Dank Herne bleibt Spannung um den Vizetitel der Oberliga Nord lebendig6:4 im Spitzenspiel gegen Scorpions

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Durch das 4:6 in Herne sind die Scorpions jetzt zum Handeln gezwungen, denn am Freitag wartet erneut Herne in Mellendorf auf die Scorpions und am Sonntag muss der Tabellenzweite nach Essen. Wird es noch einmal richtig spannend um Platz zwei, zumal die Indians gegen Leipzig noch drei Punkte holen können?  Auch die Plätze vier bis sechs sind umkämpft. Obwohl sie extrem starke Gegner hatten, kamen Halle und Herne zu drei Punkten und auch Essen gewann. Am Wochenende trifft Halle auf Tilburg und Braunlage, Herne misst sich mit den Scorpions und Tilburg und Essen spielt gegen Rostock und in Mellendorf. Auch hier ist es megaspannend. Elf Punkte hinter Essen tummeln sich Hamburg, Rostock und Leipzig. Die Crocos dürfen nicht in die Play-offs und so stellt sich nur die Frage, wer am Ende zwischen Rostock und Leipzig vorne liegt. Rostock trifft auf Essen und spielt in Berlin, Leipzig trifft ebenfalls auf Berlin und muss an den Pferdeturm. Vom Papier haben es die Piranhas etwas leichter.

Saale Bulls Halle – Tilburg Trappers 4:2 (2:1, 1:0, 1:1)

Ein Prachtbeispiel, zu welchen Leistungen eine besondere Motivation treiben kann, bekamen die 1130 Zuschauer in der Hallenser SDOM-Halle zu sehen. Während die Tilburger sich im Auslaufen befinden und sich auf die Play-offs vorbereiten, wollen die Bulls am Hauptrundenende auf Platz vier eintrudeln und dazu brauchten sie einen Sieg, denn es war im Vorfeld bekannt, dass die Hannover Scorpions mit dem direkten Konkurrenten der Bulls, dem Herner EV so ihre Probleme haben. Und tatsächlich, der HEV gewann, die Bulls brauchten also dringend einen Sieg und konnten ihn am Ende sogar für sich beanspruchen. In der fairen Begegnung mit gesamt nur 14 Strafminuten starteten die Bulls mit einer konzentrierten Leistung und gingen folgerichtig mit 2:0 in Führung. Die ersten Tore im Spiel schossen dabei Tyler Mosienko (7.) und Marius Stöber (16.). Letzterer traf dabei zum elften Mal in einer Saison und hat damit seinen persönlichen Rekord aus der Saison 2015/16 beim EV Regensburg bereits um vier Tore übertroffen. Wie stark die Niederländer sind, demonstrierte der zuletzt sich in starker Form befindliche Brock Montgomery. Der einzige Kontingentspieler der Gäste verkürzte mit dem einzigen Überzahltor des Tages in der 18. Minute auf 1:2. Ebenfalls sein elftes Saisontor erzielte in der 23. Minute Jan-Niklas Pietsch und verhalf damit seinem Team wieder zu einer Zwei-Tore-Führung. Spannend wurde es dann in der 43. Minute, als die jetzt in breiter Front angreifenden Niederländer durch Danny Stempher zum 2:3 erfolgreich waren aber wieder kam die Antwort der Bulls schnell. Chris Francis traf im Gegenzug in der 44. Minute zum Endstand 4:2.

Preussen Berlin – Icefighters Leipzig 1:13 (1:3, 0:5, 0:5)

Spiele in der Woche sind Gift für die Preussen, die dann immer wieder mit Spielern antreten müssen, für die die Oberliga noch fast eine Nummer zu groß ist. So auch am 46. Spieltag gegen die Leipziger Icefighters, die zuletzt am 30. Oktober 2015 mit zwölf Toren Differenz auswärts gewannen. Damals war Timmendorf der Gegner. 13 Tore zuletzt auswärts schossen die Leipziger am 6. März 2009 in Deggendorf (13:6). Die Tore der Gäste erzielten Hubert Berger (6.), Patrick Fischer (7.,20.,36.), Niklas Hildebrand (24.), Ken Hirsch (25.), Hannes Albrecht (33.,39.,56.), Ryan Warttig (42.), Daniel Volynec (43.) und Damian Schneider (51.,54.). Das Ehrentor für die Preußen markierte Jakub Rumpel in der 8. Minute mit seinem 28. Saisontor.

Füchse Duisburg – Crocodiles Hamburg 1:3 (0:1, 1:1, 0:1)

Das war ein echter Niederschlag für die Füchse. Hätten sie die Begegnung gewonnen, dann wäre, wenigstens theoretisch, noch Platz acht drin gewesen. Mit dieser Heimpleite ist es bereits entschieden, die Duisburger müssen in die Pre-Play-offs und treffen zunächst auswärts entweder auf Rostock oder Leipzig. Jetzt kann man nur für den Favoriten einstiger Tage hoffen, dass es gegen die Piranhas geht, denn gegen sie sahen sie in der Saison noch am besten aus (sechs Punkte und 11:12 Tore). Gegen Leipzig gab es nur drei Punkte aus vier Spielen mit 6:13 Toren). Die optisch gleichwertigen Hamburger kamen schnell zum 1:0, als Dominik Lascheit Füchse-Keeper Sebastian Staudt überwand. Erst in der 23. Minute kamen die Gastgeber zum Ausgleich. Ausgerechnet Alexander Eckl, Verteidiger und nicht gerade als Torjäger bekannt, schaffte das, was seine Stürmerkollegen nicht hinbekamen, ein Tor, sein drittes in dieser Saison. Nun dachten viele der nur knapp 700 Zuschauer, dass der Füchse-Knoten gerissen ist, aber dem war nicht so. Gianluca Balla, zuletzt stark auftretend, erzielte in der 39. Minute, aus Duisburger Sicht sehr ungünstig, das 2:1 für die Gäste und als Duisburgs Trainer Dirk Schmitz 90 Sekunden vor Schluss seinen Keeper vom Eis nahm, nutzte dies Patrick Saggau zum entscheidenden 3:1 für die Gäste.

