Nauheim verliert auch Spiel zwei knapp

Der Nauheimer Kyle Piwowarczyk (links) und Garmischs Josef Lehner kämpfen um den Puck. (Foto: Peter Hauser - www.stock4press.de)Der Nauheimer Kyle Piwowarczyk (links) und Garmischs Josef Lehner kämpfen um den Puck. (Foto: Peter Hauser - www.stock4press.de)
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Zwei Mal konnten die Hessen ausgleichen, viele Strafzeiten ließen keinen Spielfluss bei den Roten Teufeln aufkommen, die bei fünf gegen fünf Feldspielern durchaus zu überzeugen wussten, was Hoffnung für das Heimspiel am Dienstag macht.

Die Hausherren machten von der ersten Minute an Druck, um die Gäste zu beeindrucken. Mit einem Sieg hätten sie zudem gleich drei Matchbälle und könnten bereits am Dienstag die Serie in Bad Nauheim beenden. Allerdings spielte ihnen auch der Unparteiische in die Karten, denn gleich sechs Strafen im ersten Abschnitt, von denen zumindest vier mehr als fragwürdig waren, mussten die Gäste hinnehmen. Als mit Gare und Gruber zwei EC-Spieler gleichzeitig in der Kühlbox saßen, nutzte Tim Regan die doppelte Überzahl in der siebten Minute zur 1:0-Führung der Hausherren. Die Kurstädter ließen sich aber nicht beirren und suchten weiter ihre Chance im Spiel nach vorne. Allerdings wurden sie immer wieder jäh gestoppt von Strafzeiten, die der Unparteiische Zehetleitner (Oberstdorf) gegen sie aussprach. Man überstand diese aber auch aufgrund eines stark haltenden Markus Keller schadlos, und als man endlich mal mit gleicher Spieleranzahl agieren konnte, war es ein ausgeglichenes Spiel, bei dem sich die Hessen ebenfalls ihre Chancen erarbeiten konnten. So z.B. in der 15. Minute, als Alexander Althenn den Garmischer Goalie prüfte, und auch in der 18. Minute, als Wild einen Moment das Hartgummi aus der Sicht verlor, was aber kein Nauheimer entscheidend nutzen konnte. In der 17. Minute durften die Roten Teufel zur Abwechslung ebenfalls in Überzahl spielen, als Völk zwei Minuten wegen Beinstellens an Cardona kassierte. Dieses erste Powerplay nutzten die Gäste sofort eiskalt aus, nachdem Kyle Piwowarczyk seinen kanadischen Landsmann Lanny Gare mustergültig bediente und sich dieser Wild förmlich ausguckte. Der EC-Topscorer traf schließlich mit einem platzierten Schuss an den Innenpfosten, von wo das Hartgummi über die Linie zum 1:1-Pausenstand ging.

Im zweiten Abschnitt gab es zwar ähnlich viele Strafen, allerdings waren diese besser verteilt auf beiden Seiten. Das 2:1 für die Gastgeber fiel jedoch bei fünf gegen fünf Spielern in der 24. Minute, als Völk aus spitzem Winkel in Richtung EC-Gehäuse schoss. Keller schien die Scheibe sicher zu haben, aber irgendwie lag sie doch noch frei vor ihm, so dass erneut Tim Regan im Nachstochern das Hartgummi über die Linie drücken konnte. Somit hat der Ex-Teufel spielübergreifend vier der letzten fünf SCR-Tore gegen den EC markiert. Die Gäste verfolgten jedoch konsequent ihre Marschroute und ließen sich auch durch diesen erneuten Rückstand nicht aus der Ruhe bringen. Als Mayr auf der Garmischer Strafbank saß, hatte Lanny Gare die Riesenchance zum Ausgleich, doch Wild war mit einem Big Save zur Stelle. Nach wie vor war das Match bei nominell gleicher Spieleranzahl ausgeglichen, die vielen Über- und Unterzahlsituationen blieben aber natürlich nicht ohne Wirkung. Als die Gastgeber mit Völk und Lehner gleich zwei Mann in der Kühlbox hatten, nutzte EC-Kapitän Alexander Baum diese Szene mit einem Schuss aus der Halbdistanz zum nicht unverdienten 2:2-Ausgleich (37.), mit dem es auch in die zweite Pause ging.

Der letzte Abschnitt begann mit einem Paukenschlag, als Tim Regan lediglich den Bad Nauheimer Pfosten traf. Die Hausherren machten nun einiges an Druck und nutzten zudem eine erneute Strafzeit der Roten Teufel gegen Dennis Cardona in der 48. Minute vorentscheidend zum 3:2 durch George Kink. Die Gäste mussten somit mehr riskieren und hinten risikoreicher agieren. Bartlett hätte einen Konter in der 53. Minute fast schon zum alles entscheidenden Treffer verwerten können, doch der US-Amerikaner verzog. Den Hessen lief die Zeit davon, zwei Minuten vor dem Ende nahm Fred Carroll seinen Goalie zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Fast hätte diese Maßnahme Erfolg gebracht, doch Piwowarczyk brachte das Hartgummi in der 59. Minute nicht im Netz unter, als Wild mit dem wohl wichtigsten Save der Partie zur Stelle war. Das 4:2 für den SCR mit einem empty net goal durch Bartlett fünf Sekunden vor dem Schlusspfiff hatte am Ende nur noch statistischen Wert, so dass die Kurstädter nun mit 0:2 in der Serie hinten liegen.

Am Dienstag ab 20 Uhr müssen die Roten Teufel gewinnen, wollen sie ein zweites Mal an die Zugspitze reisen und vielleicht ein alles entscheidendes fünftes Spiel erzwingen. Die vielen Strafzeiten - seien sie berechtigt oder auch nicht - gaben am Ende den Ausschlag, auch wenn ein Tor bei 5 gegen 5 für den SCR fiel. EC-Coach Fred Carroll wird seinen Mannen die entsprechende Marschroute für das zweite Heimspiel mit auf den Weg geben. „Wir wollen und werden am nächsten Freitag nach Garmisch fahren. Das Team hat es verdient, nach den tollen Spielen in den letzten Wochen auch am Dienstag die entsprechende Unterstützung zu erfahren. Die Serie ist erst dann zu Ende, wenn man drei Spiele verloren hat. Ich glaube an das Team, so wie ich an es nach den Niederlagen gegen Duisburg und Dortmund geglaubt habe“, sagte EC-Geschäftsführer Andreas Ortwein direkt nach Spielende. Die Geschäftsstelle des EC Bad Nauheim hat am morgigen Montag von 14 bis 19 Uhr geöffnet, wer noch keine Karte hat, kann sich diese somit im Vorverkauf zulegen.

Tore: 1:0 (6:11) Regan (C.Mayr/5-3), 1:1 (17:48) Gare (Piwowarczyk, Schwab/5-4), 2:1 (23:14) Regan, 2:2 (36:27) Baum (Gare, Schwab/5-3), 3:2 (47:22) Kink (Regan, Staltmayr/5-4), 4:2 (59:55) Bartlett (Doyle/ENG). Strafen: Riessersee 18 + 10 (Doyle), Bad Nauheim 22 + 10 (Bernhardt). Zuschauer: 2020.

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