Klaus Feistl: „Es wird nichts für schwache Nerven“

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Die 2:3 (0:1, 2:0, 0:2)-Niederlage zum Auftakt in die Play-down-Serie gegen Rosenheim haben sich die Black Hawks Passau selbst zuzuschreiben. Denn bei den Starbulls präsentierten sie sich als ebenbürtiger Gegner, machten den Gastgebern das Leben schwer und verpassten eine gute Chance, mit einem Sieg in die Best-of-Seven-Serie „best of seven“ zu starten. Am Rande der Bande hatte die medizinische Abteilung alle Hände voll zu tun, gleich mehrere Spieler zogen sich Blessuren zu. „Alles halb so wild, jammern gibt es bei mir nicht“, winkte aber Trainer Klaus Feistl ab, der davon ausgeht, am Karsamstag seinen kompletten Kader aufbieten zu können.

„Nur ein Spiel, ansonsten ist nichts verloren“, gab sich Hawks-Coach Klaus Feistl bei der Pressekonferenz in Rosenheim weiter zuversichtlich. Auch wenn ihn die Niederlage wurmte. „Wir hatten es selbst in der Hand.“ Denn statt die eigenen Chancen zu nutzen, erlaubten sich die Hawks mehrere unnötige Fehler und kassierten bei eigener Überzahl den entscheidenden dritten Treffer. Dabei hatten sie die Starbulls meist im Griff, allerdings wirkten auch die Gastgeber nervös und durch viele Ausfälle geschwächt. Deutlich zu sehen an Janne Kujala, der zwar gegen seinen Ex-Verein dabei war, aber unübersehbare Schwierigkeiten mit seinem lädierten Knie hatte.

Das erste Ausrufezeichen in Rosenheim setzte Passaus Kapitän Mike Muller. Ein satter Schlagschuss von ihm landete aber nur am Innenpfosten (3.). Vor dem eigenen Gehäuse standen die Verteidiger sicher, erst als sich die Hawks selbst dezimierten, schlugen die Starbulls Kapital. Ruben Kapzan und Christian Setz saßen in der Kühlbox, als Vitalij Blank einen Abpraller zur Rosenheimer Führung verwertete (7.). Danach agierten die Hausherren druckvoller als die Hawks, die kaum Wege ins Angriffsdrittel fanden. Zu allem Überfluss krachte Vladimir Gomow mit voller Wucht in die Bande und konnte nur mit Mühe wieder zur Bank zurück kehren (13.). „Diese leichten Verletzungen interessieren mich gar nicht. Wir haben Playoffs, am Karsamstag wird wieder gespielt“, gab sich Trainer Klaus Feistl hinterher als harter Hund. Sein Gegenüber Franz Steer pflichtete ihm mit einem Zitat eines ehemaligen gemeinsamen Trainers bei: „Krank ist man erst, wenn man im Krankenhaus liegt!“ Ein Lacher in der Pressekonferenz, der aber auch zeigt, wie verbissen beide Mannschaften den Kampf um den Klassenerhalt führen. So konnten sich die Hawks nach und nach aus der Rosenheimer Umklammerung befreien und mehr Spielanteile erobern. Zählbares ergab sich aber erst nach der ersten Pause. Zunächst vollendete Fabian Hadamik in Überzahl geschickt eine schnelle Kombination über Alex Gantschnig und Miro Dvorak (28.). Wenig später war ein gut aufgezogenes Powerplay nicht von Erfolg gekrönt und Basti Werner scheiterte mit einem Break in Unterzahl am guten Keeper Philipp Grubauer. Allerdings hatten auch die Starbulls einige gute Gelegenheiten, so dass Trainer Franz Steer die von Rosenheimer Seite konstatierte Passauer „Überlegenheit“ relativierte: „So habe ich das nicht gesehen.“ Kurz vor der zweiten Drittelpause gingen die Hawks doch noch in Führung. Mike Muller ließ sich bei angezeigter Strafe nicht bremsen, 2:1 (38.) – die Hawks schienen auf dem Weg zur Überraschung. Im Schlussdrittel ging die Fehlerquote aber wieder nach oben, bereits gut drei Minuten nach Wiederbeginn glich Simon Wenzel aus (44.), Keeper Jozef Ondrejka machte dabei keine gute Figur. In der Folge entwickelte sich phasenweise ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Das entscheidende 2:3 aus Sicht der Hawks fiel aber zu einem unerwarteten Zeitpunkt, nämlich bei Passauer Überzahl. Ein unnötiger Scheibenverlust, ein schneller Konter und der eiskalte Abschluss von Stephen Gottwald brachten die Rosenheimer Führung (51.), die bis zum Schluss halten sollte. Selbst als Jozef Ondrejka einem zusätzlichen Angreifer Platz machte, wollte der Puck nicht mehr hinter die Rosenheimer Linie. „Mir war klar, dass es eine enge Kiste werden würde. Aber wir hatten extreme Schwächen in Überzahl, hoffentlich bekommen wir das bis zum Ende der Serie in den Griff“, analysierte Klaus Feistl. Franz Steer ärgerte sich dagegen über „die dumme Spielweise“ seiner Mannschaft, „die sich nicht an den von mir vorgegebenen Plan gehalten hat.“

Die Fans im Passauer „IceGate“ dürfen sich am Karsamstag (19:30 Uhr) also auf ein überaus spannendes Spiel freuen, bei dem die Chancen recht ausgeglichen verteilt sein werden. Die Hawks haben gezeigt, dass sie sich keineswegs kampflos ihrem Schicksal hingeben müssen und werden. Für beste Stimmung sorgen wohl auch Anhänger aus Rosenheim, die sich mit mehreren Bussen angekündigt haben. Während der Drittelpausen dürfen sich die „Young Hawks“ über Auszeichnungen freuen, Klein- und Kleinstschüler werden für ihr hervorragenden Saisonleistungen geehrt.

Tore: 1:0 (6:43) Blank (Gottwald, Gegenfurtner) [+2], 1:1 (27:08) Hadamik (Gantschnig, Dvorak) [+1], 1:2 (37:58) Muller (Hughes, Werner), 2:2 (43:28) Wenzel (Rohner), 3:2 (50:54) Gottwald (Eemard) [-1]. Strafen: Rosenheim 10 + 10 (Blank), Passau 10 + 10 (Setz). Zuschauer: 1406.

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