AEC wehrt sich gegen Nicht-Meldung zum DEB-Pokal

AEC wehrt sich gegen Nicht-Meldung zum DEB-PokalAEC wehrt sich gegen Nicht-Meldung zum DEB-Pokal
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Erst wurde diese Weigerung mit der Nichtmeldung des AEC durch die Ligenleitung der Oberliga Nord, nun mit angeblich zwischen Deutschem Eishockey-Bund und Niedersächsischem Eissportverband (NEV) nicht abgestimmten Durchführungsbestimmungen des NEV für die Oberliga Nord begründet. Trotz eindeutiger Sachlage verweigert der DEB jede Kompromissbereitschaft. Sollte die Weigerung aufrechterhalten werden, sieht sich der Adendorfer EC mit Bedauern zu dieser Maßnahme gezwungen. Der bereits entstandene und zusätzlich entstehende Schaden zwingt die Vereinsführung mit allen Mitteln, auch Rechtsmitteln, weiteren Schaden vom Adendorfer EC abzuwenden. Die Einhaltung gegenseitiger, verbindlicher und zugesagter Regeln ist nach Auffassung des AEC die absolute Grundlage und Grundbedingung für einen geordneten Spielbetrieb und einen fairen gegenseitigen Umgang im deutschen Eishockey.  Vorrangiges Ziel des AEC ist die sportlich erkämpfte Teilnahme am DEB-Pokal der kommenden Spielzeit.

Hintergrund:

Letzter Spieltag der Relegation der Oberliga Nord der abgelaufenen Spielzeit. 1200 Zuschauer feiern gemeinsam mit ihren Heidschnucken einen beeindruckenden 6:2-Erfolg über die Hannover Braves und damit den Gewinn des Pokals der Oberliga Nord und den dritten Platz, der zur Teilnahme am Pokalwettbewerb des DEB berechtigt. Die harte Arbeit, die Extra-Trainingseinheiten, der Trainerwechsel, das Unermüdliche Engagement der Ehrenamtlichen rund um den Verein und die großartige Unterstützung der Fans haben das große und immer wieder zitierte Saisonziel ermöglicht. Adendorf ist erstmalig für den DEB-Pokal qualifiziert, einer der größten Erfolge der Vereinsgeschichte ist perfekt. Die Feierlichkeiten mit Spielern, Offiziellen und Fans dauern bis in die frühen Morgenstunden. Optimistisch geht man in die neue Saison, die Vorfreude auf die neue Spielzeit und die Teilnahme am DEB-Pokal bringen Schwung in die Planungen, neue Sponsoren und Spieler interessieren sich für den AEC, wo „etwas aufgebaut wird“.

Doch jetzt soll all das nicht mehr gelten, denn wenn es nach dem DEB geht, werden die Heidschnucken nicht im kommenden Pokalwettbewerb starten dürfen und das trotz einwandfreier sportlicher Qualifikation. Ein Anruf des sportlichen Leiters Finn Sonntag, der sich beim DEB nach dem Stand der Auslosung erkundigen wollte, brachte das Unglaubliche an den Tag. Adendorf gehört nicht zum Teilnehmerfeld des DEB-Pokals und wird daher auch nicht an diesem teilnehmen. Die Ligenleitung hatte es nach Aussage des DEB versäumt, den AEC für den Wettbewerb zu melden, obwohl die Durchführungsbestimmungen des Verbandes eindeutig sind und offen kommuniziert wurden. Sonntag ist fassungslos und geschockt: „Ich habe erst gedacht, ich bin im falschen Film, aber wir sollen tatsächlich um die Früchte der Arbeit einer ganzen Saison gebracht werden. Ich weiß noch nicht, wie ich das den Spielern, dem Trainer, den Fans und unseren vielen ehrenamtlichen Helfern erklären soll, die hier seit Jahren eine großartige, unentgeltliche Arbeit leisten.“ Sonntag weiter: „Dazu kommen natürlich finanzielle Aspekte und Schäden für den Ruf des Vereins. Uns entgehen sichere Einnahmen. Wer weiß denn, wie die Auslosung gelaufen wäre, wie viele Heimspiele wir gehabt hätten und wie weit wir gekommen wären?“ Dazu komme noch der beträchtliche Imageschaden für den Verein und der mögliche Rückzug von  bzw. Nichtabschluss mit Sponsoren. All das, was in Adendorf in den letzten Jahren mit viel Fleiß und ehrenamtlichem Engagement aufgebaut worden ist, werde hier in Mitleidenschaft gezogen und in Frage gestellt. Dabei ist Punkt 19.3 der Durchführungsbestimmungen des Niedersächsischen Eissportverbandes (NEV) für die Oberliga Nord, Saison 2011/2012 und damit die Rechtslage eindeutig. Der Gewinner der Relegationsrunde ist Pokalsieger der Oberliga Nord und nimmt neben den beiden Erstplatzierten der Hauptrunde als dritter Teilnehmer am DEB-Pokal der folgenden Saison teil. So wurde es den Vereinen und der Öffentlichkeit wiederholt kommuniziert, so steht es schwarz auf weiß. Sonntag weiter: „Es wird nicht einmal bestritten, dass wir im Recht sind und der Fehler auf Seiten des NEV liegt, aber der DEB stellt sich einfach stur.“ Richtig wütend macht den sportlichen Leiter die Tatsache, dass Vereine aus anderen Oberligen, die nach den Durchführungsbestimmungen ihrer Eissportverbände sportlich nicht qualifiziert sind, am DEB-Pokal teilnehmen dürfen. „Der DEB hat mit diesen Mannschaften das Teilnehmerfeld aufgefüllt, verweigert aber einer sportlich qualifizierten Mannschaft die Teilnahme. Mit welchem Recht?“, fragt Sonntag.

