Miesbach: Zurück zu Bayernliga und Begeisterung

Miesbach verpflichtet Klett und BaumerMiesbach verpflichtet Klett und Baumer
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Vielleicht waren es gerade die Turbulenzen der vergangenen Oberliga-Saison, die den Vorstand des TEV Miesbach dazu bewogen haben, einen Schritt in die andere Richtung zu gehen. Am Freitagmittag noch hatte der Vorsitzende Dieter Taffel die Lizensierungsunterlagen der Eishockey-Spielbetriebsgesellschaft für die Oberliga 2009/2010 erhalten – wieder ohne Angaben zu Modus, Ablauf oder sonst irgendwelchen Details. Ein paar Stunden später verkündete Taffel den rund 170 zur Abschlussfeier geladenen Gästen im Bayerischen Hof den Beschluss des Vorstandes: Der TEV nimmt das Abstiegsrecht wahr und verlässt die Oberliga in Richtung Bayernliga.

Dabei war dem Vorstand wie dem neuen Trainer Markus Wieland vor allem eines wichtig: die Begeisterung für Eishockey zurückzubringen, in die Mannschaft wie nach Miesbach überhaupt. Die vergangene Saison mit ihren über 60 Spielen quer durch die Bundesrepublik dürfte eine der chaotischsten des TEV gewesen sein. „Drei Trainer haben wir verschlissen, dann 33 Spieler, davon sechs Torwarte gehabt, so viel wie nie zuvor“, berichtete Taffel.

Unterhaltsam und nicht ohne Galgenhumor blickte der Vorsitzende zurück. Der sportliche Erfolg habe zu wünschen übrig lassen: „Heuer haben wir entweder klar verloren oder trotzdem verloren.“ Einen Podestplatz belegte der TEV immerhin in der Kategorie Strafen: Mit 1481 Minuten rangieren die Miesbacher auf Platz zwei in der Oberliga. „Oberlandler langen halt gscheit hin“, bemerkte Taffel trocken. Apropos Strafen: Allein die Ausgaben für Schiedsrichter beliefen sich in der vergangenen Saison auf 25 000 Euro. Und der finanzielle Aufwand war schließlich einer der Hauptgründe, weshalb sich der Vorstand zu diesem denkwürdigen Schritt zurück entschlossen hatte: Der pekuniäre Unterschied zwischen Oberliga und Bayernliga betrage immerhin 50 000 bis 80 000 Euro. Allein die Beschäftigung von Profis – in der Oberliga waren es bis zu fünf, in der Bayernliga bis zu zwei –, mit allem, was dazugehört, koste ihren Teil. Und die Attraktivität der vierthöchsten deutschen Liga mit Vereinen wie EHC Waldkraiburg, TSV Erding oder ESC Dorfen sei nicht geringer: Der TSV Peißenberg beispielsweise fühlt sich mittlerweile so wohl in der Klasse, dass er nicht einmal mehr aufsteigen will. Belohnt wurde das vor allem von den Fans, die in Scharen zurückkamen. Und genau diese Begeisterung will der neue Trainer Markus Wieland in die Kreisstadt zurückbringen: „Ich möchte, dass der Funken überspringt. Ich bin nicht der super-autoritäre Typ und will den Draht zur Mannschaft über den Spaß am Sport. Und ich glaub’, das ist ein guter Haufen.“

Neben Routiniers wie Sebastian Deml, Ronny Martin und Andreas Veicht kann der ehemalige Nationalspieler auf junge Kräfte wie Waldemar Detterer und Marinus Kritzenberger bauen. Sie haben für die nächste Saison ebenso unterschrieben wie die Neuzugänge Nikolas Oppenberger, der beim TEV Miesbach ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert, Andreas Baumer aus Landshut und Sebastian Klett aus Germering.

Kapitän Florian Leitner hatte bereits schon während der Oberliga-Saison bekundet, dass er zum TEV steht, egal, wie der Vorstand sich entscheide: „Für den Verein ist das sicher das Beste. Für mich hat Miesbach die besten Betreuer und Eismeister, die es gibt. Es war alles perfekt, deshalb werde ich meine Karriere auch beim TEV beenden.“ Doch bevor es soweit ist, will er noch viel Spaß haben mit seiner Mannschaft in der Bayernliga.