpions sind Titelverteidiger im Norden und eine Art Geheimtipp. Auf allen Positionen verstärkt. Im Tausch mit dem Lokalrivalen Indians verließen diesmal zwei Leistungsträger die Scorpions Richtung Pferdeturm: Daniel Reiss und Sebastian Lehmann. Dafür kamen von dort Frank Richardt, Deon Jones, Christoph Koziol und Anton Barrein. Allein vier Keeper streiten sich um die Nummer1. Für die Abwehr konnte Robin Thomson aus Heilbronn gewonnen werden und auch Yannick Mund aus Halle. Mit Koziol und Wikström (Nordhorn) kamen zwei Topscorer, Sachar Blank, ehemaliger Scorpion in der DEL kam zurück aus Heilbronn, Igor Bacek, Topscorer aus Rostock und Daniel Lupzig verstärken den Sturm.

Bei den Hannover Indians ist das Torwarttrio mit Boris Ackers als Nummer 1 geblieben. Mit Daniel Reiss kam ein Routinier, Werner Hartmann aus Nordhorn und Dennis Schütt aus Selb verstärken diesen Mannschaftsteil. Dass Barrein eine Woche vor Saisonbeginn zum Lokalrivalen wechselt, kam für Coach Carroll nicht so gut. Im Sturm verloren die Indians mit Koziol einen absoluten Leistungsträger. Dieser konnte halbwegs mit Sebastian Lehmann ersetzt werden. Ein Topeinkauf könnte Branislav Pohanka werden. Der Slowake soll mit Duris zusammen den Sturm beleben. Mit Frederik Gradl aus Frankfurt, Robby Hein aus Essen und Jörg Noack aus Sonthofen kamen zuverlässige, körperlich starke Spieler.

Hinter diesen Teams beginnt das Mittfeld der Liga. Bei den Harzer Falken bleibt Marc d'Antuono die Nummer 1. Topverteidiger Michael Schwindt verließ die Braunlager nach zwei Jahren, ging nach Frankreich. Dafür konnte mit Engel ein Klassemann aus Bad Kissingen verpflichtet werden. Engel hat von der Landesliga Bayern bis DEL (Duisburg) alles gespielt und sollte keine Eingewöhnungsprobleme haben. Ein herber Verlust wird der Abgang von Topscorer Bailey sein, der nun in Sonthofen sein Glück versucht. Ersatzmann Bosch wird es schwer haben, seinen Vorgänger vollständig zu ersetzen.

Die Rostock Piranhas setzen auf Konstanz im Team. Paul Stratmann kann Anfang Oktober auf zehn Jahre im REC-Trkot zurückblicken. Auch Torhüter Tobias John steht bereits seit 2007 im Kasten. Die Top-Verpflichtung dürfte Verteidiger Michael Schöppl aus Kaufbeuren sein. Ebenfalls auf Schnupperkurs in Richtung Play-offs sind die Wohnbau Moskitos Essen, deren neuer (Sponsoren-) Name bei den Fans nicht gut ankam, der aber dafür sorgt, dass nach Jahren im Insolvenzverfahren wieder bessere Zeiten anbrechen könnten. Die Essener setzen auf viele junge Spieler, die Talent mitbringen. Wie sich dieses Team in der großen Liga entwickelt, wird spannend zu sehen sein.

Die Teams ab Platz 14 abwärts müssen in die Relegationsrunde (zwei Vierer-Gruppen mit den Meistern der 1. Liga West und der Regionalligen Nord und Ost). Da die Liga auf 16 Teams reduziert werden soll, wird der Kampf um Platz 13 immens wichtig. Die Beachboys vom EHC Timmendorfer Strand mussten in der Sommerpause den Weggang von Trainer Henry Thom verkraften. Thom ging wieder zum HC Gherdeina nach Italien. Mit Martin Williams folgt ebenfalls ein ehemaliger Spieler der Norddeutschen. Budgetmäßig backen die Beachboys kleinere Brötchen, sodass die Timmendorfer in Sachen Meisterschaft eher eine untergeordnete Rolle spielen dürften.

