Nach Trainerrauswurf: Riessersee mit Brockmann wieder auf der Erfolgsspur

Riessersee: Rettung in letzter SekundeRiessersee: Rettung in letzter Sekunde
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Nachdem der neue Coach des SCR, Andreas Brockmann, im ersten Spiel unter seiner Leitung in Oberhausen gleich einen 5:0-Auswärtserfolg feiern konnte, war man auf die Heimpremiere gespannt.

Hier erwartete die Werdenfelser eine vermeintlich leichte Aufgabe: Die Gäste aus Stuttgart konnten bisher noch nicht punkten und stehen abgeschlagen am Tabellenende. Ein Klassenunterschied war aber zunächst nicht festzustellen. Die Schwaben spielten gut mit, hielten die Hausherren vom Tor fern und hatten sogar Chancen, selbst in Führung zu gehen. Den müde wirkenden Werdenfelsern, denen man die lange Fahrt nach Oberhausen noch deutlich anmerkte, gelang nicht allzu viel. Deshalb musste Fortuna mithelfen, als ein Schlenzer von Tyson Mulock durch einen Verteidiger ins Tor abgefälscht wurde. Kurz vor Drittelende folgte dann eine spielentscheidende Szene. Bei doppelter Überzahl ließ sich Stuttgarts Chris Schlenker zu einem Foul hinreißen und reklamierte anschließend, so dass er zusätzlich eine Disziplinarstrafe kassierte.

„Nach dieser Strafe mussten wir umstellen und haben dann innerhalb von drei Minuten drei Tore kassiert“, nannte Stuttgarts Trainer Roger Weißschuh die Ursache für den furiosen Start des SC Riessersee in den zweiten Spielabschnitt. Zweimal Ex-Wizard Andreas Klundt und Dave Noel-Bernier sorgten für die 4:0-Führung. Trainer Andreas Brockmann schien die richtigen Worte gefunden zu haben, denn die Weiß-Blauen spielten wie ausgewechselt. Während die Gäste kaum mehr ins Angriffsdrittel kamen, hatte der Sportclub Chancen im Minutentakt. Bis zur zweiten Pause erhöhten Josef Frank und Blaine Bablitz jeweils in Überzahl auf 6:0. Gäste-Goalie Konstantin Bertet konnte einem Leid tun. Bei zwei Treffern sah er nicht gut aus, wurde aber von seinen Vorderleuten zu häufig im Stich gelassen.

Der Schlussabschnitt änderte an der drückenden Überlegenheit der Hausherren nichts. „Meine Vorgabe war nur, hinten zu null zu spielen“, gab Andreas Brockmann seinen Schützlingen vor. Die hielten sich daran und sicherten stets gut nach hinten ab, so dass der an diesem Wochenende wenig beschäftigte Mark McArthur nur selten eingreifen musste. Mehr Arbeit musste sein Gegenüber verrichten. Konstantin Bertet machte reihenweise gute Einschussmöglichkeiten zunichte und so dauerte es bis zur 59. Minute, ehe doch noch der verdiente Treffer viel. Der wieder erstarkte Troy Stephens behauptete gegen drei Stuttgarter den Puck und hatte anschließend das Auge für Blaine Bablitz, der aus kurzer Distanz nur noch zum 7:0-Endstand einschießen musste.

Mit der Schlusssirene endete ein äußerst erfolgreiches Wochenende für den SC Riessersee. Zweimal konnte man zu null spielen, zwölf Tore selbst schießen und vor allem die wichtigen sechs Punkte einfahren. Die Erleichterung merkte man den Spielern sichtlich an. Minutenlang ließen sie sich feiern und die 1271 Fans hatten ihren Spaß. Ralph Bader staunte nur: „Wer hätte gedacht, dass heute 300 Zuschauer mehr kommen als gegen den Titelfavoriten Hannover letzte Woche?“. Der SC Riessersee ist zurück in der Erfolgsspur. „Doch es wartet noch viel Arbeit auf uns“, ließ sich Trainer Andreas Brockmann von den zwei Erfolgen nicht blenden und plante bereits die kommende Trainingswoche. Mit den Roten Teufeln aus Bad Nauheim gastiert am Freitag um 20 Uhr ein weiterer Gegner aus der unteren Tabellenregion in Garmisch, der aber nicht zu unterschätzen ist. (AL)