Individuelle Fehler kosten Wizards gegen Ravensburg zwei Zähler

Wizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der SonneWizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der Sonne
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Genau 59 Minuten lang sahen die Stuttgart Wizards am Freitagabend im Derby der Eishockey-Oberliga gegen den EV Ravensburg wie die sicheren Sieger aus. Dann jedoch riss EVR-Verteidiger Gabriel Krüger die Blau-Gelben mit dem 2:2 aus allen Träumen vom ersten Oberliga-Sieg gegen den oberschwäbischen Rivalen. Und es sollte noch schlimmer kommen für die Zauberer. Nach 85 Sekunden der Verlängerung gelang dem Slowaken Martin Miklik der Ravensburger Siegtreffer, so dass den Wizards nur ein Punkt blieb. Vorausgegangen war – wie schon beim Ausgleich – ein individueller Fehler in der Stuttgarter Hintermannschaft. „Es kann nicht sein, dass meine Mannschaft kurz vor Schluss, als Ravensburg den Torhüter vom Eis genommen hatte, zu offensiv denkt und unbedingt das dritte Tor schießen will, statt die Scheibe einfach aus der Gefahrenzone zu befördern. Dafür sind wir heute eiskalt bestraft worden. Das entscheidende Ravensburger Tor war fast eine Kopie des Ausgleichs. Wir waren wieder nicht in der Lage, den Puck aus dem eigenen Drittel zu bekommen. Und das, obwohl wir bei beiden Gegentreffern zuvor in Scheibenbesitz waren und den Puck eigentlich hätten kontrollieren können“, ärgerte sich Wilbert Duszenko über zwei verlorene Zähler. „Nun müssen wir die Punkte eben in Peiting zurück holen“, gab Stuttgarts Trainer anschließend die Losung für die morgige Partie (03.10.2004, 18.00 Uhr) beim EC Peiting aus.



Am Freitagabend begannen beide Teams zunächst abwartend, in den ersten Minuten mussten die Torhüter – Tyrone Garner bei den Wizards und Markus Hätinen im EVR-Gehäuse – noch nicht allzu oft eingreifen. Je länger die Partie dauerte, desto eher übernahmen die Gäste aus Ravensburg die Initiative. Bis zur 12. Minute konnte Garner seinen Kasten sauber halten, ehe er sich Dan Heilman geschlagen geben musste, der die Ravensburger Führung erzielte.

Die Wizards ließen sich vom Rückstand jedoch nicht beeindrucken und antworteten knapp zwei Minuten später: In Überzahl gelang Torjäger Andreas Klundt der viel umjubelte 1:1-Ausgleich (14.).

Nun entwickelte sich ein rasantes Spiel mit zahlreichen Chancen auf beiden Seiten. Kurz vor Ende des ersten Durchgangs durften die Wizards-Fans unter den 827 Zuschauern noch einmal jubeln, als Jay Woodcroft nach einem Schnitzer in der Ravensburger Hintermannschaft am schnellsten schaltete und mit einem sehenswerten Schlenzer den 2:1-Pausenstand erzielte.



Im zweiten Durchgang ein ähnliches Bild: Ravensburg stürmte und drückte, scheiterte aber ein ums andere Mal an Tyrone Garner, der seine Mannschaft mit zahlreichen Glanzparaden im Spiel hielt. Auch die Wizards hatten etliche gute Möglichkeiten, versäumten es jedoch, im Mitteldrittel weitere Tore nachzulegen. So nahm das Team von Coach Wilbert Duszenko den knappen Vorsprung mit in die letzten 20 Minuten.



