Neusser EV verzichtet auf den Aufstieg in die Oberliga

Favorit war eine Nummer zu großFavorit war eine Nummer zu groß
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Das „Abenteuer Oberliga“ findet in der kommenden Saison ohne den Neusser EV statt. Da auch die letzte Tagung der ESBG und der Landesverbände keine wesentlichen Neuerungen für die Saison 2006/2007 brachte, entschieden sich die Neusser Verantwortlichen, die Meldung für die Oberliga zurückzuziehen.

Nach den Entwicklungen der letzten Wochen und Monate war der Optimismus bezüglich einer möglichen Teilnahme an der Oberliga bereits der Skepsis gewichen. In der Vergangenheit hatten die Verantwortlichen des Vereins bereits mehrfach betont, dass es für den NEV nur in einer nach geographischen Kriterien aufgeteilten Oberliga eine Zukunft geben könne. Mittlerweile steht jedoch fest, dass es eine eingleisige Oberliga, bestehend aus rund 14 bis 16 Mannschaften, geben wird, die eine Doppelrunde spielen werden. Das Risiko einer eingleisigen Oberliga, die für einen relativ kleinen Verein wie den NEV derzeit wirtschaftlich nicht zu realisieren ist, war letztendlich zu groß. Die zahlreichen Fahrten in den Süden der Republik würden die Kosten für Mannschaft und Reisen so weit in die Höhe treiben, dass diese die Möglichkeiten des Vereins übersteigen würden. Die Hoffnung auf Einnahmen aus zuschauerträchtigen Lokalduellen, die die hohen Kosten wieder ausgleichen könnten, ist durch die geografische Lage sehr gering. Nach der wirtschaftlich seriösen Arbeit der vergangenen zehn Jahre hätte man nun alles aufs Spiel setzen müssen, um sich den Traum von der Oberliga erfüllen zu können. Dabei sind sich die Verantwortlichen des NEV durchaus bewusst, dass der Aufstieg die verdiente Belohnung für die Mannschaft gewesen wäre ­ und ein Dankeschön an die treuen Fans noch dazu. Die Gefahr, dass der Verein die kommende Saison aber nicht überleben könnte, ist viel zu groß.

Nach Rücksprache mit der ESBG und dem Landesverband wird man weiterhin in der Regionalliga NRW auf Punktejagd gehen. Diese wird durch den Aufstieg der Mannschaften aus Solingen (Bergisch Land) und Iserlohn voraussichtlich deutlich ausgeglichener besetzt sein, als dies in der letzten Saison der Fall war. Auch in der Frage der Ligenzusammensetzung zeichnet sich nach dem Meldeschluss vom 1. Mai mittlerweile eine erste Klarheit ab, die sich bei der NRW-Ligentagung am 3. Juni wohl weiter konkretisieren wird. In der Saison 2006/07 wird die Regionalliga mit zwölf Vereinen an den Start gehen und bis Ende des Jahres eine Einfachrunde spielen. Danach soll es für die ersten Sechs eine gemeinsame Aufstiegsrunde mit den jeweils beiden Ersten aus Hessen sowie aus Baden-Württemberg geben. Des weiteren sind anschließende Play-offs geplant.

Das aktuelle Neusser „Nein“ zum Thema Oberliga möchte man allerdings nicht als generelle Absage verstanden wissen. Es bleibt die Hoffnung, dass die Oberliga in naher Zukunft vor einem großen Umbruch steht und eine bessere Ligenstruktur geschaffen wird. Deshalb wird man weiterhin daran arbeiten, auf allen Ebenen die Voraussetzungen für Oberliga-Eishockey zu schaffen.