Black Dragons Erfurt – Harzer Falken 4:3 (2:1, 0:1, 2:1)

Es war zwar nicht hochklassig, was der Tabellenelfte und der Vorletzte auf das Eis zauberten aber wenigstens spannend. Jedenfalls kamen die 344 Unentwegten, die den Weg in die Eishalle gefunden hatten, auf ihre Kosten und konnten am Ende sogar einen Sieg ihrer Equipe feiern. Überraschend gut dabei beide Überzahlformationen. Die schwarzen Drachen kamen auf eine Endquote von 40 Prozent, die Falken sogar auf 50 Prozent. Die Tore der Hausherren markierten Oliver Kämmerer (14.), Marcel Weise (19.), der erst 17-jährige Fritz Denner mit seiner Torpremiere im Erwachsenenbereich in der 48. Minute und Robin Sochan (59.). Die Braunlager hatten ihre Torschützen in der Kasseler Leihgabe Tim Krüger (7.), Lars Bödefeld (24.) und Zach Josepher (53.).

Herner EV – Hannover Scorpions 6:4 (1:0, 4:2, 1:2)

Es ist wirklich merkwürdig und Hannovers Trainer Dieter Reiß wird sich fragen müssen, warum seine Mannschaft, die gegen elf andere Nordteams bis jetzt so stark aufgetreten ist, ausgerechnet gegen die Minenarbeiter vom HEV in dieser Spielzeit den Stachel nicht aus dem Halfter bekommt. Alle bisherigen drei Begegnungen gingen verloren mit dem Torverhältnis 7:13. Auch bei diesem Spiel waren die Anteile gleichwertig verteilt, am Ende sogar mit einem leichten Plus für die Gäste bei der Schussverteilung (37:33). In der nickeligen Partie gab es 26 normale Strafen und zwei Disziplinarstrafen (Klingsporn, Herne) und Pantic, Scorpions) mit insgesamt 72 Strafminuten. Matchwinner war wohl am Ende ausgerechnet jener Akteur, der im Januar aus Deggendorf (DEL2) nach Herne gewechselt war und in der Saison 2017/18 noch das Tor des heutigen Gegners aus Mellendorf bewachte, Björn Linda. Der 29-jährige Oberhausener zeigte sich im personell ausgeglichenen Spiel als der Turm in der Brandung, wurde lediglich in Unterzahl gleich dreimal besiegt. Überhaupt das Überzahlspiel. Auch in diesem Spiel war es entscheidend. Die Herner erzielte eine 40 Prozent-Quote, die Scorpions sogar 60 Prozent. Nach dem schnellen 1:0 von Denis Fominych (4.) konnte Marian Dejdar in der 24. Minute ausgleichen. In der 26. Minute brachte Chad Niddery die Gäste erstmals in Führung. Dann kam der Auftritt des Herners Kanadiers Patrick Asselin. In der 33. Minute in Überzahl und 64 Sekunden später drehte er das Ergebnis auf 3:2 und die geschockten Scorpions mussten dann sogar das 2:4 hinnehmen, als Lois Spitzner weitere 46 Sekunden später gar erhöhte. Die geschockten Mellendorfer verloren daraufhin kurz die Kontrolle, Strakhov und Schnell leisteten sich zeitgleich eine Strafe und Nils Liesegang (37.) erhöhte noch vor der Pause auf 5:2. Powerplay können die Scorpions auch und als Matt Wilkins (46.) und Sebastian Lehmann (55.), jeweils in Überzahl, auf 4:5 verkürzten, wurde es noch einmal spannend. Wenigstens für 67 Sekunden, dann beendete Brad Snetsinger, wiederum bei doppeltem Überzahlspiel mit dem 6:4 die Gästehoffnungen.

Moskitos Essen – Rostock Piranhas 4:2 (1:0, 0:2, 3:0)

Das war ein schweres Stück Arbeit für die Jungs vom Essener Westbahnhof. Die kampfstarken Piranhas verlangten ihnen alles ab und am Ende stand ein glücklicher, aber auch verdienter Heimsieg. Thomas Zuravlev erzielte in der 14. Minute das 1:0 aber Viktor Beck (30.) und Josh Rabbani (33.) machten aus dem 0:1 ein 2:1 für die Rostocker. In den letzten zwanzig Minuten entschied ein heimischer Doppelschlag die Partie. Nicholas Miglio (47.) und Artur Lemmer (48.) brachten die Essener wieder in Führung. Zwei Minuten vor Schluss nahm Rostocks Trainer Christian Behncke seinen Torhüter Jan Dalgic vom Eis und musste daraufhin das 2:4 hinnehmen, für das der Essener Veit Holzmann verantwortlich zeichnete.

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