Kein Karnevalsumzug - Bayreuth tut sich beim 4:1 gegen Oberhausen schwer

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Bayreuths Keeper Benjamin Voigt war mächtig sauer. Mit wilden Gesten und lauten Attacken bedachte er seine Vorderleute, die ihm immer wieder viel Arbeit bescherten. Aber Voigt ließ sich nur einmal überwinden und trug so maßgeblich zum 4:1-Heimsieg der Tigers am Freitag gegen die Revier Löwen Oberhausen bei.

„Ich war zufrieden bis zum 1:0“, spöttelte ESV-Trainer Stefan Kagerer nach dem Spiel. Denn der Führungstreffer fiel bereits in der 2. Spielminute. Danach nahmen es die Tigers leicht und setzten zum bunten Karnevalsumzug auf dem Eis an. „Es ging nur noch darum, wer die Punkte macht“, bemängelte Kagerer.

Doch so leicht machte es Oberhausen den Gastgebern nicht. Weidlich nutzten die Revier Löwen den Schlendrian im Bayreuther Spiel, um selbst für ein bisschen Gefahr vor des Gegners Gehäuse zu sorgen. Dann eben stand Voigt im Blickpunkt.

Auf diese Aufmerksamkeit hätte der junge Torhüter sicher gern verzichtet, denn was da auf sein Tor kam, war nicht immer ungefährlich. Zwar zeichneten sich auch die Oberhausener nicht gerade durch abgeklärte Kaltschnäuzigkeit aus, doch die Bayreuther Abwehr ließ die Angreifer oft genug nach deren Gutdünken gewähren.

Erst in der Schlussphase, Oberhausen hatte längst ausgeglichen, besannen sich die Tigers wieder ihres Auftrags: Ein Sieg sollte den ESV zumindest vorübergehend auf Platz 8 der Tabelle hieven. Mission erfüllt, Kagerer war zumindest mit den Schlussminuten wieder zufrieden. Bis zum Ende der Doppelrunde am 20. Februar muss er im Ringen mit Oberhausen um diesen Rang aber noch mindestens einen Punkt zwischen sich und den Verfolger bringen, denn den direkten Vergleich hat Oberhausen gewonnen – und der zählt bei Punktgleichheit am Ende der Doppelrunde. In diesem Fernduell geht es jedoch lediglich ums Prestige, denn in der Abstiegsrunde fangen alle Teams wieder bei Null an.

Davor zittert Oberhausen Trainer Markus Scheffold bereits. „Das einzige, was uns bleibt, ist der Wille“, konstatiert der ehrliche und faire Coach der Revier Löwen nach dem Abgang von acht Leistungsträgern in dieser Saison. Gerade einmal 14 Spieler begleiteten ihn nach Bayreuth, seit Wochen geht das schon so. Der kleine Kader kostet Kraft; Kraft, die Oberhausen im Schlussdrittel fehlte und so den Bayreuther Sieg ermöglichte.

„Uns zu schlagen ist nicht schwer“, gestand Scheffold, denn ihm fehlen nach eigenen Worten Leute, die Tore schießen können. Selbst in einem Spiel, das laut Scheffold „unterstes Regionalliga-Niveau“ hatte.

Mehr Spaß verspricht da das Gaudispiel zwischen den Tigers und Spielerfrauen, Verantwortlichen sowie ehrenamtlichen Helfern im Bayreuther Eisstadion, das am Dienstag stattfindet. Das Rahmenprogramm beginnt um 18 Uhr, das Spiel startet eine halbe Stunde später. Dabei werden auch vier Faschingstriktots versteigert. Der Eintritt ist frei.

Am Aschermittwoch tritt der ESV Bayreuth schließlich zu einem Freundschaftsspiel beim Bayernligisten EV Pegnitz an. Die Begegnung beginnt um 19.30 Uhr. Am 15. Februar findet um 19 Uhr das Rückspiel zwischen beiden Mannschaften in Bayreuth statt. Für diese Partie gelten ermäßigte Eintrittspreise. Zuschauer bis 18 Jahre zahlen für einen Stehplatz drei, für einen Sitzplatz vier Euro, alle anderen Besucher zahlen fünf bzw. sieben Euro. Dauerkarten und Mitgliedsausweise der Tigers berechtigen bei diesem Spiel nicht zu Vergünstigungen oder freiem Eintritt. (Ingo Schorlemmer)

ESV Bayreuth – Revier Löwen Oberhausen 4:1 (1:0; 0:1; 2:0)

Tore: 1:0 (2.) Stoyan (Hemmerich, Plate); 1:1 (31.) Daniels (Lumare, Furda); 2:1 (43.) Donelly (Stoyan, O’Grady; 4 gegen 4); 3:1 (55.) Almagro (O’Grady, Donelly; 4-3-Überzahltor); 4:1 (56.) Müller (Plate, Hemmerich; Überzahltor)

Schiedsrichter: Heuser (Köln). – Strafminuten: 18 / 20. – Zuschauer: 784


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