Indians: Wichtige Punkte und Staltmayr verloren

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Die EC Hannover Indians haben in der Meisterrunde der Oberliga zwei wichtige Zähler im Kampf um die Play-Off Plätze durch eine unglückliche 4:5 (1:2, 1:0, 2:2, 0:1) Niederlage nach Verlängerung beim EHC Klostersee verloren. Zudem verloren die Indians Verteidiger Seppi Staltmayr nach einem rüden Check verletzungsbedingt.

Die Indians begannen stark und suchten schnell die Entscheidung in der Offensive. Fast hätte es auch zu einem frühen Führungstreffer gereicht, doch Benjamin Hecker traf nach 58 Sekunden nur den Pfosten. Als Hecker in der 4. Minute auf der Strafbank saß, nutzten die Gastgeber ihre erste richtige Chance durch Thomas Mittermeier zur 1:0 Führung. Die Indians steckten aber nicht auf und nutzten ihrerseits ein Powerplayspiel zum verdienten Ausgleich durch Peter Fregoe (6.). Doch die Klosterseer antworteten auf ihre Weise. Torjäger Petr Zajonc wurde nach einem Konter wunderbar kurz hinter der blauen Linie angespielt und erzielte mit einem Schuss auf das lange Eck nur 2 Minuten später die erneute Führung für sein Team.

Danach passierte nicht mehr viel auf beiden Seiten. Zwar hatten beide Teams noch Torchancen, doch immer wieder konnten sich Kondelik und Hochhäuser durch gute Paraden auszeichnen. In der 18. Minute dann die Schrecksekunde für das Team von Greg Thomson. Nach einem schönen Angriff, traf Rask nur knapp das Tor nicht. Der Puck ging hinter das Tor der Grafinger und rutschte aus dem Angriffsdrittel zurück ins Verteidigungsdrittel der Indians. Dort nahm Seppi Staltmayr den Puck mit dem Gesicht zur Bande stehend an und versuchte den Puck weiter zu spielen. Was er nicht sah, war ein heraneilender Cori Sicorschi, der den Verteidiger brutal und ohne jede Chance auf den Puck mit einem Check in den Nacken in die Naturholzbande beförderte. Staltmayr ging zu Boden und wälzte sich auf dem Eis und musste daraufhin vom Eis geführt und wenig später ins Krankenhaus gebracht werden. Schiedsrichter Mrachatz zögerte nicht lange und schickte Sicorschi mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe vorzeitig unter die Dusche. Nach ersten Diagnosen ist die Saison für den ECH-Verteidiger Staltmayr beendet. Im Krankenhaus wurde ein Jochbeinbruch diagnostiziert und der Verdacht auf weitere schwere Verletzungen ausgesprochen. Eine genaue Diagnose zur Verletzung von Staltmayr, der den Weg nach Hannover unter ärztlicher Aufsicht antreten durfte, wird am Wochenende erwartet.

Im zweiten Abschnitt passierte dann nicht viel. Beide Teams neutalisierten sich im Mitteldrittel praktisch gegenseitig und erarbeiteten sich nicht besonders nennenswerte Torchancen. Als die Uhr dann kurz vor der Pausensirene war bot sich den Indians dann durch einen Konter über Peter Fregoe und Devin Rask die beste Chance des zweiten Drittels. Fregoe trieb den Puck aus dem eigenen Drittel über das Eis und spielte seinen Sturmpartner sehr schön an der blauen Linie an. Rask fuhr mit der Scheibe noch einige Meter und zog dann mit einem Schlagschuss einfach ab und erzielte für sein Team das verdiente 2:2 kurz vor der Pause.

Im letzten Drittel kam dann eine komplett andere Indians Mannschaft auf das Eis zurück. Sie begannen wieder offensives Eishockey zu spielen und man spürte, daß sie das Spiel unbedingt gewinnen wollten. Doch in der 44. Minute gingen die Gastgeber erst einmal wieder in Führung. Stefan Rohm nutzte die Chance und brachte sein Team mit 3:2 in Führung. Nun drehten die Indians richtig auf und hatten kurze Zeit später endlich doppelten Grund zu jubeln. Erst nutzte Kapitän Brad Bagu die Chance in der 46. Minute per Flachschuss zum Ausgleich und und nur 78 Sekunden später brachte Robby Sandrock, ebenfalls mit einem Flachschuss von der blauen Linie, sein Team mit 4:3 erstmals in Führung. Die Indians spielten weiter Offensiveishockey vom Feinsten. Vor allem die erste Reihe mit Fregoe, Rask und Hecker zauberte zwischenzeitlich so, daß die Klosterseer im eigenen Drittel nicht mehr wussten wo der Puck war. Doch eines vergaßen die Spieler von Trainer Greg Thomson - die Tore und die damit verbundene Entscheidung.

