Die Abschaffung der höheren Gewalt macht keinen SinnKommentar zur neuen DEB-Spielordnung

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Jahrzehnte galt die Regelung – wie auch in so gut wie allen anderen Sportarten: Erfolgt ein Spielabbruch oder eine Spielabsage aufgrund von höherer Gewalt, wird das Spiel neu angesetzt. Am Sonntag war es mal wieder so weit. Es hätte zum Oberliga-Spiel zwischen dem ECC Preussen Berlin und den Moskitos Essen kommen sollen. Die Partie wurde aber abgesagt: Das Dach der Eissporthalle in Charlottenburg war undicht, es gab starken Regen, das Wasser plätscherte aufs Eis und es entstanden infolgedessen Löcher. Ein Paradebeispiel für höhere Gewalt. Zumal: Im Regelfall ist es so, dass die Vereine eben nicht der Eigner der Eissporthalle sind. Und wer käme im Sommer auf die Idee, auf das Hallendach zu krabbeln und nach Löchern zu suchen?

Nun aber wurde dieses Spiel nicht neu angesetzt, sondern für Essen mit 5:0 als gewonnen gewertet. Und das war gemäß der gültigen Regelungen völlig rechtens. Grund ist die am 9. Juni 2018 veränderte Spielordnung des Deutschen Eishockey-Bundes. Dort heißt es nun: „Art. 24 Spielwertung durch die zuständige Institution […] 3.3. bei Spielabbruch durch den/die Schiedsrichter, wenn dieser aufgrund widriger Umstände (z.B. defektes Eis, Nebel, defekte Banden, mangelhafte Beleuchtung etc.) erfolgt. Gleiches gilt, wenn ein Spiel aus diesem Grunde nicht begonnen werden kann.“

Und noch einmal: Der kuriose Umstand, dass immer wieder die Moskitos der Leidtragende sind, wenn es um Abbrüche und Absagen geht, trägt in Essen völlig verständlicherweise nicht zur guten Laune bei. Doch bei der Spielordnung geht es nicht um einen einzelnen Verein, sondern um eine allgemeine Regelung. Da muss die Frage erlaubt sein: Macht die „Quasi-Abschaffung“ der höheren Gewalt Sinn?

Ich meine: Nein! Eine kleine Erinnerung an die WM 2017 in Köln: In der Lanxess-Arena begann plötzlich das Eis zu schmelzen. Keiner wusste, warum das so war. Der Grund: Die Slowaken hatten ein Body-Öl benutzt, das beim Warmmachen aufs Eis tropfte und dafür sorgte, dass das Eis schmolz. Bei der WM wurde der Grund – aufgrund von Manpower und dem großen allgemeinen Interesse – schnell gefunden. Aber was wäre, wenn das bei einem Oberliga-Spiel passiert wäre? Was wäre, wenn sich eine Gastmannschaft mit diesem Zeug einreibt? Gerne auch unwissentlich. Dann würde das Spiel für die Gastmannschaft gewertet, wenn keiner merkt, was der Grund war? Klingt nicht so klug, oder?

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