Nauheim verliert nach 3:0-Führung

Der Nauheimer Jan Barta (links) im Zweikampf mit Garmischs Florian Vollmer. (Foto: Peter Hauser - www.stock4press.de)Der Nauheimer Jan Barta (links) im Zweikampf mit Garmischs Florian Vollmer. (Foto: Peter Hauser - www.stock4press.de)
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Das erste Drittel war ein einziges Feuerwerk der Roten Teufel. Bereits nach 88 Sekunden prüfte Manuel Weibler SCR-Goalie Wild, der auch in der Folgezeit nicht den sichersten Eindruck machte. Nach exakt 2:13 Minuten war es wieder Weibler, der sich an zwei Spielern vorbei tankte und mit einem Distanzschuss bei freier Sichtr zur 1:0-Führung erfolgreich war. Und die Hausherren blieben am Drücker: Barta (4.), Althenn und Bernhardt (7.) scheiterten nur knapp. Bezeichnenderweise hatten die Bayern in Unterzahl ihre größte Möglichkeit, als Regan plötzlich durch war, Keller hielt aber souverän. Kaum wieder komplett starteten die Hausherren durch und zeigten ihren absoluten Siegeswillen. Dementsprechend fiel das 2:0 durch Tobias Schwab in Überzahl, nachdem Baldys mit einem Bauerntrick scheiterte, das Tor aber leer war. Die Strafe kassierte SCR-Kapitän Lehner nach einem Revanche-Foul an Jan Barta. Die Hessen zeigten auch weiterhin Torhunger, Lanny Gare hätte in der 11. Minute fast das 3:0 markiert, als Wild bereits geschlagen war, doch der Kanadier verfehlte um Zentimeter das Tor. Auch der Pfosten war pro Garmisch, als in der 16. Minute Kyle Piwowarczyk das Metall traf, so dass die 2:0-Pausenführung vollends in Ordnung ging.

Im Mittelabschnitt knüpften die Gastgeber dort an, wo sie im ersten Drittel aufgehört hatten: Alexander Althenn traf in der 21. Minute den Pfosten, Cardona (23.), Schwab sowie Piwowarczyk (24. und 26.) hatten große Gelegenheiten, den Spielstand weiter zu erhöhen. Normalerweise rächt sich so etwas, so dass man hinten bestraft wird. Aber nicht in diesem Drittel: die Hausherren wurden ob ihres Einsatzes belohnt, als Tobias Schwab in der 33. Minute abzog und das Hartgummi unter der Latte einschlug. Von dort sprang sie zwar wieder heraus, doch unter Protest der Bayern gab der Unparteiische den Treffer zum 3:0. Die Garmischer zeigten sich nun wütend und warfen alles nach vorne. Bezeichnend war aber eine Chance von Raubal in der 34. Minute, als er entnervt am sicheren Markus Keller scheiterte. Auch Chancen von Kink (35.) und vor allem Regan, der mit einem Break eine kurze Unaufmerksamkeit der Roten Teufel nutzte, machte der Goalie der Kurstädter zunichte.

Im letzten Abschnitt ging es vornehmlich darum, den komfortablen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Garmisch musste kommen, so dass die Hausherren möglicherweise den alles entscheidenden Treffer per Konter setzen konnten. Daraus wurde allerdings nichts, denn der Unparteiische verteilte gleich vier Strafzeiten gegen die Hausherren, die die Bayern zu nutzen wussten. Zunächst traf Biersack in der 49. Minute zum 3:1, der Ex-Teufel Tim Regan verkürzte in der 52. Minute auf 3:2. Bei den Hessen schienen die Kräfte zu schwinden, nachdem sie zwei Drittel hohes Tempo gegangen waren. Die Blau-Weißen witterten hingegen Morgenluft und machten erneut im Powerplay noch vor der Schlusssirene den nicht mehr für möglich gehaltenen 3:3-Ausgleich durch Tim Regan.

In der Overtime glichen sich die Strafzeiten wieder aus, nachdem die Roten Teufel zwei Mal Überzahl zugesprochen bekamen. Sie machten allerdings nicht viel daraus, stattdessen stahl sich Kyle Doyle in der 72. Minute nach einem langen Pass von Lehner davon und traf mit einem beherzten Schuss ins lange Eck zum 4:3-Siegtreffer für die Gäste. „Wir haben es selber aus der Hand gegeben“, sagte EC-Coach Fred Carroll nach dem Schlusspfiff und wollte von Fehlentscheidungen bei den Strafzeiten, die zu Gegentoren führten, nichts wissen. „Nach dem 3:0 wollten einige zuviel und unbedingt das vierte Tor machen. Das haben die schnellen und erfahrenen Garmischer genutzt“, so der Kanadier. Am Sonntag gastieren er und seine Spieler zum zweiten Spiel an der Zugspitze, bei dem die Hessen natürlich unter Druck stehen.

Tore: 1:0 (2:13) Weibler (Piwowarczyk, Bernhardt), 2:0 (9:04) Schwab (Baldys, Franz/5-4), 3:0 (32:06) Schwab (Gare, Barta), 3:1 (48:04) Biersack (Mayr/5-4), 3:2 (51:31) Regan (Kink/5-4), 3:3 (58:32) Regan (Lehner/5-4), 3:4 (71:24) Doyle (Lehner). Strafen: Bad Nauheim 14, Riessersee 12. Zuschauer: 2804.


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