Mit Minikader den Favoriten ins Wanken gebracht

"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz
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Man war nahe dran am Sonntagabend an einem Punktgewinn gegen den Aufstiegsfavoriten aus Hannover: mit 2:3 (1:0, 1:3, 0:0) und mit nur zehn Feldspielern angetreten verloren die Roten Teufel Bad Nauheim ihr Heimspiel gegen die Indians, die sich erneut schwer taten gegen ein Team aus dem unteren Tabellendrittel.

Die Hiobsbotschaften brachen an diesem Wochenende, an dem man glücklicherweise nur dieses eine Spiel zu absolvieren hatte, nicht ab: neben Kapitän Steffen Michel, Martin Prada (beide Gehirnerschütterung), Petja Pietiläinen (Schulterprellung), Patrick Schmitt, Bernd Naulin (beide Leistenverletzung) und Andreas Popp (Handprellung) fiel auch noch Stammtorhüter Ingo Schwarz aus. Er hatte im Training einen Check an den Kopf bekommen und klagte anschließend über Schwindelgefühle. Somit rückte erstmalig Mario d'Antuono von Beginn an zwischen die Pfosten, Reto Fröhlich stand als Backup an der Bande. Aber auch die Gäste mussten auf ihren ersten Torhüter Roman Kondelik verzichten, so dass Dennis Hipke wie schon im Hinspiel zum Zuge kam. Außerdem fehlten mit Cockburn und Welke zwei Spieler aufgrund von Sperren. RT-Coach Bill Lochead ließ von Beginn an lediglich mit zwei Blöcken agieren, so dass Mario Willkom und Juniorenspieler Christoffer Hurtik nicht zum Einsatz kamen. Trotz der numerischen Unterlegenheit ging es gleich beherzt zur Sache, und nach einem Check von hinten von Reiss an Eckmair musste der Indians-Verteidiger nach nur acht Sekunden für 2+10 Minuten auf die Strafbank. Das anschließende Powerplay verwandelte Larson nach nur 25 gespielten Sekunden zum frühen 1:0 für die Hausherren. Dieser Treffer tat natürlich dem Selbstvertrauen mehr als gut, und angesichts der nur sechs Stürmer ließ es sich damit auch wesentlich besser laufen. Hannover wartete weiter ab, wie sich das Spiel entwickeln würde, erst in der fünften Minute hatte Dahms die Chance zum Ausgleich, aber d'Antuono hielt mit Glück und Geschick den Schlagschuss, nachdem die Scheibe ihm von der Fanghand aus an den Pfosten sprang. Es blieb ein schnelles Spiel, das von beiden Seiten mit offenem Visier geführt wurde, was natürlich ganz nach dem Geschmack der Zuschauer war. Und es blieb vor allem ausgeglichen, denn die Hausherren kamen auch weiterhin zu Torchancen: einen Rebound nach einem Schuss von Saßmannshausen verfehlte Knihs nur knapp (8.), Barker verpasste das leere Tor nach einer Vorlage von Kainulainen (9.). Das 2:0 war also durchaus im Bereich des Möglichen, auch wenn Hannover dem Ausgleich nahe war. So musste Saßmannshausen bspw. gegen Feser klären (13.), oder d'Antuono gegen Rohde eingreifen (15.). Letztendlich nicht unverdient ging es aber mit der knappen Führung in die erste Pause.

