Bären punkten dreifach an der OstseeSouveräner Auswärtssieg

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Längste Auswärtsfahrt, kleiner Kader, die Niederlage von Freitag gegen Wedemark noch in den Knochen: Der EHC Neuwied hat an der Ostsee eine beeindruckende Antwort gegeben auf die vermeidbare Niederlage zwei Tage zuvor gegen die Scorpions. Bei den Rostock Piranhas fuhren die Bären einen ungefährdeten 6:2 (1:0, 5:1, 0:1)-Sieg ein und kletterten damit auf den dritten Tabellenplatz in der Oberliga Nord.

Unzählige Chancen hatten die Bären freitags im Heimspiel gegen Wedemark liegen gelassen. „Wir haben das Spiel vor der Fahrt nach Rostock noch einmal im Video analysiert“, sagte EHC-Trainer Craig Streu. „Da haben wir teilweise das leere Tor nicht getroffen.“ Und in Rostock? Da fiel die beruhigende und verdiente Führung für die Bären nach 15 Spielminuten – in doppelter (!) Unterzahl traf Stürmer Josh Myers zum 1:0. Es geht doch! „Das war der Knackpunkt“, sagte EHC-Trainer Craig Streu. „Wir waren 1:45 Minuten in doppelter Unterzahl, kämpfen klasse, werfen uns in die Schüsse, und dann macht Myers auch noch dieses Tor. Das hat Rostock fertiggemacht.“ Obendrein deutete sich schon da an, dass sich die Piranhas an diesem Abend an Björn Linda oft die Zähne ausbrechen würden. „Er hatte heute dieses Feuer in seinen Augen. Er war wie eine Wand für uns. Und er hat, glaube ich, insgesamt bei drei Toren einen Assist bekommen und sie mit vorbereitet. Großartig.“

Spätestens das zweite Drittel war dann wie eine Befreiung für den EHC, der zuletzt oft Spiel und Gegner dominiert, nicht immer aber auch die entsprechende Torausbeute feiern durfte. Nicht so in Rostock. Zwar glichen die Piranhas zunächst durch Michal Bezouska aus (28.), doch das brachte den EHC an diesem Abend nicht aus der Ruhe. Stephan Fröhlich traf nur zwei Minuten später in Überzahl zur erneuten Führung (30.). Die schnellen Stürmer der Deichstädter machten es den Gastgebern immer wieder schwer, Schritt zu halten. Als Josh Myers in Unterzahl enteilt war, konnte er nur mit einem Foul gestoppt werden - und verwandelte den fälligen Penalty zum 3:1 (34.). Doch damit war der Torhunger noch nicht gestillt: Stephan Fröhlich mit seinem zweiten Treffer (35.), Kapitän Brian Gibbons in doppelter Überzahl (38.) und Max Spöttel in einfacher Überzahl (40.) schossen eine 6:1-Führung für die Bären nach 40 Minuten heraus.

Ein Ergebnis, dass die Gäste aus Rheinland-Pfalz an der Ostsee im letzten Drittel geschickt verwalteten. An gleicher Stelle hatten in der Vorwoche noch die hoch gehandelten Saale Bulls aus Halle mit 1:2 verloren, diesmal gingen die drei Punkte mit dem Gästebus auf Reisen. Rostock konnte mit dem 2:6 durch Petr Sulcik (47.) nur noch Ergebniskosmetik betreiben.

„Macht Rostock im ersten Drittel ein Tor, vielleicht in einer der Überzahlsituationen, dann kann das Spiel hier auch ganz anders laufen“, sagte Streu. „Die Videoanalyse von Wedemark hatte den Jungs noch einmal gezeigt, dass wir jede Menge Chancen hatten. Stephan Fröhlich etwa hatte am Freitag auch viel Pech. Heute habe ich ihm vor dem Spiel gesagt: Mach dir keine Gedanken, heute bist du dran.“ Fröhlich machte zwei Tore - die Worte des Trainers hatten ihr Ziel nicht verfehlt.

„Schade ist nur, dass wir jetzt nicht auf Freitag zurückspulen können und einfach eine der vielen Chancen im Nachhinein nutzen können“, sagte der EHC-Trainer. „Aber hey, so ist Eishockey. Alle Reihen haben heute toll gearbeitet. Das Tor von Max Spöttel war richtig klasse, das wird ihm gut tun. Diese Reihe mit Spöttel, Müller sowie Schug und Wasser im Wechsel hat Rostock mit viel Einsatz müde gearbeitet, und damit den Weg freigemacht für die anderen.“

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