„Das ist doch Realsatire“Vorsitzende aus Duisburg und Herne legen Sorge Rücktritt nahe

Der Eishockeysport im Schatten. (Foto: Imago)Der Eishockeysport im Schatten. (Foto: Imago)
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Stavros Avgerinos war stinksauer. „Diese Kilometer hätte ich mir sparen können“, sagte der 1. Vorsitzende des EV Duisburg. Nachdem das Einspruchsverfahren der drei Ruhr-Clubs aus Duisburg, Essen und Herne unterbrochen worden war, ging die Verhandlung vor dem Spielgericht des Landes-Eissport-Verbandes Nordrhein-Westfalen nun weiter. Diese Instanz bestätigte die „Sperre“, die der LEV NRW gegen die drei Clubs ausgesprochen hatte, die in die DEB-geführte Oberliga Nord wechseln – was als Oberligisten der Vorsaison ja auch ihr gutes Recht ist.

Interessant wäre sicherlich die Frage, wie die Ablehnung des Einspruchs begründet wird. Das Problem ist nur: Die Vereine wissen es selbst nicht. „Wir wurden mit zwei Sätzen abgefertigt. Dazu gab es noch den Hinweis, dass die Begründung schriftlich folgt. Es waren mehrere Wochen Zeit. Man gewinnt den Eindruck, dass man sich noch genau überlegen muss, wie man die Zurückweisung des Einspruchs begründet.“ Die Sperre als solche hält Avgerinos weiterhin für völlig haltlos und verweist auf eine E-Mail, die Wolfgang Sorge als Präsident des LEV NRW an den Vereins-Mail-Account des 2. EVD-Vorsitzenden geschickt hat. Diese E-Mail liegt der Redaktion vor. Dort schreibt Wolfgang Sorge: „Es ist überaus bedauerlich, dass Sie Ihren Nachwuchs der scheinbaren Solidarität mit zwei Vereinen, die aus ihrer erst vor gar nicht so langer Zeit beendeten Insolvenz offenkundig nichts gelernt haben, opfern! Und dies, obwohl Ihr Verein 100% seiner Interessen wegen der Täuschung durch den DEB bekommen hätte: 1. Mannschaft OLN, Nachwuchs wie vom DEB versprochen: LEV NRW. Herne und Essen hätten dieses Ergebnis nicht erreichen können.“

Und das ist für Avgerinos starker Tobak: „Das heißt doch, dass wir rechtlich nichts falsch gemacht haben und aus Sicht von Herrn Sorge verurteilt werden, weil wir mit unseren Nachbarvereinen solidarisch sind. Außerdem wurde der Einspruch von Herne vor der Unterbrechung vor einigen Wochen noch gar nicht verhandelt. Wie kann Herr Sorge dann in einer E-Mail vom 14. Juli 2015 behaupten, dass Herne dieses Ergebnis nicht erreichen kann?“ Das hat Avgerinos während der Verhandlung zum Anlass genommen, „Herrn Sorge aufzufordern, im Sinne des deutschen Eishockeys zurückzutreten.“ Inhaltlich habe Avgerinos keine Argumente gegen die drei Vereine gehört. „Nur Floskeln. Ich hatte zudem den Eindruck, dass sich die Beisitzer sichtlich unwohl gefühlt haben. Wenn ich dann noch während der Verhandlung mit Herr Varoufakis angesprochen werde, sind die Grenzen der Etikette erreicht.“ Avgerinos kündigte an: „Wir werden den Pfad der Zurückhaltung nun verlassen und Herrn Sorge auch bei der LEV-Mitgliederversammlung auffordern, zurückzutreten.“

Derweil kündigte der EVD-Vorsitzende an, erneut Einspruch, dann vor dem LEV-Schiedsgericht als nächster Instanz, einzulegen. „Und auch danach würden wir weitergehen. Aber vor einem ordentlichen Schiedsgericht können wir nicht verlieren“, so Avgerinos, der zudem erklärt: „Unseres Wissens nach muss eine Sperre ohnehin durch einen Vorstandsbeschluss des Verbandes beschlossen werden, was hier nicht erfolgt ist.“

Frank Schäfer, der 1. Vorsitzende des Herner EV, hatte für die Verhandlungen ebenfalls nur ein Kopfschütteln übrig: „Das ist doch Realsatire. Auch ich lege Herrn Sorge nahe, sein Amt im Sinne des Eishockeysports niederzulegen.“ Auch der Einspruch des HEV wurde vor dieser Instanz abgelehnt. Der Essener Einspruch wurde schon im Rahmen des ersten Teils der Verhandlung vor der Unterbrechung zurückgewiesen. Schäfer: „Mir taten die Leute in diesem Gremium leid. Normalerweise werden dort Spielerstrafen verhandelt.“ Auch Schäfer kündigte an, diesen Streit durchzufechten, betonte aber: „Das einzige, das für mich als 1. Vorsitzender zählt, ist die Tatsache, dass unsere 1. Mannschaft in der Oberliga Nord und unser Nachwuchs in den Ligen des DEB spielen wird.“ Eine Einschätzung, die Avgerinos so teilt. Schäfer betonte auch: „Hier werden Streitigkeiten auf dem Rücken von rund 500 Nachwuchsspielern in den drei Vereinen ausgetragen.“

Die Einteilung der DEB-geführten Nachwuchsligen mit den Mannschaften aus Köln, Düsseldorf, Krefeld, Iserlohn, Duisburg, Essen, Herne, Neuwied, Kassel, Frankfurt und Bad Nauheim ist bereits erfolgt. Hier soll in Kürze eine Termintagung folgen.

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