Interview mit Markus Scheffold - Trainer wird Revier Löwen wohl verlassen

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Auf den neuen Vorstand der Revier Löwen Oberhausen unter der Leitung vom neuen ersten Vorsitzenden Andreas Prinz wartete bereits zu Amtsbeginn viel Arbeit. So wurde durch sofortige Bezahlung an einen Gläubiger ein Insolvenzantrag ausgeräumt, was durch Beschluss des zuständigen Amtsgerichts Duisburg am 13.4.2005 bestätigt worden ist. Bis Mitte Mai gilt es die Unterlagen für das Lizenzierungsverfahren der ESBG form- und fristgerecht zusammenzustellen. Unabhängig von noch etwaig weiteren Forderungen anderer Gläubiger erscheint diese Aufgabe schwer genug, müssen in den nächsten vier Wochen noch weitere Einnahmen von ca. € 50.000,00 ausgewiesen werden, um den Spielbetrieb für die kommende Saison zu sichern.

Mit der schnellen Gründung einer GmbH und Co. KG soll genügend Geld in die Kassen von RLO gespült werden. Die Spieler aus der letzten Spielzeit engagieren sich jedenfalls schon über das übliche Maß hinaus, schrieben doch neun von ihnen noch ohne neue bestehende Kontrakte mit dem Verein kürzlich auf einer Präsentationsveranstaltung im Ruhr-Zoo Gelsenkirchen fleißig Autogramme. Während also die Akteure auf dem Eis gerne weiter für den Oberhausener Eishockeyvertreter die Schlittschuhe schnüren möchten, scheint Erfolgstrainer Markus Scheffold seinen zum 30.6.2005 auslaufenden Vertrag bei den Revier Löwen nicht zu verlängern, wie Hockeyweb in einem Interview mit dem 37-jährigen Düsseldorfer erfuhr.

Hockeyweb: Wie bewerten Sie den Ausgang der vergangenen Saison?

Markus Scheffold: „Wir gingen als Regionalligaaufsteiger ohne Kontingentausländer mit fast der selben Mannschaft des Vorjahres in die Spielzeit und wurden von vielen Experten als krasser Außenseiter betitelt. Trotz wirtschaftlich bedingter Abgänge von insgesamt acht Spielern standen wir zum Jahreswechsel auf einem sechsten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Meisterschaftsrunde berechtigt hätte. Nach den Abgängen der Leistungsträger Torsten Kunz, Sergej Hatkevitch und Alexander Engel erwies sich der Substanzverlust aber als zu groß, so dass der Klassenerhalt erst in der Abstiegsrunde gesichert werden konnte.“

Welches waren die Höhepunkte der abgelaufenen Spielzeit aus persönlicher Sicht?

“Die Mannschaft hat mit ihrem großen Kampfgeist und mit der tollen Moral immer wieder gute Spiele gezeigt. An den Auswärtssieg in Leipzig und die Heimsiege gegen die Preußen Berlin, Bayreuth, Schweinfurt erinnere ich mich gerne zurück. Auch gegen und in Hannover und beim knappen 5:6 gegen Aufsteiger Dresden sahen wir wirklich gut aus. Trotz der vielen Abgänge legte der Rest der Truppe zum Saisonende noch eine Schüppe drauf, so dass das Saisonziel Klassenverbleib als Tabellenführer der eigenen Gruppe sicher gemeistert werden konnte. Ich bin stolz auf diese Mannschaft.“

Wie sieht die persönliche Planung für die nächste Spielzeit aus?

“Mein Herz hängt am Verein, zumal die Revier Löwen wirklich einfallsreiche und treue Fans haben. Dennoch kann ich mir unter den aktuellen Umständen schwer vorstellen, mein Engagement in Oberhausen bzw. Gelsenkirchen fortzusetzen.

Wie kommen Sie zu dem Entschluss?


“Die finanziellen Probleme der Löwen sind kein Geheimnis mehr und es ist schwer vorstellbar, dass in der nächsten Saison sich sehr viel daran ändern sollte. Veränderungen gehören nun mal auch zum Beruf des Eishockeytrainers. Es bestehen Kontakte zu anderen Vereinen, so dass mir schon konkrete Angebote anderer Clubs vorliegen. Ich habe mich noch nicht entschieden.“

Welche persönlichen Ziele peilen Sie noch an?

“Als langjähriger Nachwuchstrainer bei der DEG arbeite ich gerne mit talentierten, jüngeren Spielern zusammen. Gerne würde ich es mit einer Mannschaft mal in die Play-Offs der Oberliga schaffen oder noch einmal von der Regionalliga in die Oberliga aufsteigen. Nach jeder Saison – erst recht nach so einer schwierigen wie der letzten – brauchte ich auch erst einmal Urlaub, so dass ich mir fünf Tage in Garmisch-Partenkirchen zusammen mit meiner Freundin gönnte. Erholt werde ich nun die bestehenden Verhandlungen fortsetzen, so dass ich mich in Kürze neu orientieren kann. Vielleicht pausiere ich aber auch ein Jahr, oder hänge die Schlittschuhe ganz an den Nagel. Da ich in letzten 15 Jahren als Trainer meine Ziele immer erreicht oder sogar übertroffen habe, muss ich anderen nichts mehr beweisen und werde mich nur vertraglich als Coach binden, wenn ich auch wirklich mit ganzem Herzen dabei wäre und die Rahmenbedingungen stimmen.“

Für die weitere Zukunft wünschen wir Ihnen alles Gute!

Markus Scheffold: Vielen Dank!

(mr)

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