Kempten bestraft Überheblichkeit der Wizards

Wizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der SonneWizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der Sonne
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Trainer Wilbert Duszenko hatte immer wieder davor gewarnt, die EA Kempten auf die leichte Schulter zu nehmen. Seine Warnungen verhallten bei den Stuttgart Wizards offenbar ungehört. Beim Tabellenvorletzten unterlag sein Team am Freitagabend 2:3 (0:1, 1:2, 1:0) und rutschte dadurch auf den achten Tabellenplatz ab. Am Sonntag im Heimspiel gegen den SC Mittelrhein-Neuwied (21. Dezember, 18:45 Uhr) müssen die Zauberer nun zeigen, was wirklich in ihnen steckt. Nur mit einem Sieg bleibt der Anschluss an Rang fünf und damit die Chance auf die Teilnahme an der Meisterrunde erhalten. Die Kemptener Eisbären mussten in der vergangenen Woche Insolvenz anmelden, spielen seitdem aber wie befreit auf. Nach dem EHC München, der am Sonntagabend 0:4 unterlag, bekamen dies nun auch die Wizards zu spüren. Im ersten Drittel waren die Hausherren das bessere Team und hatten zahlreiche hochkarätige Möglichkeiten. Bereits in der dritten Minute traf Jukka Ollila im Powerplay zum 1:0. Auch in der Folgezeit blieb Kempten brandgefährlich, scheiterte aber ein ums andere Mal an Stuttgarts Goalie Tyrone Garner. Die Wizards ließen in der ersten Viertelstunde die zum Erfolg nötige Einstellung vermissen, die Zweikämpfe wurden nicht angenommen und Kempten hatte zu viel Freiraum. Die Gastgeber wirkten hungriger. Erst kurz vor Ende der ersten 20 Minuten kam Stuttgart zu ersten Chancen, die Kemptens Torhüter Jochen Reimer jedoch allesamt parierte. Zu Beginn des zweiten Drittels waren die Wizards noch gar nicht richtig auf dem Eis, als Kempten schon wieder jubelte: mit einem Doppelschlag innerhalb von 59 Sekunden (22./23.) erzielten Hans-Jürgen Becker und Eric Nadeau die Eisbären-Treffer zwei und drei - 0:3 aus Stuttgarter Sicht. Damit war die Partie bereits entschieden. Nach dem hohen Rückstand fand Wizards-Coach Duszenko offensichtlich die richtigen Worte, um seine Mannen wachzurütteln. Die Württemberger schienen nun begriffen zu haben, dass es ein Fehler war, Kempten - trotz aller Probleme im Umfeld - zu unterschätzen. Die Wizards gingen engagierter in die Zweikämpfe und kamen auch zu mehr Tormöglichkeiten. Dies waren zumeist jedoch Einzelaktionen, und Kemptens Goalie Jochen Reimer ließ sich zunächst nicht überwinden. Erst in der 26. Minute musste er das erste Mal hinter sich greifen, als Routinier Andrej Jaufmann im Powerplay das 1:3 erzielte. Bei den dezimierten Kemptener Eisbären, die mit nur 15 Spielern angetreten waren, schwanden nach einer guten halben Stunde mehr und mehr die Kräfte und die Wizards übernahmen zunehmend die Initiative. Zählbares sprang trotz etlicher guter– im zweiten Drittel nicht mehr heraus. Auch im Schlussdrittel wirkte Kempten ausgepowert. Die Wizards hatten so zwar mehr Raum und mehr Chancen, konnten daraus zunächst aber kein Kapital schlagen. In der 47. Minute gelang wiederum Andrej Jaufmann das 2:3 in Überzahl - nun ging ein Ruck durchs Team. Die Wizards gaben noch einmal Gas und drängten auf den Ausgleich. Kempten stand jedoch sicher in der Defensive und störte die Stuttgarter früh im Spielaufbau.

Nichtsdestotrotz erspielten sich die Wizards vor allem in den letzten zehn Minuten etliche "Hundertprozentige", trafen dabei allerdings selbst das leere Tor nicht, oder aber Kemptens starker Torwart Jochen Reimer war zur Stelle, um den Erfolg der Eisbären über die Zeit zu retten. "Heute hat sich einmal mehr gezeigt, dass meine Mannschaft zwei Gesichter hat. Wir sind auswärts zu sorglos. Vor allem im ersten Drittel haben wir dem Gegner zu viel Raum gelassen, das war letztlich entscheidend. Nach dem 0:3 haben wir dann Eishockey gespielt und es wurde noch mal spannend, doch so kann man in Kempten nicht gewinnen", sagte Trainer Duszenko, hob zugleich aber das Stuttgarter Powerplay positiv hervor, das heute zu zwei Treffern führte. Erleichtert zeigte sich nach dem Sieg EAK-Coach Georg Holzmann "Das Team ist bewundernswert. Es hat trotz der schwierigen Situation Charakter gezeigt, davor habe ich großen Respekt. Wir waren in den Zweikämpfen bissiger und auch taktische Vorgaben hat die Mannschaft nahezu perfekt umgesetzt. Wir haben heute verdientermaßen gewonnen." Tore: 1:0 (2:15) Jukka Ollila (Jonas Rudberg) 5-4, 2:0 (21:24) Hans-Jürgen Becker, 3:0 (22:23) Eric Nadeau (Jukka Ollila), 3:1 (25:03) Andrej Jaufmann (Jeff White, John Sicinski) 5-4, 3:2 (46:09) Andrej Jaufmann (John Sicinski, Jeff White) 5-4. Strafen: Stuttgart 20, Kempten 18 + 10 (Bastian Simmler). Zuschauer: 504.

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