Dorfderby am Freitag – Spitzenspiel am SonntagEHC Timmendorfer Strand

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Nach dem durchwachsenen Saisonauftakt geht das harte Auftaktprogramm für die Beachboys weiter und die Aufgabe beim Adendorfer EC wird nicht einfach. Die Heidschnucken siegten im ersten Saisonspiel gegen den HSV mit 7:2, verloren aber bei den Rittern in Nordhorn mit 4:7. Die Achterbahnfahrten der vergangenen Saisons scheinen sich beim AEC also fortzusetzen, ebenso wie die Tatsache, dass sich die Heidschnucken wie im Vorjahr an die Spitze der „Unfairnesstabelle“ setzen und nach zwei Spielen als einzige Mannschaft eine dreistellige Strafminutenanzahl vorweisen.

Ansonsten ist die Mannschaft von Trainer Dieter Kinzel sehr schwierig einzuschätzen. Mit Eriks Ozollapa (nach Lettland) und Robin Ringe (zu den Hannover Scorpions) wurden zwei sehr wichtige Spieler abgegeben, mit Peter Hofmann und Torsten Heideck ging viel Erfahrung von Bord. Dafür kamen eine Reihe junger Spieler und als „Königstransfer“ der Finne Markus Kankaanranta, der in den ersten beiden Partien mit fünf Toren und einer Vorlage voll überzeugen konnte. Dafür fehlen mit Denny Böttger (nach Spieldauerdisziplinarstrafe) und Kim Wikström am Freitag zwei sehr wichtige Spieler und so dürfte die Heidschnucken-Offensive eine echte Wundertüte werden. Eines ist aber sicher: kampflos werden sich die Mannen aus der Heide nicht ergeben.

Der zweite Gegner des Wochenendes, die Hannover Indians, haben nach zwei Spielen noch eine weiße Weste – erwartungsgemäß für die meisten „Experten“ der Oberliga Nord. Sowohl gegen Nordhorn (6:2) als auch beim HSV (4:1) gab es klare und verdiente Siege und die „neuen“ Indians zeigen gleich, dass sie völlig zurecht zum Favoritenkreis der Oberliga Nord gehören.

Dabei wurde nach der Insolvenz im Frühjahr kein Stein auf dem Anderen gelassen und alles umgebaut. Neue Führungsetage, neuer Trainer und eine komplett neue Mannschaft zeugen von einem  Aufbruch, der auch von den Zuschauern honoriert wird. Knapp 2700 waren es beim Saisonauftakt und nicht wenige rechnen bei den Derbys gegen Hannover mit einer vollen Hütte am Pferdeturm – das wären dann mehr als 4000 Zuschauer.

Die Mannschaft musste nach dem Abstieg komplett neu formiert werden, einzig  Goalie Christoph Oster ist aus dem Kader der letzten Saison übrig geblieben. Ansonsten baut man vor allem auf den Stamm des letztjährigen Kooperationspartners Herford. Nach dem Rückzug der Ostwestfalen aus der Oberliga West brachte der neue sportliche Leiter Dirk Marchel gleich 14(!) Spieler mit, dazu kehren mit Danny Reiss (zuletzt Kassel), Christoph Koziol  (Frankfurt) und Maximilian Pohl (Bremen) drei sehr gute Leute an den Pferdeturm zurück. Beachten sollte man im Kader vom neuen Trainer Peter Willmann die beiden Kanadier Brendan Sanders und Darcy Vaillancourt, die in der letzten Saison zusammen auf 241 Punkte in der Oberliga West und der Relegation kamen.

Wenn man das so sieht, dann gehen die Indians sicherlich als Favorit in die Sonntagspartie.

Es wird also ein ziemlich schwieriges Programm, welches die Beachboys zu absolvieren haben und sie müssen wirklich alles in die Waagschale werfen, um in den beiden Spielen bestehen zu können, zumal die Beachboys große Personalsorgen plagen: Marco Meyer hat sich zum Studium nach Marburg verabschiedet und wird in der Zukunft nur ab und an zur Verfügung stehen, mit Marcus Klupp, Jeff Maronese und Dennis Overbeck fallen drei Verteidiger wegen Verletzungen und Reha definitiv aus. Dazu stehen hinter Verteidiger Tibor Uglar und Stürmer Marc Vorderbrüggen große Fragezeichen, da beide angeschlagen sind.

Viel zu tun also für Beachboys-Coach Sven Gösch, der unter der Woche einige Sachen ausprobieren musste. „Wir haben das System umgestellt. Das müssen wir nun auf das Eis bringen, auch wenn die jungen Spieler dafür Zeit brauchen, die wir ihnen geben müssen“, sagte der Meistertrainer, stellte aber auch klar: „Wir brauchen die Punkte!“

So gehen die Beachboys trotz aller Sorgen mit dem Ziel „sechs Punkte“ in das anstehende Wochenende.

Schwierig wird das in jedem Fall und daher ist auch die Unterstützung der Zuschauer ein wichtiger Baustein, um dieses Ziel zu erreichen. Speziell am Sonntag hofft die Mannschaft auf regen Zuspruch, besonders weil die Indians-Fans als besonders reiselustig gelten und sicherlich zahlreiche Schlachtenbummler mit an den Strand bringen.

Es empfiehlt sich daher auch am Sonntag frühzeitig die Kasse im ETC aufzusuchen. Oder man nutzt den Vorverkauf, denn seit neuestem kann man  unter der Woche zu den öffentlichen Eislaufzeiten Karten für die EHCT-Heimspiele ergattern.

Zwei weitere Mannschaften des EHCT 06 sind am Wochenende ebenfalls im Einsatz. Am Samstag spielt die Jugend-Spielgemeinschaft HH Crocodiles/EHCT 06 bei den Hannover Indians (19.30 Uhr am Pferdeturm) und am Sonntag spielte die 1b „Storm“ beim Altonaer SV (18.30 Uhr in Stellingen).


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