Kaufbeuren siegt im Overtime-Krimi nach 69 Minuten

ESVK verpflichtet Max KaltenhauserESVK verpflichtet Max Kaltenhauser
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Im bestens gefüllten Stadion in Peiting konnten die Gastgeber wie erwartet jede Menge Kaufbeurer Anhänger begrüßen, schließlich trafen ja auch der EC Peiting und der ESV Kaufbeuren im ersten Play-off-Finalspiel der Oberliga Süd aufeinander. Nach einem ausgeglichenen und äußerst spannenden Spiel sicherte Emil Ekblad nach etwas mehr als 68 Minuten den Jokern in der Verlängerung in Überzahl den 3:2 (0:0, 2:2, 0:0, 1:0)-Sieg.

Das Spiel allerdings begann mit ein paar Minuten Verspätung – zu viele Anhänger standen noch vor der Tür. Nach vorsichtigem Beginn waren es die Gastgeber, die die erste große Chance durch Top-Scorer Lubor Dibelka hatten, doch Leo Conti war auf dem Posten. Wenig später zielte Simon Barg knapp neben das Tor. Sobald dieses Duo auf dem Eis war, hatte die Joker-Verteidigung Schwerstarbeit zu verrichten. Doch auch mit zunehmender Spielzeit merkte man, dass die Kaufbeurer darauf gut eingestellt waren. Vor allem in Unterzahl agierten die Joker an diesem Abend stark und ließen das sonst so starke Powerplay des ECP kaum zur Entfaltung kommen. Nach etwas mehr als neun Minuten zog Rob McFeeters in Überzahl auf und davon, fand allerdings in Peitings Goalie Stefan Vajs seinen Meister.

War im ersten Drittel noch ein Abtasten erkennbar, so nahm das Spiel im Mittelabschnitt an Fahrt auf. Nachdem die Joker kurz zuvor in Überzahl eine 2:1-Situation vergaben, machte es Jordan Webb Sekunden später besser, als er um das Tor fuhr und in den Slot auf Sturmpartner McFeeters paßte, der nur noch die Kelle zum 0:1 hinhalten brauchte. Nur zwei Minuten später luchste der starke Webb einem Peitinger Verteidiger die Scheibe ab, wartete noch geschickt ab und versenkte zum vielumjubelten 0:2 in die Maschen. Doch lang konnten sich die zahlreich mitgereisten Jokerfans nicht über die Führung freuen. Nur eine halbe Minute später verkürzte Ales Kreuzer mit einer Einzelaktion, nachdem ein Kaufbeurer Spieler geschlafen hatte. Aufregung gab es nur drei Minuten später, als Schiedsrichter Brüggemann bei einer unübersichtlichen Situation sofort auf Tor entschied. War der Puck wirklich hinter der Linie? Es half alles nichts, der Treffer von Simon Barg, dem zwei Fehler in der Kaufbeurer Hintermannschaft voraus gingen, zählte. Doch die Joker ließen sich davon nicht beirren und spielten konzentriert weiter. Doch weder Bogdan Selea noch Kevin Saurette mit einer feinen Einzelleistung in Unterzahl konnten weitere Treffer verbuchen.

Zwar mussten die Joker Anfang des Schlußabschnitts bange Minuten überstehen, als Peiting zweimal im Powerplay agieren durfte, doch die Unterzahlstärke der Kaufbeurer war der Schlüssel zum Erfolg. In der Overtime hieß es nun: alles oder nichts. Plötzlich schienen die Gastgeber Angst vor der eigenen Courage zu haben. Die Joker gaben Gas, hatten Chancen im Minutentakt und wollten die Entscheidung erzwingen. Als sich mit einer Strafzeit für die Hausherren die große Möglichkeit zur Entscheidung ergab, konnten die Joker zunächst kein Kapital daraus schlagen. Im Gegenteil: Als Peitings Vavrusa einen Gegenangriff startete, wurde er von Daniel Rau spektakulär gelegt. Schiedsrichter Brüggemann entschied nicht nur auf Strafe für Rau, sondern auch für Vavrusa wegen Unsportlichkeit. So ging es mit vier gegen drei weiter. Die Joker schnürten nun die Gastgeber in deren Drittel ein und nachdem Jordan Webb zwei Peitinger auf sich zog und überlegt auf Emil Ekblad passte, musste dieser nur noch zur Entscheidung abziehen.

Am Sonntag beginnt das zweite Finalspiel um 18 Uhr in Kaufbeuren.