Nach dem desolaten Auftritt in Peiting heißt das Prinzip Hoffnung

Bären basteln am personellen FeinschliffBären basteln am personellen Feinschliff
Lesedauer: ca. 1 Minute

Geht den Neuwieder Bären auf der Zielgeraden die Luft aus? Erste Anzeichen gab es bei der 3:4-Heimniederlage gegen die Essener Moskitos am vergangenen Sonntag, als Trainer Fred Carroll seiner Mannschaft mangelnde Laufbereitschaft attestierte. Ausgerechnet beim Nachholspiel in Peiting am Dienstagabend, in dem die Neuwieder mit einem 1:4 noch ausgesprochen gut bedient waren, waren die Rheinländer völlig von der Rolle. Kein Einsatz, kein Zweikampfverhalten, kein Zusammenspiel, 60 Minuten ideenloses Nichts - die Bären waren völlig von der Rolle. Unisono reagierten die anwesenden Neuwieder Vorstandsmitglieder mit "Das war das schlechteste Drittel, das ich je gesehen habe" (Vorsitzender Roland Schell nach dem ersten Drittel in Peiting), "Ich würde am liebsten in der Kabine jetzt eine Ansprache halten" (Vorstandsmitglied Burkhard Weller) oder einem schweigenden Kopfschütteln, das ein Schleudertrauma hervorrufen könnte (Vorstandsmitglied Rüdiger Fuchs). Trainer Carroll bat nach der Schlusssirene Kapitän Ladislav Strompf sowie die Assistenzkapitäne Jens Hergt und Ole Kopitz zu sich, während die übrigen SCM-Cracks bereits in der Kabine verschwunden waren. Zu Carrolls lautstarken und gestenreichen Ausführungen hielt sich Ole Kopitz bedeckt: "Das ist mannschaftsintern." Der Neuwieder Übungsleiter wirkte auf der Pressekonferenz in Peiting relativ gelassen, auch wenn die Kritik, die zwischen den Zeilen versteckt war, kein gutes Bild von der Mannschaft abgibt. "Wenn man nur mit sieben Spielern spielt (Anmerkung: Der komplette Neuwieder Kader war in Peiting), kann man ein Spiel nicht gewinnen. Wir hatten die Hosen voll." Eine Panikstimmung vor dem entscheidenden Wochenende ist sicherlich fehl am Platz. Die Bären können das Ziel aus eigener Kraft nach wie vor erreichen; mindestens ein Punkt in Füssen und einen Dreier gegen Stuttgart vorausgesetzt. Ein Neuwieder Vorstandsmitglied meinte sarkastisch: "So wie die Mannschaft in Peiting gespielt hat, ist sie fürs Füssen-Spiel ganz gut ausgeruht." Was allerdings tags darauf nicht mehr ganz so sicher ist. Die enormen Reisestrapazen sorgen nun für einen Grippevirus im Neuwieder Lager. Das könnte schlimmstenfalls zu einer Absage eines oder beider Spiele führen. Solch ein Szenario wäre der "krönende" Abschluss einer überaus turbulenten Vorrunde aus Neuwieder Sicht. (lim)