So kam es wie es kommen musste. Der Trainer der Gastgeber nahm eine Auszeit und den Indians damit ihren Spielfluss. Auf einmal war die Mannschaft des EHC wieder da und drückte auf den Ausgleich. Es liefen die beiden letzten Spielminuten und der Torhüter der Gastgeber wartete nur noch auf ein Zeichen um das Spielfeld für einen sechsten Feldspieler verlassen zu können, da hatten die Klosterseer auf einmal Erfolg: Michael Saller nutzte das Anspiel seines Bruders Florian und erzielte 92 Sekunden vor dem Ende den umjubelten Ausgleich für den EHC. Es ging in die Verlängerung.

Dort spielten wieder die Indians und bekamen sogar noch Schützenhilfe durch eine Strafzeit der Gastgeber. Die Powerplayformation wurde schnell gefunden und es wurde immer wieder geschossen. Als Brad Bagu erneut einen Schuss auf das Grafinger Tor abfeuerte, konnte der Keeper der Gastgeber den Puck nur abprallen lassen und Vaclav Ruprecht schaltete schnell und spielte an den an der eigenen blauen Linie wartenden Petr Zajonc an, der sich schnell auf und davon machte und Roman Kondelik in Unterzahl zum 5:4 verlud und seinem Team zwei Punkte sicherte.

Für die Indians war auf jeden Fall mehr drin in diesem Spiel, hätten sie ihre Chancen im Schlussabschnitt konsequent genutzt. So reichte es nur zu einem Punkt oder besser gesagt man verlor zwei wichtige Zähler im Kampf um die Play-Offs. Am Sonntag geht es gegen die Stuttgart Wizards. Ein Sieg und 3 Punkte in der regulären Spielzeit sind in diesem Spiel nun schon fast Pflicht, will man nicht um den Einzug in die Play-Offs zittern. Spielbeginn ist um 19 Uhr im Eisstadion am Pferdeturm.


Eine eingehende medizinische Untersuchung am Samstagmorgen ergab, für den gestern im Spiel gegen Klostersee verletzt ausgeschiedenen Seppi Staltmayr, eine niederschmetternde Diagnose. Der Verteidiger erlitt eine Fraktur des Augenbogens, des Kiefers und des Jochbeins.

Nach Auskunft der Ärtze, ist der ECH-Verteidiger nur knapp einem Schädelbasisbruch entronnen.

Staltmayr ist gestern vom Spieler des EHC Klostersee, Cori Sicorschi, gefoult worden. Nach Berichten von Augenzeugen befand sich Staltmayr auf dem Weg zur Wechselbank, als Sicorschi ihn von hinten an die Bande gecheckt hatte. Sicorschi erhielt lediglich eine Spieldauerdisziplinarstrafe.

Durch diese schwere Verletzung ist für Staltmayr die Saison natürlich beendet, dies ist aber, angesichts der erlittenen Verletzung, eher nebensächlich. Im Vordergrund steht jetzt die baldige und vollständige Genesung des Spielers. (jr/tg)

Tore: 1:0 (3:48) Mittermeier (Ruprecht) PP1, 1:1 (5:58) Fregoe (Staltmayr) PP1, 2:1 (7:52) Zajonc (Beranek, Ortlip), 2:2 (39:25) Rask (Fregoe), 3:2 (43:43) Rohm (Saller, F., Wieser), 3:3 (45:47) Bagu (Fregoe, Rask), 3:4 (47:05) Sandrock (Hecker, Rask), 4:4 (58:28) Saller, M. (Saller F., Giel), 5:4 (62:47) Zajonc (Ruprecht, Hochhäuser) UZ1

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