Dort dominierte eindeutig der EV Ravensburg. Die Oberschwaben waren die aktivere Mannschaft und warfen alles nach vorne, um noch einmal ins Spiel zurück zu kommen. Die Wizards machten die Räume geschickt eng und störten die Gäste früh, hatten jedoch nur noch wenige Torchancen, die sie zudem ungenutzt ließen. Hätten die Blau-Gelben in der 52. Minute das Tor statt des Innenpfostens getroffen, wäre die Partie möglicherweise anders ausgegangen. So aber sollte sich – wie so häufig im Eishockey – die Stuttgarter Abschlussschwäche noch rächen. Genau 59 Minuten waren gespielt, Ravensburgs Coach Jiri Neubauer hatte Torhüter Hätinen inzwischen für einen sechsten Feldspieler vom Eis genommen, als Gabriel Krüger das 2:2 gelang. Die Wizards hatten die Scheibe zuvor leichtfertig vertändelt, da sie unbedingt das 3:1 erzielen wollten, statt den Puck einfach aus der Gefahrenzone zu schlagen. So hatte Krüger letztlich keine Mühe, den Treffer zu erzielen und sein Team in die Verlängerung zu retten.

Dort war Ravensburg nach dem späten Ausgleich obenauf. Unter gütiger Mithilfe der Stuttgarter Abwehr, die den Puck in der eigenen Zone einmal mehr nicht unter Kontrolle bekam, gelang Martin Miklik der Siegtreffer für den EVR, der aufgrund der größeren Spielanteile der Oberschwaben im letzten Drittel nicht unverdient war. Die Gäste konnten somit zwei Punkte mit auf die Heimreise nehmen, während sich die Wizards mit einem Zähler begnügen mussten.



Nach Spielende war Stuttgarts Coach Wilbert Duszenko mächtig angefressen: „Wir haben heute zwei Punkte verschenkt. Meine Mannschaft hat zwar taktisch gut und diszipliniert gespielt und auch gekämpft, doch durch zwei individuelle Fehler wurden wir um den Lohn unserer Arbeit gebracht. So etwas darf nicht passieren. Nun müssen wir die Punkte eben in Peiting zurückholen“, fand der Trainer deutliche Worte.

Sein Ravensburger Kollege Jiri Neubauer war nach der Partie hingegen erleichtert. „Es war zwar ein glücklicher, aber nicht unverdienter Sieg. Wir wussten, dass die Wizards eine starke Mannschaft haben. Unsere vordringliche Aufgabe war es, das erste Drittel unbeschadet zu überstehen. Das ist uns nicht ganz gelungen. Obwohl wir ein Schussverhältnis von 18:9 zu unseren Gunsten hatten, lagen wir nach 20 Minuten 1:2 zurück. Im zweiten Drittel hätten die Wizards den Sack zumachen können, glücklicherweise hat uns Markus Hätinen im Spiel gehalten. Den letzten Durchgang haben wir dominiert und den nötigen Willen an den Tag gelegt. Deswegen denke ich, der Erfolg geht in Ordnung“, so Neubauers Analyse.



Für die Wizards steht am morgigen Sonntag (03.10.2004, 18.00 Uhr) bereits der nächste Härtetest beim EC Peiting auf dem Programm, den sie erfolgreich absolvieren wollen. Die Schützlinge von Trainer Wilbert Duszenko möchten auch in Oberbayern punkten. „Das wird sehr schwer. Peiting hat eine junge, hungrige Mannschaft und ist unberechenbar. Wir müssen und werden 60 Minuten lang Vollgas geben. Wichtig ist, unsere Chancen effektiv zu nutzen und wenige Strafzeiten zu kassieren. So wollen wir die Niederlage gegen Ravensburg wieder ausmerzen“, gibt der 53-Jährige die Marschroute vor.

Stuttgart Wizards – EV Ravensburg 2:3 n.V. (2:1, 0:0, 0:1)


Tore:

0:1 (11:59) Dan Heilman (Todd Wetzel, Mike Muller), 1:1 (13:51) Andreas Klundt (Jay Woodcroft, John Sicinski) 5-4, 2:1 (19:06) Jay Woodcroft (John Sicinski, Jeff White), 2:2 (59:00) Gabriel Krüger (Martin Miklik, Todd Wetzel), 2:3 (61:25) Martin Miklik (Alan Reader)


Strafminuten: Stuttgart 6, Ravensburg 6 + 10 Disziplinarstrafe gegen Markus Hätinen

Zuschauer: 827

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