Interessant findet man bei den Heidschnucken auch, dass beim DEB zunächst mit der Nichtmeldung des AEC argumentiert wurde. Nun will man plötzlich nichts von den Durchführungsbestimmungen des NEV gewusst haben. Finn Sonntag: „Es ist schwer zu glauben, dass ein übergeordneter Verband nichts von den Durchführungsbestimmungen eines seiner Unterverbände weiß bzw. diese miteinander abgestimmt sind.“ Die Neuregelung der Relegationsrunde und der dritte Teilnehmer am DEB-Pokal seien seit letztem Sommer wiederholt öffentlich in einschlägigen Publikationen, auf Fachportalen und in den Pressemittelungen der Vereine kommuniziert worden. Dass dies alles über zwölf Monate lang dem DEB entgangen sein soll, sei ebenfalls kaum vorstellbar. Noch schwerer zu glauben sei, dass der NEV, der die Durchführungsbestimmungen nach einer DEB-Tagung erlassen und den Vereinsvertretern der Oberliga Nord den neuen Modus und die Teilnahme des Siegers der Relegationsrunde am DEB-Pokal offiziell vorgestellt hat, dies aus eigener Kraft heraus und ohne Absprache mit dem DEB getan hat, wie es nun behauptet wird. AEC-Coach Andreas Bentenrieder, mit dem der sportliche Erfolg nach Adendorf kam: „Das ist doch total unglaubwürdig. So läuft es in keinem Sportverband und nirgends sonst auf der Welt ab. Der Schwanz wedelt doch nicht mit dem Hund. Ich bin schwer enttäuscht.“

Der Verein wird nun Rechtsmittel einlegen und hat bereits einen sehr eishockeyerfahrenen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung seiner Interessen betraut. „Wir wollen weder dem DEB, noch dem NEV schaden und hoffen nach wie vor auf ein Entgegenkommen seitens der Verbände. Aber wir können auch nicht hinnehmen, dass unsere gesamte Arbeit infrage gestellt und uns Schaden zugefügt wird, indem man sich einfach nicht an verbindliche Regeln hält. Würden wir dies tun, würde man uns mit voller Berechtigung zur Einhaltung dieser Regeln zwingen. Entweder man lässt uns am DEB-Pokal teilnehmen oder man ersetzt uns den entstandenen Schaden, der eindeutig durch die Nichteinhaltung der verbindlich festgelegten Regeln durch NEV und DEB verursacht wurde“, erklärt Sonntag. Man könne im Moment gar nicht anders, da von Seiten der Verbände – trotz eindeutiger Sachlage – keinerlei Kompromissbereitschaft gegeben sei. Das sei man allen, die sich für diesen Erfolg über Jahre so stark eingesetzt hätten, einfach schuldig. Bentenrieder hat volles Verständnis für den Weg der Vereinsführung. Gleichzeitig gibt er sich optimistisch und kämpferisch. „Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens lassen wir uns nicht unterkriegen. Dieser Versuch, uns unseren sportlichen Erfolg wegzunehmen und um die Früchte unserer Arbeit zu bringen, wird uns noch stärker zusammenschweißen.“ Man werde noch härter arbeiten und er sei sich sicher, dass alle die den Verein schon bisher unterstützt hätten, nun noch mehr leisten würden. „Die Fans, die Ehrenamtlichen, die Sponsoren, die Spieler und natürlich ich – wir alle wissen, was hier auf dem Spiel steht und wir werden jetzt nur noch mehr leisten für den AEC“, ist sich Bentenrieder sicher.


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