Irgendwie war es aber klar, dass Hannover nun einen Gang höher schalten würde. Sie setzten die Nauheimer Defensive mit Beginn des Mitteldrittels unter Druck, und daraus resultierten Fehler. Stacey bekam die Scheibe nicht aus der Verteidigungszone, und der quirlige Meyer nutzte dies zum 1:1-Ausgleich (22.). Als die Teufel nur eine Minute später einen 2:1-Konter liefen, der Pass von Kainulainen auf Eckmair aber zu spät erfolgte, fuhren die Niedersachsen einen blitzsauberen Gegenzug. Gaudet legte auf Rohde, dieser spazierte durch die Hintermannschaft der Hessen und ließ d'Antuono beim 1:2 keine Chance. Doch die Gastgeber zeigten sich nicht geschockt: nach einem platzierten Schuss von Kainulainen musste Hipke sein ganzes Können mit einer tollen Parade aufbieten, sonst hätte es womöglich 2:2 gestanden (25.). Auch nach einem sehenswerten Solo von Eckmair stand der Schlussmann der Indians im Blickpunkt, als dieser erneut eingreifen musste (27.). Man war also nahe dran am Ausgleich, aber eine unnötige Strafe gegen Mader sollte diesem einen Strich durch die Rechnung machen. In Überzahl war es erneut Rohde, der am langen Pfosten auf den Pass von Gaudet wartete und dort zum 1:3 einnetzen konnte (34.). Für neue Motivation bei den zwei Blöcken der Hausherren sorgte exakt acht Sekunden vor der zweiten Pause das Anschlusstor durch Eckmair, der Hipke mit einem Schuss durch die Schoner zum 2:3 überraschte.

Somit war man also noch mal voller Hoffnung auf zumindest einen Zähler, der auch durchaus im Bereich des Möglichen war. Genährt wurden diese Hoffnungen zudem durch zwei 5:3-Überzahlsituationen, nachdem Hannovers Ciganovic aufgrund eines Stockstichs gegen Mader vorzeitig zum Duschen geschickt wurde. Zwar lief die Scheibe im Powerplay sehr ansehnlich, lediglich der Abschluss war das große Problem an diesem Abend und wie so oft in den Spielen dieser Saison. Die Indians überstanden die Situationen jeweils schadlos, so dass die Zeit den Gastgebern allmählich davon lief. Am Ende fehlte aber wohl auch die Kraft, um vielleicht doch noch den dritten Treffer zu erzielen. Zwar versuchte es Lochead noch einmal und nahm seinen Goalie in der letzten Minute vom Eis, die Gäste brachten das Resultat aber geschickt über die Zeit. Die Roten Teufel hatten zwar am Ende drei Punkte verloren, das Spiel selber war nicht zuletzt aufgrund des großen Einsatzes der verbliebenen Aufrechten mehr als ansehnlich. Wenn das Team die ganze Saison über so gekämpft und gespielt hätte, würde man sich in der Tabelle sicherlich auf einem höheren Platz wieder finden. Letztendlich beweist es aber, dass man mit ein paar Verstärkungen, die in Kürze geholt werden sollen, konkurrenzfähig sein kann.

STIMMEN ZUM SPIEL:

Greg Thomson: "Bad Nauheim hat es durch die vielen Ausfälle nicht gerade leicht gehabt, aber sie waren dennoch sehr unangenehm zu spielen. Wir haben heute viele Chancen gehabt, haben diese aber nicht konsequent genutzt. Im letzten Drittel kam unsererseits dann ein bisschen Glück dazu, dass wir nicht noch den Ausgleich kassiert haben, so dass ich unter dem Strich natürlich mit den Punkten sehr zufrieden bin."

Bill Lochead: "Das war heute eine Superleistung meines Teams. Ich würde sogar sagen, dass das die beste Leistung, was Einsatz und Wille anbelangt, seit meinem Amtsantritt war. Wir hatten Gelegenheit zum Sieg, es fehlt aber einfach ein Torjäger. Wir hätten noch Stunden 5 gegen 3-Überzahl spielen können und hätten das Tor nicht getroffen. Wir müssen deswegen am Personal arbeiten, heute hingegen konnte man nicht mehr erwarten. Es war ein insgesamt faires Spiel, zu dem auch der Schiedsrichter beigetragen hat. Solch einen Referee hätte ich auch gerne mal bei einem Spiel in Bayern. Auch Mario war heute super, es war auch für ihn nicht leicht, aber er hat seine Sache sehr gut gemacht.

Tore: 1:0 (0:25) Larson (Kainulainen, Eckmair/5-4), 1:1 (21:43) Meyer (Ciganovic, Draxler), 1:2 (23:30) Rohde (Gaudet, Owens), 1:3 (33:22) Rohde (Gaudet, Rask/5-4), 2:3 (39:52) Eckmair (Larson, Kainulainen). Strafen: Bad Nauheim 6, Hannover 10 + 10 (Reiss) + 5 + Spieldauer (Ciganovic). Zuschauer: 802.

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