Neben den Hannover Scorpions sind auch weiterhin die Wedemark Scorpions in der Liga vertreten. Friedhelm Bögelsack hat mit einer starken Saison seinem Nachfolger den Boden bereitet. Die frühere Pferdeturm-Legende Dieter Reiß soll nun das Unmögliche versuchen und in der neuen Oberliga den Wedemärkern den Klassenerhalt sichern. Das ist durchaus möglich, wenn alles passt. Wichtigster Akteur im Sturm ist und bleibt Michael Budd. Nach dem Abgang von Stafford konnte mit Beebe ein gleichwertiger Ersatz gefunden werden. Mit Moallim und del Castillo kamen zwei harte Arbeiter vom Pferdeturm, von den Hannover Scorpions gesellte sich mit Pape ein ähnlicher Spielertyp zu den Nord-Hannoveranern.

Der Hamburger SV hat nicht mehr die Ziele früherer Tage. Als Kooperationspartner des DEL-Clubs Hamburg Freezers sieht man sich als Ausbildungspartner, gibt den Kräften, die in der DEL keine Chance hätten, die Möglichkeit, kostbare Spielpraxis zu sammeln. Das beste Beispiel sind die Keeper. Beide, Franzreb und Glatzel, sind Förderlizenzspieler und stellen damit eine Bank dar. Mit Ehmann aus Weiden konnte ein aufstrebender Spieler verpflichtet werden, die restlichen Verteidiger kennen sich aus der alten Spielzeit. Mit Christian vom bayrischen Landesligisten HC Landsberg sowie den Kanadiern Parks (aus Norwegen) und Piluso kamen nur drei neue Stürmer.

Wie auch der HSV müssen die Crocodiles Hamburg meistens vor einer kleinen Kulisse spielen. Das ist schade, denn die Farmsener haben sich nach einer katastrophalen Saison 2013/14 im letzten Jahr gut gefangen, spielten eine deutlich bessere Rolle. Da dieser Erfolg vom Publikum nicht akzeptiert wurde, musste ein Umdenken her, zumal der Liebling der Zuschauer sich wieder verabschiedete. Bezouska wechselte nach Rostock und da starker Ersatz nicht möglich war, muss die Konzentration nun der Defensive gelten. Die Abwehr ist zu großen Teilen zusammen geblieben. Aus Timmendorf kam Lukas Turek dazu. Das gleiche gilt für den Sturm. Neuzugänge sind Oertel aus Nürnberg sowie der gebürtige Weißrusse Zimmer, der jedoch in der letzten Saison in der WSHL für die Butte Cobras stürmte und dabei recht erfolgreich war.

Die Black Dragons Erfurt sind weitgehend zusammengeblieben – doch die Ausländerpositionen mussten nach dem Abgang von Adam Sergerie und Ryan Olidis neu besetzt werden. Neu ist Robin Sochan (Halle). Die Suche nach dem zweiten Kontingentspieler gestaltete sich schwierig. Weil sich Beinahe-Tryout-Spieler Kyle DeCoste „über Nacht“ Richtung Tilburg verabschiedete, wurde erst kürzlich Kyle Bodie unter Vertrag genommen, nachdem es beim Tschechen Adam Rehak sportlich nicht reichte.

Die Bundeshauptstadt ist – wie Hamburg – doppelt vertreten: Bei FASS Berlin soll es sportlich wieder besser laufen. Der Kooperationspartner der Eisbären setzt weiterhin auf die Nachwuchsförderung, integriert DNL-Spieler aus Hohenschönhausen. Die beiden Ausländerpositionen im Team von Czeslaw Panek sind mit dem Letten Robert Licitis und dem Niederländer Julian van Lijden besetzt. Und – last but not least: Die Preussen sind wieder da. Der ECC Preussen Berlin ist als Meister der Regionalliga Ost aufgestiegen und will – ebenfalls mit vielen Berlinern im Team – den Klassenerhalt schaffen. Für Torgefahr soll vor allem der Tscheche Michal Vymazal (Chemnitz) sorgen.  

Friedhelm Thelen, Manfred Schneider und Lars Braesch

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