John Sicinski sichert Last-Minute-Sieg in Miesbach

Wizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der SonneWizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der Sonne
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Die Cracks des Oberligisten Stuttgart Wizards mussten am Freitagabend lange zittern, ehe der 5:4 (1:0, 1:3, 2:1)-Erfolg nach Penaltyschießen in der Relegationsrunde beim TEV Miesbach perfekt war. Kapitän John Sicinski glänzte als vierfacher Torschütze. Mit seinem Treffer 16 Sekunden vor Ende der Partie rettete der Kanadier die Zauberer in die Verlängerung und sicherte mit dem entscheidenden Penalty dann den Zusatzpunkt. „Wir sind mit den zwei Punkten zufrieden, aber wir hatten sehr viel Glück“, sagte Stuttgarts Trainer Wilbert Duszenko nach der Partie und fügte hinzu: „Wir können noch immer Erster werden. Mit einem Heimsieg am Sonntag gegen Füssen wollen wir einen wichtigen Schritt dorthin machen.“ Das Match gegen den Tabellenführer steigt am morgigen Sonntag (14. März, 18:45 Uhr) im Eissport-Zentrum Waldau in Stuttgart-Degerloch. Am Freitagabend im oberbayerischen Miesbach bekamen die nur 341 Zuschauer eine zerfahrene Partie geboten. Es dauerte einige Zeit, bis beide Mannschaften zu ihrem Rhythmus gefunden hatten. Die Wizards zeigten sich zu Beginn jedoch sehr effektiv und nutzten den ersten zwingenden Angriff zur Führung durch Matt Holmes (7.). In der Folgezeit übernahmen die Gäste aus Baden-Württemberg das Kommando und waren überlegen. Wie schon des Öfteren zuvor versäumten es die Zauberer aber, aus ihren Chancen mehr Kapital zu schlagen. Selbst beste Gelegenheiten blieben ungenutzt und so nahmen sie nur einen hauchdünnen Vorsprung mit in die erste Pause. Im zweiten Drittel sollte sich die Abschlussschwäche aus Durchgang eins rächen. Dem TEV Miesbach gelang 49 Sekunden nach Wiederanpfiff der 1:1-Ausgleich durch Jim Nagle, der die indisponierte Wizards-Abwehr wie Slalomstangen umkurvte (21.). Durch diesen Treffer riss bei den Wizards der Faden. Die Stuttgarter wirkten nun verunsichert und die Gastgeber bekamen Oberwasser. Tyrone Garner im Tor der Wizards musste immer wieder sein ganzes Können aufbieten, um weitere Treffer der Oberbayern zu verhindern. In der 27. Minute war aber auch er machtlos. In Überzahl nahmen zwei TEV-Cracks dem Stuttgarter Keeper die Sicht, so dass er beim Schlagschuss von Sebastian Deml keine Abwehrchance hatte.

Der TEV Miesbach drehte nun auf und suchte die Entscheidung. Die Kreisstädter agierten im Abschluss jedoch zu überhastet und ließen zahlreiche Chancen aus. Besser machten es die Wizards, die nur knapp zwei Minuten nach der Führung der Kreisstädter durch John Sicinski ausgleichen konnten (28.). Die Württemberger kamen nun wieder besser ins Spiel, doch Miesbach blieb weiter tonangebend. Logische Folge war das dritte Tor des TEV durch Jiri Vitek (33.), das gleichzeitig den Pausenstand bedeutete. Die Wizards machten sich vor allem im zweiten Durchgang das Leben durch zahlreiche Strafzeiten selbst schwer und waren mit dem Ein-Tore-Rückstand noch gut bedient. Im dritten Drittel besannen sich die Württemberger aufs Eishockey und übernahmen – begünstigt durch einen kräftemäßig nachlassenden TEV – wieder die Regie. Sie erspielten sich zahlreiche Chancen, konnten aber nur eine davon zum Ausgleich nutzen. Nach 51 Minute war der frühere Miesbacher John Sicinski erneut zur Stelle und erzielte das 3:3. Die Freude der Blau-Gelben währte aber nur ganze 36 Sekunden, ehe Miesbachs Martin Kovarik Stuttgarts Keeper Tyrone Garner per Bauerntrick zur erneuten Führung der Kreisstädter überwand (52.). In der Schlussphase wogte die Partie hin und her. Miesbach versäumte es trotz bester Gelegenheiten, alles klar zu machen, und die Wizards warfen alles nach vorne, um doch noch den Ausgleich zu erzielen. Gut eine Minute war noch zu spielen, als Stuttgarts Coach Wilbert Duszenko Torhüter Tyrone Garner zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm. Die Wizards setzten alles auf eine Karte und wurden belohnt. 16 Sekunden vor Ende der Partie gelang John Sicinski der 4:4-Ausgleich, der die Verlängerung bedeutete. Das Penaltyschießen entschied Stuttgart für sich. Alles in allem ein glücklicher Sieg der Wizards, die aber tolle Moral bewiesen und das Match mit einer Energieleistung noch umbogen. Ähnlich sah es Stuttgarts Coach Wilbert Duszenko auf der anschließenden Pressekonferenz: „Wir haben heute zwei glückliche Punkte geholt und müssen damit zufrieden sein. Im ersten Drittel haben wir gut gespielt, aber aus unseren Chancen zu wenig gemacht. Der TEV Miesbach war dann im zweiten Abschnitt klar besser und hätte auch im letzten Durchgang und der Verlängerung das Spiel in Überzahl für sich entscheiden können. Im Glücksspiel Penaltyschießen lief es für uns dann besser. So haben wir zwei wichtige Zähler und können noch immer Erster werden. Gegen Füssen wollen wir am Sonntag einen wichtigen Schritt dorthin machen“, sagte der Übungsleiter. Bei Fredy Sterba, dem Trainer des TEV Miesbach, hatte die Partie einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen: „Wenn mir jemand vor dem Spiel gesagt hätte, dass wir gegen Stuttgart einen Punkt holen, wäre ich damit zufrieden gewesen. So ist Ergebnis enttäuschend, da wir eigentlich drei Zähler verdient gehabt hätten. Wir haben sehr gut gekämpft und uns toll verkauft, mussten aber auch unserer dünnen Personaldecke – mir standen nur vier Verteidiger zur Verfügung – Tribut zollen, so dass am Ende etwas die Kraft gefehlt hat. Trotzdem ein Kompliment an meine Mannschaft, die eine tolle Einstellung gezeigt hat“, so Sterba. Tore: 0:1 (6:33) Matt Holmes (Georg Hessel, Mike Bader), 1:1 (20:49) Jim Nagle (Michael Waldschütz, Sebastian Deml), 2:1 (26:36) Sebastian Deml (Jim Nagle, Michael Waldschütz) 5-4, 2:2 (27:50) John Sicinski (Andrej Jaufmann, Mike Hofstrand), 3:2 (32:08) Jiri Vitek (Roman Slezak), 3:3 (50:56) John Sicinski (Peter Westerkamp) 5-4, 4:3 (51:32) Martin Kovarik, 4:4 (59:44) John Sicinski 6-5, 4:5 (65:00) John Sicinski (Penalty).

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