Bärenstarke Hannover Indians gehen erfolgreich auf Fuchsjagd7:2 vor 2500 Zuschauern gegen Duisburg

(Foto: TKH Photography)(Foto: TKH Photography)
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Bereits am Sonntag winkt Platz sieben, denn während die Duisburger mit dem Nachbarn Krefeld das Schlusslicht in eigener Halle (8. Dezember 18.30 Uhr) empfangen, müssen die Scorpions zu einer echten Bewährungsprobe nach Herne. Die Indians unterdessen müssen mit der dieser Form die Partie in Essen (8. Dezember, 18.30 Uhr) nicht fürchten.

Vor Spielbeginn hatte der berühmte Mann in Rot seinen Auftritt. Der Nikolaus persönlich kam auf das Eis, fuhr ein paar Runden und wünschte sich neben einem fairen Spiel natürlich auch einen Sieg seiner heimlichen Liebe, den Hannover Indians.

Diese wiederum zahlten die Zuneigung mit barer Münze zurück, während man bei den Duisburger Gästen nicht ganz sicher war, ob sie zu Beginn mit ihren Gedanken vielleicht doch noch in der Kabine waren. Die Indians zogen mit hohem Tempo ein Kombinationsspiel auf, dass an diesem Tage vermutlich auch die Tilburger in arge Schwierigkeiten gebracht hätte und nach dem Spielende waren sicherlich nicht wenige Zuschauer der Ansicht, dass die spielerische und läuferische Qualität der Gastgeber an den Leistungsgrenzen der zweiten Liga kratzte.

Natürlich kann man den Einwand zulassen, dass der Gegner schwach agierte, nach einigen Niederlagen in Folge kein großes Selbstbewusstsein zeigte und sicherlich auch der Verlust von Torjäger Pavel Pisarik in den Füchse-Köpfen festsaß, aber eine Mannschaft kann auch nur so gut spielen wie es der Gegner zulässt und an diesem Freitagabend ließen die Indians nur wenig zu.

Ganz besonders beeindruckend das schnelle Umschaltspiel. In 60 Prozent aller Fälle wurde nach dem Puckgewinn im eigenen Drittel der eigene Mann mit einem scharfen Pass bedient und daraus resultierten derart viele Torchancen, dass eine Aufzählung diesen Bericht sprengen würde.

Den Auftakt zum hannoverschen Torreigen machte Armin Finkel in der dritten Minute und nur eine Minute später traf einer der hannoverschen Hauptmotoren, Michael Burns, in Überzahl zum 2:0. Dazu Duisburgs Coach Uli Egen: „Wir hatten uns viel vorgenommen, wollten die Negativserie durchbrechen und mit unseren vier Reihen Druck erzeugen, aber dieser Plan war nach fünf Minuten bereits passe.“ Als in der sechsten Minute Slanina erstmals die Indians-Defensive mit einem guten Philip Lehr etwas stärker testete, da hätte es auch schon 4:0 stehen können. Als nur eine Minute später der eminent starke und am Ende auch beste Duisburger, Alexander Spister das leere Tor der Indians vor sich hatte und trotzdem noch an Lehr scheiterte, da wusste auch der letzte der wenigen Duisburger Fans, die den Weg nach Hannover gefunden hatten, dass ihre Akteure heute mit dem Toreschießen ihre liebe Mühe haben werden. Wenn die eine Mannschaft nicht trifft, dann eben die andere und so war es dann auch kein Wunder, dass Michael Burns kurz vor der ersten Pause auf 3:0 erhöhte. 

