Jim Shepherd beendet Bayreuths torlose Zeit

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Beginnen wir mit dem Positiven: Der ESV Bayreuth trifft wieder. Jim Shepherd brach am Sonntag mit seinem Tor in der 17. Spielminute den Bann, der sich wie ein bleierner Schleier 139 Spielminuten über die Angriffsbemühungen der Tigers gelegt hatte. Dennoch kehrten die Bayreuther mit leeren Händen aus Neuwied zurück. Sie verloren am Ende mit 1:5.

Dabei hatte sie durchaus noch mehrere gute Möglichkeiten, das Ergebnis zu ihren Gunsten zu gestalten. Doch wieder scheiterten sie am zuverlässigen Marc Gronau im Tor der Bären oder ließen ihre Möglichkeiten selbst ungenutzt. Und je länger das Spiel andauerte, desto stärker machte sich wieder der enorme Kräfteverschleiß bemerkbar.

Aber Joe Wests Rumpftruppe scheint ihren Kampfgeist entdeckt zu haben und lieferte trotz der fünften Niederlage in Folge eine ansprechende Leistung. Die Gastgeber konnten keineswegs eine so hohe Überlegenheit herausspielen, wie es das Ergebnis vermuten lässt. Und das, obwohl die Bären in der Tabelle Höhenluft schnuppern, während die Tigers zunächst in den dunklen Tiefen des Tabellenkellers versunken sind. „Das waren zu viele Einzelaktionen“, kritisierte Neuwieds Coach Fred Carroll die Spielweise seiner Mannschaft in den ersten beiden Spieldritteln. Aber er fand in Torhüter Gronau einen sicheren Rückhalt, wenn es einmal brenzlig wurde: „Marc hat einige gute Paraden gezeigt.“

Mit zwei Überzahltreffern waren die Neuwieder in Führung gegangen, ehe Shepherd das so lange ersehnte Tor gelang. Aber dieser Treffer war eben zu wenig, um bei den Bären Punkte zu holen. Und so wurde immer deutlicher, dass es auch in diesem Spiel für den ESV nichts zu gewinnen gibt.

Tigers-Trainer Joe West war mit seinem Team dennoch zufrieden. Vor allem die kämpferische Leistung hatte es ihm angetan, wie schon am Freitag im Spiel gegen Leipzig. Beide Partien sind durchaus vergleichbar, hatte der Coach doch wiederum nur einen Mini-Kader von 14 Feldspielern in Neuwied zur Verfügung. Da im Unglück aber immer auch Chancen liegen, war dies zumindest für die Nachwuchsspieler auf Joe Wests Liste ein glücklicher Umstand: So konnten sie fleißig Eiszeiten sammeln.

Vielleicht waren die beiden Spiele des Wochenendes die ersten Anzeichen für einen Aufwärtstrend, aber für den endgültigen Durchbruch und einen Neuanfang in der Liga fehlt der Mannschaft des ESV noch dringend ein Erfolgserlebnis. Joe West jedenfalls ist zuversichtlich, dass das nun nicht mehr lange auf sich warten lassen wird: „Wir werden weiter an uns arbeiten, dann wird der nächste Sieg bald folgen.“ (Ingo Schorlemmer)

SC Mittelrhein-Neuwied – ESV Bayreuth 5:1 (2:1; 2:0; 1:0)

Tore:
1:0 (8.) Majer (Gomov; Überzahltor); 2:0 (13.) Davis (Kopitz, Strompf; Überzahltor); 2:1 (17.) Shepherd (MacIntyre); 3:1 (30.) Kujala (Kulczynski, Majer); 4:1 (33.) Hergt (Stolikowski); 5:1 (55.) Stolikowski (Leinonen, Kujala)

Schiedsrichter: Breiter (Freiburg). – Strafminuten: 12 / 12 plus 10 Minuten Disziplinarstrafe gegen MacIntyre. – Zuschauer: 815

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