Kampfgeist und Einsatz belohnt: "Wölfe" nehmen Punkt aus Dresden mit

Erster Heimerfolg: "Wölfe" gewinnen 3:0 gegen Berlin CapitalsErster Heimerfolg: "Wölfe" gewinnen 3:0 gegen Berlin Capitals
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Der ERC Selb setzt seinen positiven Aufwärtstrend fort. Nach dem knappen 2:4 gegen Spitzenreiter Bremerhaven am Freitag, sicherten sich die "Wölfe" am Sonntag beim 3:4 n.V einen mehr als verdienten Punkterfolg beim heimstarken ESC Dresden.

Der ERC Selb knüpfte nahtlos an die hervorragende Heimleistung gegen Tabellenführer Bremerhaven an und war sichtlich gewillt der beeindruckenden Heimserie der Dresdner von sechs Siegen in Folge einen kleinen Strich durch die Rechnung zu machen. In einer überaus temporeichen und spannungsgeladenen Partie forderten die „Wölfe“ den Hausherren vieles ab und waren über die komplette Spielzeit ein mehr als ebenbürtiger Gegner, der bei etwas mehr Glück in den entscheidenden Situationen vielleicht am Ende noch mehr als einen Punkt mit entführen hätte können. Keine Frage war darüber zu verlieren, dass der Punkterfolg mehr als verdient war. Das engagierte Forechecking der „Wölfe“ und das bedingungslose Agieren auf dem Mann gefiel den Hausherren nicht. Demzufolge kamen die "Eislöwen" auch nicht wie gewünscht ins Spiel. Die Gäste aus Oberfranken standen in der Abwehr stabil und die Schüsse, die durch die Selber Hintermannschaft gingen, waren stets eine sichere Beute des gutaufgelegten Selber Schlußmanns Kai Fischer. Es war von Anfang an ein munteres Spiel, Torchancen auf beiden Seiten, wobei bei 5 gegen 5 hochkarätige Tormöglichkeiten ausblieben. Höchstgefahr vor den Toren gab es jedoch bei Strafzeiten. Als Cory Holden zu Beginn auf die Strafbank musste, leitete Travnicek nach nur 93 Sekunden die erste gute Szene ein, er bediente den gutpostierten Kasperczyk. Derartige Möglichkeiten gab es aus Sicht der Gastgeber aber nur selten, denn die Selber hellwach, standen gut und erstickten die Angriffsbemühungen der Dresdner oft schon im Keime. Die Führung der Hausherren vielmehr ein Produkt eines individuellen Fehlers. Björn Eden wegen Stockschlag auf der Strafbank, Dresden schnell zur Aufstellung findend, Calce mit einem Querpaß vor das Tor und Geburtstagskind Welke entwischt Cory Holden einen Moment zum 1:0.

Anfangs des zweiten Abschnittes hatte es zuerst den Anschein, als würden die Hausherren, bedingt durch eine Kabinenpredigt, die Schlagzahl erhöhen wollen. Nur den Anschein, denn trotz Überzahl war es Corey Spring, der in Unterzahl einen gefährlichen Break fuhr, jedoch an Pascha scheiterte. Kurios der Selber Ausgleichstreffer. Die dritte Reihe auf dem Eis, Rückkehrer Thomas Schramm hinter dem Tor der Hausherren mit einem Versuch die Scheibe vor das Tor zu passen, traf dabei die Schiene von Goalie Pascha und letzterer drückte sich die Scheibe selbst hinter die Linie zum 1:1. Es folgte ein offener Schlagabtausch, auf Selber Seite scheiterte Dale Crombeen, wenig später hätte Trudeau alleine vor Kai Fischer seine Farben wieder in Front bringen müssen. Den Dresdner Eislöwen war es dennoch wieder vorbehalten, die Führung zu markieren. Eine Strafzeit gegen Elko Porzig im eigenen Drittel angezeigt, die „Wölfe-Akteure“ spekulierten im kollektiv auf den Abpfiff, Dresden nutzte die kurz vorherrschende Verunsicherung im Selber Abwehrverbund, Richter mutterseelenallein nutzt die Gunst der Stunde zum 3:2. Die Dresdner beflügelt vom Führungstreffer, Sikora bediente Weiss und dieser musste die Fangkünste von Kai Fischer neidlos anerkennen. Doug Kacharvich nahm die aufkommende Hektik etwas aus dem Spiel und nahm eine Auszeit. Eine Auszeit, die zum richtigen Zeitpunkt kam. Die „Wölfe“ wieder konzentrierter zu Werke gehend, Dale Crombeen von Hoffmann nur durch ein Foul zu stoppen. Als obendrauf auch noch Mittermeier eine weitere Strafzeit erhielt, die „Wölfe“ für 96 Sekunden mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Eine einmalige Chance, noch vor Drittelende den Ausgleich zu markieren und Björn Eden war es vorbehalten aus dem Hinterhalt per Gewaltschuß den durchaus verdienten 3:3 Treffer zu erzielen.

Der Schlussabschnitt versprach Spannung und Klasse von beiden Teams. Die Dresdner mit leichten Vorteilen, aber die „Wölfe“ machten die spielerische Überlegenheit der "Eislöwen" mit unermüdlichen Kampf wett. Die Führung der "Eislöwen" lag mehrmals in der Luft, als die „Wölfe“ den pfeilschnellen Sturmspitzen Kasperczyk und Richter zu viel Platz boten, aber Kai Fischer bügelte die leichten Schnitzer seiner Vorderleute aus, in höchster Not klärte er wenig später einen Nachschuss von Sikora. Während Schiedsrichter Heuser in der 51. Minute einen Treffer der Dresdner wegen klaren Torraumabseits die Anerkennung versagte, nutzte wenig später Calce auf Zuspiel von Kasperczyk eine Chance zum 3:2. Dem Treffer ging jedoch eine klare Abseitsstellung im Spielaufbau voraus. Gerechtigkeit kam aber wieder zurück. Nur eine gute Minute später schaltete Corey Spring aus dem Gewühl am schnellsten und glich wieder aus. Holger König hätte 69 Sekunden vor Ende berühmt werden können. Timo Ahmaoja mit einem Gewaltbefreiungsschlag, Holger König startete und fing den Schuss ab, doch er zeigte Nerven und wollte die Scheibe per Rückhand hinter Pascha unterbringen. Selbst in der Verlängerung suchten beide Teams die Entscheidung, von Zurückhaltung oder defensiver Spielweise keine Spur. Letztendlich war es den Gastgebern vorbehalten, die wenn auch etwas glücklich den Siegtreffer erzielten. 58 Sekunden hätte Cory Holden noch auf der Strafbank sitzen müssen, als abermals Welke, der bereits den Torreigen eröffnete, mit seinem zweiten Treffer alles klar machte.

Am kommenden Wochenende ist Länderspielpause in der Oberliga. Der ERC Selb ist jedoch dennoch zweimal im Einsatz. Am Freitag, 07. November 2003 bestreiten die "Wölfe" ein Freundschaftsspiel beim Bundesligisten ETC Crimmitschau, am Samstag um 17.15 Uhr treten die "Wölfe" im Abschiedsspiel von Jörg Hanft gegen eine All-Star Mannschaft namhafter Weggefährten von Jörg Hanft an.

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