Das zweite Drittel hatte kaum begonnen, da hieß es durch Chad Niddery 4:0. Dieses vierte Tor war dann auch das letzte für Füchse-Keeper Christian Wendler, der danach durch Etienne Renkewitz ersetzt wurde. Renkewitz konnte seinen Kasten genau vier Minuten und 59 Sekunden sauber halten, dann hatte ihn Branislav Pohanka erstmals bezwungen. In der Folgezeit waren die Füchse viel zu sehr mit Abwehraufgaben beschäftigt, als das man ihnen ein Tor zugetraut hätte und auch die kleinen Nickeligkeiten nahmen zu, eskalierten in der 34. Minute, als sich Duisburgs Mathias Müller und Hannovers Thomas Pape zu einem Fight an der Bande hinreißen ließen und prompt von Schiedsrichter Seedo Janssen mit jeweils 14 Strafminuten in die Kabine geschickt wurden. Eine richtige Maßnahme, denn danach konzentrierten sich beide Vertretungen wieder auf ihren Hauptjob, wobei dies eindeutig den Indians gelang, obwohl man ihnen anmerkte, dass dieser Parforceritt über fast vierzig Minuten durchaus Kraft abverlangt hatte. Das trotzdem noch das 6:0 durch Mike Glemser fiel, zeigt die Stärke der Einheimischen auf.

Das dritte Drittel war dann mehr ein Auslaufen als ein harter Eishockeyfight. Die einen wollten und konnte nicht und die anderen hätten gekonnt, wollten aber nicht mehr, auch in Bezug auf das schwere Sonntagspiel in Essen. So traf als letzter ECH-Torschütze Igor Bacek in der 46. Minute, wiederum in Überzahl, was Indians-Coach Lenny Soccio zu der Aussage verleitete: „Am Anfang klappte das Powerplay überhaupt nicht und jetzt wird es immer besser.“ Eine korrekte Meinung, denn eine Powerplayquote von 75 Prozent sieht man auch nicht jeden Tag. Die Duisburger, die, mit Indians-Gnade jetzt häufiger vor Philip Lehr auftauchten, konnten sich sogar noch zweimal freuen, wobei beide Tore sehr glücklich fielen. Beim ersten Treffer gab ein Indian Alexander Spister die Scheibe förmlich auf die Schaufel und beim zweiten verrechnete sich Indians-Keeper Lehr beim Herausauflaufen, so dass Spister ein freies Schussfeld hatte. Lehr machte jedoch diese Panne mehrfach im Spiel wieder gut, zuletzt in der 58. Minute, als er mit einem Topsave eine hundertprozentige von Sam Verelst vereitelte.

Danach war eine mitreißende Partie, zumindest von den Indians zu Ende und ein Osnabrücker Fan, erstmals am Turm zu Gast meinte nur: „Ich habe in meinem Leben erst zwei Spiele gesehen. Eines in der NHL und eines in der DEL in Düsseldorf, aber die beste Stimmung war ganz klar am Pferdeturm.“

Füchse-Coach Uli Egen: „Wir hatten uns viel vorgenommen, hatten aber letztendlich keine Chance. Die Indians haben uns permanent unter Druck gesetzt und schließlich auch verdient gewonnen.“

Indians-Coach Lenny Soccio: Ein sehr gutes Spiel von uns. Die Mannschaft ist nach dem Ausscheiden von Peleikis noch stärker zusammengewachsen und es kämpft jeder für jeden. So wie heute wollen wir auch am Sonntag in Essen auftreten.“

Tore: 1:0 (2:35) Finkel (Weyrauch), 2:0 (3:11) Burns (Raabe/5-4), 3:0 (18:16) Burns (Glemser, Raabe), 4:0 (20:49) Niddery (Pohanka, Weyrauch/5-4), 5:0 (25:48) Pohanka (Bacek, Finkel), 6:0  (35:19) Glemser (Burns, Hertel), 6:1 (43:23) Spister (Schaludek, Alex Eckl), 7:1 (45:54) Bacek (Bosas, Niddery/5-4), 7:2 (50:18) Spister. Strafen: Hannover 14 + 10 (Pape), Duisburg 16 + 10 (Müller).  Zuschauer: 2509.

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