Michael Heichele verstärkt Wizards-Defensive

Wizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der SonneWizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der Sonne
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Nach fünf Trainingseinheiten auf dem glatten Parkett und den Eindrücken aus dem ersten Testspiel beim SC Mittelrhein-Neuwied am Samstag, in dem es eine knappe 1:2-Niederlage gab, zog Wilbert Duszenko, Trainer des Eishockey-Oberligisten Stuttgart Wizards, ein positives Fazit zum Saisonauftakt: „Wir haben heuer eine hungrige Mannschaft, in der insbesondere die neuen Spieler bereit sind, hart für den Erfolg zu arbeiten“, erklärte der Übungsleiter am Montag Abend im Rahmen eines öffentlichen Eistrainings und Pressegesprächs auf der Stuttgarter Waldau. Auf dem Eis schwitzte auch Verteidiger Michael Heichele, der nach überzeugenden Leistungen in den zurückliegenden Trainingseinheiten und in Neuwied einen Vertrag bei den Württembergern erhält. Der ehemalige Bayreuther soll dazu beitragen, dass die Defensive der Wizards noch schwerer zu knacken sein wird als im vergangenen Jahr.



Der 23 Jahre alte Abwehrspieler Heichele hat vor vier Jahren bei den Augsburger Panthern in zwölf Einsätzen DEL-Luft geschnuppert und in den vergangenen beiden Oberliga-Spielzeiten vor allem durch Konstanz beeindruckt. Beim EC Atlantis Ulm/Neu-Ulm (2002/2003) und den Bayreuth Tigers (2003/2004) kam er auf 108 Einsätze, verpasste also in zwei Jahren kein einziges Pflichtspiel. Wizards-Coach Wilbert Duszenko über den neuen Mann: „Ich bin mir sicher, dass er der Mannschaft weiter helfen wird. Er hat das Zeug dazu, ein zuverlässiger Verteidiger zu werden. Für uns ist es außerdem erfreulich, dass er sich mit einem leistungsbezogenen Vertrag einverstanden erklärt hat.“



Nach fünf Einheiten Eistraining ist der Coach zufrieden mit seiner Truppe: „Die Jungs arbeiten gut, vor allem die neuen deutschen Spieler Michel Maaßen, Manuel Weibler, Andreas Klundt und Thorsten Fischer haben den Willen, hart zu arbeiten. Solche Typen brauchen wir.“ Der 17-jährige Verteidiger Fischer wird allerdings bis Samstag nicht auf der Waldau trainieren, da er von Nachwuchs-Bundestrainer Jim Setters ins Aufgebot der deutschen U 18-Nationalmannschaft für einen Lehrgang in Füssen berufen wurde. Weil außerdem John Sicinski mit Muskelfaserriss für die Testspiele am Wochenende gegen den EHC Chur und die Steelers aus Bietigheim ausfällt, kehrt mit Matt Holmes ein bekanntes Gesicht als Try-Out-Spieler nach Stuttgart zurück, der in den beiden Partien voraussichtlich den Sturm verstärken wird. Die Matches gegen das Team aus der Schweizer Nationalliga B und den deutschen Zweitligisten sollen den Wizards alles abverlangen: „Da wird die Mannschaft richtig gefordert und jeder kann zeigen, was in ihm steckt“, so Trainer Wilbert Duszenko.



Verlassen kann sich der Tölzer auf drei Schlüsselspieler aus der abgelaufenen Spielzeit. Mit Sicinski, Jeff White und Tyrone Garner haben drei Leistungsträger ihre Verträge verlängert, auf die auch die Gegner ihr Augenmerk richten werden. „Natürlich wird alles an diesen Spielern gemessen“, weiß Duszenko, „sie werden einem großen Druck stand halten müssen.“ Stellvertretend erklärte Goalie Garner, warum das kein Problem sein dürfte: „Stuttgart und ich haben die gleichen Ziele. Wir wollen uns immer weiter verbessern, wollen immer weiter nach oben. Das Team ist gut, im Training ist viel Tempo drin. Alle sind bereit, noch härter zu arbeiten als im letzten Jahr.“



In welche Tabellenregionen die Wizards vorstoßen werden, hängt davon ab, wie der Kader zum ersten Saisonspiel am 17. September in Miesbach aussehen wird. „Wir spielen in einer starken Liga mit sehr starken Gegnern“, warnte der Coach vor übertriebenen Erwartungen. „Wenn wir den Kader nicht gezielt verstärken, werden wir Schwierigkeiten haben, den Einzug in die Meisterrunde zu schaffen. Es ist aber unser erklärtes Ziel, die Meisterrunde zu erreichen, um die wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Wizards und damit Eishockey in Stuttgart in den nächsten 24 Monaten für Sponsoren noch interessanter wird.“ Die Zauberer liebäugeln schließlich mit Heimspielen in der Neuen Arena Stuttgart, die bis April 2006 am Cannstatter Wasen gebaut wird. „Fakt ist aber“, ergänzte Duszenko, „dass wir die zwei vakanten Ausländerpositionen mit Top-Leuten besetzen müssen, um oben mitspielen zu können.“ Gerüchte, die auf Spielerverpflichtungen aus dem drohenden Lock-Out der NHL zielen, räumte er beiseite: „Das ist kein Thema für uns. Für so einen Spieler kostet allein die Versicherung 20.000 Euro. Wir können und wollen jedoch kein finanzielles Risiko eingehen und die Positionen nur besetzen, wenn uns die Spieler wirklich weiterhelfen und auch finanziell ins Konzept passen. Noch haben wir Zeit, denn entscheidend ist, dass zum ersten Spiel in Miesbach eine schlagkräftige Mannschaft auf dem Eis steht. Außerdem können wir bis zum 15. Januar 2005 noch immer personell nachlegen“, so Duszenko. Dann erst nämlich schließen die Transferlisten.



Zunächst gilt die ganze Konzentration der Blau-Gelben jedoch den anstehenden Testspielen. Am kommenden Freitag, 27.08.2004, ist um 20.00 Uhr der EHC Chur aus der Schweizer Nationalliga B zu Gast auf der Stuttgarter Waldau, ehe die Wizards am Sonntag, 29.08.2004, 18.00 Uhr, den Zweitligisten SC Bietigheim-Bissingen zum Lokalderby in Stuttgart empfangen. In den beiden interessanten Vergleichen hoffen die Wizards auf lautstarke Unterstützung durch zahlreiche Fans, die ihr Team nach vorne peitschen.

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