Bären gewinnen klar in Berlin7:2 im „Welli“

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„Zurück, wo alles begann.“ Jens Hergt war kaum drin, im Berliner Wellblechpalast, da postete er ein Foto seiner alten Wirkungsstätte auf Facebook. 1990, damals noch im Trikot der U20 von Dynamo Berlin, startete der heute 41-jährige Stürmer hier im „Welli“ seine Karriere. 25 Jahre später nun endlich die Rückkehr, der neuen Oberliga Nord sei Dank. Der EHC Neuwied entführte beim Gastspiel in der Hauptstadt drei Punkte, schlug FASS Berlin ungefährdet mit 7:2 (1:1, 3:1, 3:0). Jens Hergt gehörte erneut zu den Torschützen, machte den siebten Treffer für die Bären.

Am Freitagabend die bittere 1:5-Niederlage auf heimischem Eis gegen Essen, nur wenige Stunden später in den Bus nach Berlin: Am ungewohnten Samstag machte sich der EHC auf zum Gastspiel bei den Akademikern. Der ohnehin schon kleine Kader vom Spiel gegen die Moskitos dezimierte sich über Nacht erneut: Max Wasser musste am Samstag arbeiten, Maurice Keil lief für die Jungadler Mannheim auf. Mit der Rückkehr des am Freitag noch gesperrten Josh Myers standen Cheftrainer Craig Streu „nur“ drei komplette Reihen zur Verfügung - das bedeutete unterm Strich aber immer noch drei Feldspieler mehr als die Gastgeber von FASS aufbieten konnten.

Die 148 Zuschauer im Wellblechpalast erlebten denn auch von Beginn an einen dominierenden Gast vom Rhein: Neuwied machte das Spiel, Neuwied hatte Chancen - der Führungstreffer aber gelang Berlin: Daniel Volynec machte in Minute vier das 1:0. „Eigentlich hatten wir nie das Gefühl, dieses Spiel verlieren zu können“, sagte Streu. Dessen Team war wie am Freitag gegen Essen besser ins Spiel gekommen, hatte dann aber quasi mit der ersten Chance des Gegners den Rückstand kassieren müssen. „Wir waren danach kurz unsicher, doch mit dem 1:1 war das schnell wieder verflogen“, sagte der Trainer. Torschütze in Minute 14: Der am Freitag noch gesperrte US-Stürmer Josh Myers. „Er war natürlich frisch - im Gegensatz zu den anderen Spielern, denen die Belastung von zwei Spielen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen plus lange Anfahrt nach Berlin natürlich anzumerken war. Das Team hat von Myers Energie profitiert.“

Dem 1:1 nach 20 Spielminuten ließen die Neuwieder ein Mitteldrittel folgen, in dem man sich endgültig auf die Siegesstraße schoss: Mit einem Doppelpack von Brian Gibbons (22., 25.) und einem Treffer von Thomas Ziolkowski (31.) schraubte man das eigene Torekonto auf vier in die Höhe. Aber auch FASS Berlin konnte Björn Linda ein zweites Mal überwinden, Julian van Lijden verkürzte zwischenzeitlich auf 2:3 (28.). Lindas Back-up Marvin Haedelt saß da bereits in „zivil“ auf der Teambank. Der Keeper hatte beim Warm-up einen Puck an den Hals bekommen und war zum Spiel gar nicht erst aufgelaufen. Das gesamte Spiel über stand Haedelt unter medizinischer Aufsicht. Danach gab es grünes Licht: Haedelt konnte mit dem Team die Heimreise antreten und musste nicht in ein Berliner Krankenhaus.

Im letzten Drittel ließ der EHC im „Welli“ nichts mehr anbrennen: Artur Tegkaev (48.), Josh Myers (52.) und Jens Hergt (56.) trafen zum nie gefährdeten 7:2-Erfolg in der Hauptstadt. „Es war wichtig, mit einem Sieg in die Pause zu gehen“, sagte Streu. „Alle Reihen haben sehr gut gearbeitet und ein Tor geschossen. Josh Rabbani war das gesamte Wochenende über unser bester Spieler. Seine Sturmreihe mit Josh Myers und Brian Gibbons hat die Partie in Berlin entschieden.“ Ein Lob gab es zudem für Dimitry Butasch, der ebenfalls an alter Wirkungsstätte auflief. Der junge Stürmer, Förderlizenzspieler der Jungadler Mannheim, entstammt dem Nachwuchs der Eisbären Berlin.

Weitere positive Randnotizen: Der EHC Neuwied kassierte in 60 Minuten keine einzige Strafe und nutzte zudem zwei von drei Überzahlsituationen zu Torerfolgen. Mit diesen positiven Eindrücken geht es jetzt in die Länderspielpause. Am kommenden Wochenende pausiert die Oberliga Nord, das nächste Heimspiel für den EHC steht am Sonntag, 15. November auf dem Plan, wenn es um 19 Uhr in der Bärenhöhle gegen Spitzenreiter Duisburg geht.

Tore: 1:0 (3:57) Daniel Volynec (Christian-Alexander Leers, Christopher Scholz), 1:1 (13:56) Josh Myers (Brian Gibbons, Josh Rabbani), 1:2 (21:19) Brian Gibbons (Domink Ochmann, Josh Rabbani), 1:3 (24:35) Brian Gibbons (Josh Myers, Josh Rabbani), 2:3 (27:30) Julian van Lijden (Can Matthäs, Fabio Patrzek), 2:4 (30:17) Thomas Ziolkowski (Josh Myers, Josh Rabbani/5-4), 2:5 (47:43) Artur Tegkaev (Dennis Schlicht, Stephan Fröhlich/5-4), 2:6 (51:12) Josh Myers (Brian Gibbons, Thomas Ziolkowski), 2:7 (55:39) Jens Hergt (Dennis Wengrzik, Dimitry Butasch). Strafen: Berlin 6, Neuwied 0. Zuschauer: 148.

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