Letzte Tests vor Beginn der Abstiegsrunde

"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz
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Zwei echte Härtetests vor der in acht Tagen beginnenden Abstiegsrunde haben die Roten Teufel Bad Nauheim an diesem Wochenende in der Oberliga zu absolvieren: am Freitag ab 19:30 Uhr gastiert zunächst der ETC Crimmitschau zum letzten Vorrunden-Heimspiel im Colonel-Knight-Stadion, bevor das Gastspiel am Sonntag in Füssen ein Vorgeschmack auf die Playdowns sein wird, in denen sich beide Teams noch zweimal wiedersehen werden.

Ein absoluter Top-Gegner gibt am Freitag seine Visitenkarte im Bad Nauheimer Kurpark ab: die Eispiraten aus Crimmitschau sind drauf und dran, den sofortigen Wiederaufstieg in die Bundesliga zu schaffen, was sie nach Möglichkeit mit Platz eins der Vorrunde unterstreichen wollen. Derzeit liegt das Team vom früheren DEL-Coach Gunnar Leidborg zwar „nur“ auf dem vierten Tabellenplatz, allerdings haben Ravensburg und Hannover die Vorrunde bereits beendet, so dass die Westsachsen bei zwei Punkten Rückstand heute bereits die Tabellenführung zurückerobern können. Einzig der EV Landsberg, der ebenfalls noch zwei Spiele absolvieren muss, kann den Ostdeutschen bei aktueller Punktgleichheit diesen inoffiziellen Titel noch streitig machen.

Dabei sah es zu Beginn der Saison nicht unbedingt nach diesem Zwischenziel aus: Platz neun belegte man nach einem Drittel der Vorrunde, und es gab große Diskussionen in den Medien und bei den Fans, wie es mit dem ETC weitergehen soll. Spielernamen und auch der Trainer wurden in Frage gestellt, denn nach den Verpflichtungen u.a. des früheren Frankfurters Vadim Slivchenko, von Torjäger Derek Switzer (Hannover), des norwegischen Nationalspielers Marius Trygg oder auch des in Bad Nauheim bestens bekannten Doug Murray, der letzte Saison Topscorer der Oberliga wurde, hatte man sich einfach mehr erwartet. Nicht zuletzt der erfahrene Gunnar Leidborg bat aber um Ruhe und Zeit, um aus den vielen Individualspielern ein Team zu formen, und dies gelang dem Schweden offenkundig. Seit dem 14.Spieltag ging es stetig bergauf mit den Eispiraten, die vor 14 Tagen nach 16 Siegen in Folge sogar die Tabellenspitze übernahmen. Nicht zuletzt auch durch die Treffer von Slivchenko und Murray, die zusammen bereits 89 Scorerpunkte markiert haben, kam der Aufschwung, inzwischen verfügt das Team vom Sahnpark über den drittbesten Angriff der Liga. Prunkstück der Westsachsen ist hingegen die Abwehr, die ganz im Stil des schwedischen Trainers agiert und mit 74 Gegentoren die beste Defensive der gesamten Oberliga darstellt. Namen wie Roman Veber (ehemals Wolfsburg), Christian Völk (Bietigheim), Christoph Klotz (Garmisch) oder auch Martin Masak (Dresden) sind die Garanten hierfür, hinzu kommen nur wenige Strafzeiten und kaum Powerplay-Situationen für den Gegner, denn die ETC’ler liegen mit durchschnittlich 18,7 Strafminuten pro Spiel auf Platz eins dieser Wertung. Im Gegenzug verwandeln die Eispiraten über 24 Prozent ihrer Überzahlspiele und liegen in dieser Wertung nur von Landsberg geschlagen auf Platz zwei. Markant ist auch die Auswärtsbilanz der Eispiraten: nur vier Mal in 16 Spielen gingen sie als Verlierer vom fremden Eis, dies unterstreicht die Kompaktheit der Mannschaft, die regelmäßig mit vier Blöcken spielen und bei Bedarf auf drei Top-Reihen umstellen kann.

Zu diesem letzten Vorrunden-Heimspiel haben die Roten Teufel noch einmal mobil gemacht: alle Sportvereine der Region sind mit ihren Nachwuchsmannschaften eingeladen und haben kostenlosen Eintritt. Mehr als 1.500 Interessierte haben sich hierfür angemeldet, was den Stellenwert des Bad Nauheimer Eishockeys unterstreicht. Vielleicht kommt ja der ein oder andere in der Abstiegsrunde wieder, um die Kurstädter im Kampf um den Klassenerhalt zu unterstützen. Eine Tombola mit tollen Preisen (u.a. eine Reise ins Disneyland Paris) wird es an diesem Abend geben, weitere Aktionen sind geplant. Somit sollte die 2.000er-Zuschauermarke gegen die Westsachsen geknackt werden, so dass es zum Ende einer langen Vorrunde noch einmal eine gute Kulisse geben dürfte.

Am Sonntag in Füssen trifft das Lochead-Team dann auf einen Gegner, der in der Abstiegsrunde ein direkter Konkurrent sein wird. Zwar hat Interimscoach Georg Holzmann – er vertritt kurzfristig den erkrankten Franz-Josef Baader – die Meisterrunde nur knapp verfehlt, in Hinblick auf die Playdowns wird man die Kräfte jedoch ausloten wollen. Beide Teams möchten ein Zeichen setzen, um dem jeweils anderen zu zeigen, dass mit einem zu rechnen sein wird. Das Hinspiel in der Kurstadt verloren die Roten Teufel nur knapp mit 1:2 nach Penaltyschießen, Petja Pietiläinen war damals der Torschütze des einzigen Bad Nauheimer Treffers.

Personell wird RT-Coach Bill Lochead an diesem Wochenende voraussichtlich aus dem Vollen schöpfen können, auch wenn er gerne einen weiteren Spieler in die Kurstadt gelockt hätte. Nach der Absage des Essener Verteidigers Peter Baumgartner sowie den offensichtlich gescheiterten Vertragsverhandlungen mit Stefan Schaidnagel muss der Kanadier auch weiterhin in der Defensive improvisieren, zumindest Brian Stacey ist nach seinem Kurzbesuch in Kanada wieder zurück in Bad Nauheim. Sofern Russell Spence nach seinen guten Leistungen vom vergangenen Wochenende wieder in der Abwehr aushelfen wird, stünden somit drei Verteidigerpaare zur Verfügung. Im Sturm wird Peppi Eckmair nach abgesessener Sperre wieder für Angriffsdruck sorgen, um den Gegnern Paroli zu bieten.


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