Mit ausgeglichener Bilanz ins Play-off-Finale

"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz
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Das Play-off-Finale in der Oberliga Nord zwischen dem EC Bad Nauheim und den Hannover Indians kann beginnen. Los geht es am Gründonnerstag, 9. April, um 19.30 Uhr bei den Heimrecht besitzenden Niedersachsen, das erste Heimspiel dieser Best-of-Five-Serie (drei Siege zum Titel nötig) bestreiten die Roten Teufel zwei Tage später am Karsamstag, 11. April, ebenfalls um 19.30 Uhr. Spiel drei findet dann am Ostermontag, 13. April, um 19.30 Uhr im Eisstadion am Pferdeturm statt. Sofern die Spiele vier und fünf notwendig werden, stünden diese am Mittwoch, 15. April, im Colonel-Knight-Stadion um 20 Uhr sowie am Freitag, 17. April, um 19.30 Uhr in Hannover auf dem Programm.

Sechs Mal trafen beide Teams in der Hauptrunde aufeinander. Ausgeglichener könnte die Bilanz nicht sein, denn beide Mannschaften gewannen jeweils drei Mal bei einem Torverhältnis von 23:36 zugunsten der Indians. Drei Partien endeten mit jeweils einem Tor Unterschied bzw. nach Verlängerung / Penaltyschießen, zwei Mal konnten die Roten Teufel etwas deutlicher (5:2 und 5:3) gewinnen. Lediglich das letzte Punktspiel ging mit 9:2 mehr als deutlich an Hannover, was aber kein Maßstab für das Finale sein dürfte. Als Top-Torschütze der Hannoveraner hat sich gegen die Roten Teufel der Kanadier Kyle Doyle herauskristallisiert, der in den Partien gegen die Hessen 12 Punkte (6 Tore, 6 Vorlagen) für sich verbuchen konnte. Sein Landsmann Bryan Phillips bringt es immerhin auf vier Tore und fünf Assists, so dass auf diese beiden ein besonderes Augenmerk gelegt werden muss. Erst in der Saison wechselte der Ex-Teufel Dan Del Monte zu den Niedersachsen, der lediglich drei Mal gegen seinen ehemaligen Verein antrat und dabei sechs Punkte markierte. In den Playoffs hat er sich bislang aber zum Topscorer mit 13 Zählern (1 Tor, 12 Vorlagen) gespielt, während der zweite namhafte Neuzugang Rob Hisey (einst Hannover Scorpions) Abnehmer seiner Vorlagen ist und damit schon elf Scorerpunkte markieren konnte. Dieses Top-Gespann plus Stürmer Adam Dewan gilt es auszuschalten, um gleichzeitig die Verteidigung rund um Brad Bagu und Kollegen ihrerseits unter Druck zu setzen. Zudem haben die Indians ein echtes Luxusproblem, denn gleich fünf Ausländer stehen zur Verfügung, so dass einer auf der Tribüne wird Platz nehmen müssen, nachdem alle Mann an Bord sind. Somit kann ECH-Trainer Joe West aus dem Vollen schöpfen und vier starke Blöcke auf das Eis schicken.

Auch bei den Hessen sind alle Spieler dabei, wobei aller Voraussicht nach wie zuletzt im Halbfinale lediglich drei Blöcke spielen werden, so dass die vierte Reihe zunächst mit der Reservistenrolle vorlieb nehmen muss. Vor allem Kevin Lavallee dürfte sich auf Hannover freuen, traf er gleich sechs Mal in den Kasten der Indians. „Wir wollen das Finale gewinnen und werden alles daransetzen, dass uns dies gelingt“, sagt stellvertretend für das Team Stürmer Jan Barta. „Die Mannschaft ist extrem heiß auf den Titel, und wir freuen uns auf das erste Spiel in Hannover“, so Barta weiter. Er und seine Akteure werden auf ein mit über 4600 Besuchern ausverkauftes Stadion am Pferdeturm treffen, in dem die Stimmung dementsprechend kochen wird. Aber Teufel sind die Hitze bekanntlich gewöhnt, zudem hat man in ähnlicher Atmosphäre den vermeintlichen Favoriten am 7. Dezember letzten Jahres mit einem Minikader von nur 13 Feldspielern an gleicher Stelle mit 5:3 besiegen können. Ein solches Resultat wäre nach dem ersten Finalmatch natürlich optimal, wie überhaupt der ersten Partie eine besondere Bedeutung zukommt. Der Sieger kann den Gegner im zweiten Spiel am Samstag im Colonel-Knight-Stadion bereits enorm unter Druck setzen und sich somit einen psychologischen Vorteil erarbeiten. „Ich sehe uns in der Außenseiterrolle - aber die liegt uns bekanntlich“, sagt EC-Coach Fred Carroll vor dem Finale gegen seinen ehemaligen Verein, wohin ihn eine Freundschaft zu seinem Pendant Joe West nach wie vor verbindet. Somit sind auch für ihn die Partien gegen die Indians etwas ganz Besonderes.