München in Torlaune - Jann trifft dreifach gegen überforderte Kannibalen

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Die Erfahrung hat gelehrt, dass die Ergebnisse von Vorbereitungsspielen nicht überzubewerten sind. Was allerdings der EHC München am Sonntagabend mit dem klassenhöheren und von den Experten zum Mitfavoriten auf den Aufstieg erklärten Gast aus Landshut veranstaltete war a la boneur. 9:3 hieß es am Ende, und lediglich das Schwinden der Kräfte auf Münchner Seite bewahrte die Niederbayern vor einem zweistelligen Debakel. Überragender Mann war Münchens Nummer 9, Mario Jann, der seine starke Leistung mit drei blitzsauberen Treffern unterstrich.



Als der ehemalige Ravensburger Alexander Rusch nach wenigen Minuten zur Kannibalen-Führung traf, konnte man eigentlich von einem planmäßigen Spielverlauf ausgehen. Doch kurze Zeit später rang sich der Oberligist zu einem ebenso beherzten wie furiosen Sturmlauf auf, dessen Resultat drei Kisten binnen zweieinhalb Minuten waren. Thomas Vogl egalisierte, Super-Mario Jann legte nach und Neuzugang Beppi Eckmair manifestierte die Führung. Bei den Gästen waren fundamentale Begriffe wie Zuordnung und die Bereitschaft dagegenzuhalten Fremdwörter. Dazu machte Keeper Sebastian Vogl nicht den sichersten Eindruck. Er bekam den Vorzug vor Nolan McDonald.



In Abschnitt zwei das gleiche Bild. Überlegene spielstarke Münchner, die mit schnellem, schnörkellosen Aufbauspiel die Landshuter Verteidigung ein ums andere Mal aushebelten. Diese Überlegenheit schlug sich freilich auch in weiteren Treffern nieder. Erst traf Youngster Martin Schneider, kurz vor der Sirene sorgten Mario Jann und Florian Voller mit zwei Toren in 40 Sekunden für eine nie geahnte Deutlichkeit. Dieser erneute Doppelschlag sollte indes nicht der letzte an diesem Abend sein. Kaum lief die Uhr wieder, übten sich die Mannen von Schorsch Kink abermals erfolgreich im Ausnutzen niederbayrischer Orientierungslosigkeit. US-Boy Tim Leahy - zwei Tage zuvor durch erfolgreichen Faustkampf und dadurch bedingt verkürzte Einsatzzeit aufgefallen - zum Ersten, Floian Vollmer zum Zweiten, und damit insgesamt achten Male. Die knapp 1300 Zuschauer standen Kopf. Eine derartige Darbietung ihrer Mannschaft hatten wohl die kühnsten Optimisten nicht erwartet. Somit wechselte sich Euphorie und Staunen stetig ab. Und als Mario Jann, auffälligster Protagonist des Abends, wenig später seinen dritten Treffer markierte, bahnte sich für die Kufencracks aus der Dreihelmenstadt ein Debakel an. Nicht dem eignen Aufbäumen oder den Anweisungen von Interimscoach Bernd Truntschka war es zu verdanken, dass Schlimmeres verhindert werden konnte. Lediglich nachlassende Kräfte auf Münchner Seite, bedingt durch ein unglaubliches Tempo über zwei Drittel, bewahrten den Bundesligisten vor der Zweistelligkeit. Die Tore von Aki Tuominen und Erik Dylla in den Schlussminuten waren einzig Ergebniskosmetik. Der EHC zeigte auf dem Eis, warum er als Aufstiegsfavorit Nummer eins gehandelt wird. In dieser Form zurecht. (orab)

Tore: 1:0 (01:59) Rusch (Schinko), 1:1 (06:15) Vogl (Wedl, Leahy), 2:1 (07:40) Jann (Von Schilcher, Wedl), 3:1 (08:50) Eckmair (Schury, Steinmann), 4:1 (27:46) Schneider (Von Schilcher, Jann), 5:1 (37:26) Jann (Leahy, Von Schilcher), 6:1 (38:05) Vollmer Florian (Leahy, Kink), 7:1 (40:25) Leahy (Schneider, Von Schilcher), 8:1 (40:40) Vollmer Florian (Kink), 9:1 (42:41) Vogl (Von Schilcher, Jann), 9:2 (56:32) Tuominen (Hundhammer), 9:3 (59:18) Dylla (Brown)

Strafminuten: München 22, Landshut 24

Schiedsrichter: Hascher (Miesbach)

Zuschauer: 1296

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