Nauheim hat Matchball

"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz
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Wieder mal Dramatik pur im Colonel-Knight-Stadion: Mit 2:1 (1:1, 0:0, 0:0, 1:0) nach Verlängerung besiegten die Roten Teufel Bad Nauheim die Starbulls Rosenheim und gehen mit 3:2 in der Viertelfinale-Serie der Oberliga in Führung. Lanny Gare schoss in der fünften Minute der Overtime das entscheidende Tor. Sonntag geht es zu Spiel sechs nach Rosenheim, wo die Hessen das Halbfinale klarmachen können.

Wie bereits in den bisherigen vier Partien begann das Spiel wie erwartet gleich mit Vollgas: nach nur 20 Sekunden prüfte Gottwald Markus Keller, im Gegenzug traf Schwab zum frühen 1:0 für die Roten Teufel. Die Gastgeber machten enormen Druck in einem ersten Drittel, das viel Tempo in sich hatte. Breiter traf nur den Pfosten (3.), Althenn prüfte Dalpiaz aus aussichtsreicher Position in der neunten Minute. Rosenheim kam erst im Laufe des ersten Abschnitts besser in die Partie und zu einigen kleineren Möglichkeiten, doch Keller hatte keine allzu große Mühe. Bad Nauheim machte da wesentlich mehr nach vorne und kam durch Schwab zu einer weiteren großen Chance, die Dalpiaz jedoch zunichte machte. Ein Geschenk in Form einer Vorlage von Heiko Vogler im eigenen Drittel auf Ron Newhook brachte den unnötigen Ausgleich für die Bayern, bei dem Keller keine Abwehrchance hatte, obwohl er mit der Fanghand noch dran war. Martin Reichel kam bei den Starbulls übrigens nicht zum Einsatz, obwohl der nominelle Kapitän auf dem Spielberichtsbogen stand.

Das zweite Drittel entwickelte sich zu einem packenden und spannenden Play-off-Spiel. Es gab zwar nicht die ganz großen Möglichkeiten, doch die Partie lebte von der Spannung. Rosenheim erspielte sich allerdings ein leichtes Übergewicht, ohne dies jedoch in Tore ummünzen zu können. Mitte der Partie kamen die Hausherren wieder besser ins Spiel und zu Chancen vor allem durch Lanny Gare und Tobias Schwab, doch beide scheiterten jeweils zwei Mal an Claus Dalpiaz. In der 39. Minute traf Gare lediglich den Außenpfosten, so dass es mit einem insgesamt gerechten Unentschieden in die zweite Pause ging.

Mit dem Pausenpfiff erhielt Rosenheims Bergmann eine 2+10-Minuten-Strafe, und nachdem Newhook ohnehin schon in der Kühlbox saß, konnten die Gastgeber mit einem Zwei-Mann-Powerplay in den letzten Abschnitt starten. Aber auch diese Situation konnten die Hausherren ebenso wenig nutzen wie ein weiteres Überzahlspiel in der 45. Minute. Das Spiel stand auf des Messers Schneide, und man hatte das Gefühl, dass der nächste Fehler das Match entscheiden würde. Stanley hatte in der 49.Minute die große Möglichkeit hierzu wie aus dem Nichts, doch Keller hielt auf der Linie. Beide Teams suchten die Entscheidung in der regulären Spielzeit, allerdings wurden die Beine mit jedem Schritt sichtlich schwerer, da die Partie auf sehr hohem Niveau und vor allem mit hohem Tempo absolviert wurde. In den letzten beiden Minuten hatten die Gastgeber die größten Chancen auf den Sieg, doch Richardson traf nur den Pfosten, während Eade das leere linke Eck nach einem Rebound verfehlte. Somit musste es also in die Verlängerung gehen.

In dieser hatten die Hausherren mehr Zug zum Tor und gute Chancen durch Richardson und Gare. In der 65. Minute konnte das Stadion jubeln, als Tobias Schwab Lanny Gare mustergültig bediente und der Kanadier alleine vor Claus Dalpiaz den entscheidenden Treffer markierte. „Wir haben das letzte Drittel super gespielt und uns die Chancen erarbeitet. Das Gegentor war ein Zuspiel zur falschen Farbe, in der Overtime ist es meistens Glück, das entscheidet. Wir wollen Sonntag hinfahren und den Sack zumachen“, so Fred Carroll. „Wenn du so oft in Unterzahl spielst, dann kannst du nicht viel bewirken. Wir hätten im zweiten Abschnitt die Chancen reinmachen müssen, was wir einfach versäumt haben. Wir sehen uns am Dienstag hier in Nauheim wieder“, resümierte Franz Steer die Partie.

Tore: 1:0 (1:08) Schwab (Baldys), 1:1 (17:41) Newhook, 2:1 (64:26) Gare (Schwab). Strafen: Bad Nauheim 6, Rosenheim 14 + 10 (Bergmann). Zuschauer: 2116.

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