Indians: „Welle“ beschert die Tabellenführung

Böse Klatsche für die IndiansBöse Klatsche für die Indians
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Mit

dem gestrigen 5:4 Erfolg nach Penaltyschiessen gegen die Roten Teufel aus Bad

Nauheim sind die Hannover Indians zumindest bis zum morgigen Sonntag Tabellenführer

der Oberliga Nord.

Das Spiel: Eines ist

sicher – langweilig sind die Heimspiele der Hannover Indians in dieser Saison

nicht. Wie auch am gestrigen Abend. 28 Minuten boten beiden Mannschaften im

Spitzenspiel tolles, schnelles Eishockey. Ersatzgeschwächt (ohne Schadewaldt,

Thomson, Kondelik, Voigt), dafür erstmals mit Föli-Heimkehrer Peter

Baumgartner, mussten die Hausherren mit ansehen wie die Gäste aus der Kurstadt

den besseren Start erwischten. Kevin Lavallee (5.) hatte die erste Gelegenheit

zur Führung, vergab aber wie seine Teamkollegen in der sechsten Minute, als sie

im Powerplay mehrere dicke Möglichkeiten unvollendet ließen. Die Indians befreiten

sich zusehends vom Druck, hatten durch Jan-Phillip Priebsch (10.) die Führung

auf dem Schläger, die nach 13 Minuten Jordan Cameron im Nachschuss besorgte. Die

Teufel ob des Rückstandes unbeeindruckt, nutzten in der Folgezeit eine

Inkonsequenz von Indians-Keeper Mirko Theurer. Patrick Gogulla (16.) bedankte

sich in Form des Ausgleiches. Die Partie weiter schwungvoll. Adriano Carciola

vergab nur eine Minute nach dem 1:1 freistehend die erneute Führung, welche

dennoch im ersten Durchgang folgen sollte. Topscorer Kyle Doyle (19.) traf per

Rückhand zum 2:1.

Nachdem

eine Sekunde vor der ersten Pause ein vermeintliches 3:1 für die Niedersachsen

erst nach Protesten der Gäste keine Anerkennung fand, kamen die Indians

entsprechend wütend aus der Kabine, erspielten sich Chancen über Chancen. Doch

in fast schon guter alter Pferdeturmtradition „versemmelten“ die Gastgeber im

Minutentakt das vorentscheidende 3:1. Die Quittung folgte auf dem Fuß. Sven

Gerbig vollendete nach 28 Minuten einen, zunächst harmlos anmutenden, Angriff

zum Ausgleich. Waren bis zu diesem Zeitpunkt die Akteure auf dem Eis die

Hauptdarsteller in einem wirklich tollen Oberligaspiel, trat nun Hauptschiedsrichter

Hatz aus Trostberg auf den Plan. Waren viele seiner ausgesprochenen Strafen

regelkonform, muss man das fast schon inflationäre und ohne erkennbare Linie Austeilen

der Strafen des Referees kritisieren. 201 Strafminuten in 37 Minuten sprechen da

eine deutliche Strafe. Die Partie verflachte zusehends, die Hessen dabei mit

leichten Vorteilen, auch bedingt durch diverse Überzahlsituationen. Verdient

die Führung nach 38 Minuten, als Tobias Schwab schön vor das Tor zog, und das

3:2 aus Sicht seiner Mannschaft markierte.

Den

besseren Start in das letzte Drittel erwischten die Hausherren. Die drängten

ihren Kontrahenten mehr und mehr in die Defensive, Lohn war das 3:3 nach 46

Minuten. Martin Niemz konnten einen Baumgartner Hammer nicht festhalten, Bryan

Philips war zur Stelle. Kurios die Szenen in der 50. Minute, als der Unparteiische

vier Strafen am Stück gegen die Teufel aussprach, was deren Trainer Freddy

Carroll derart auf die Palme brachte und handtuschschwenkend seinen Unmut äußerte.

Folge war eine „Spieldauer“ gegen ihn. Die Pferdetürmler konnten die

Strafzeitenflut nutzen. Kapitän Seppi Staltmayr traf, glänzend in Szene gesetzt

von Jan Welke, zum 4:3 nach 53 Minuten. Auch ohne ihren Trainer zeigten die

Nauheimer eine tolle Moral, und kamen vier Minuten vor dem vermeintlichen Ende

zum Ausgleich durch Alexander Althenn. Jeremy Wagner war es vorbehalten, in der

58. Minute dem Spiel den nächsten kuriosen Stempel aufzudrücken. Nachdem er

einen Zweikampf an der Bande gegen den Gäste-Torwart gewann, fuhr er auf das

leere Tor zu und brachte es zum Entsetzen der über 3000 Indians Fans fertig den

Puck nicht im Tor unterzubringen.

So

kam es nach torloser Verlängerung zum Penaltyschiessen, in dem Jan Welke den

zweiten Punkt für sein Team perfekt machte, nachdem Indians-Keeper Theurer drei

Penalties parieren konnte.

Stimmen: Joe West

(Hannover): „Das erste Drittel war erste Sahne, danach kam der Schiedsrichter. Wir

haben zu viele leichte Gegentore bekommen. Es gab heute viel Über-, und

Unterzahl. Toll das meine Mannschaft nie aufgibt.“

Freddy

Carroll (Bad Nauheim). „Wir haben im ersten Drittel ein ausgeglichenes Spiel

gesehen, mit vielen Bodychecks und schönen Pässen. Nach 28 Minuten hatte es

nicht mehr viel mit Eishockey zu tun. Eigentlich sollten die Spieler die

Hauptdarsteller sein. Das war heute leider nicht so.“

Statistik: 1:0 (12:43)

Cameron (Welke, Dewan) 5-4; 1:1 (15:20) Gogulla (Baldys, Althenn); 2:1 (18:39)

Doyle (Phillips, Chamberlain); 2:2 (27:26) Gerbig (Hare, Haiduk); 2:3 (17:35)

Schwab (Ludwig, Baum) 4-4; 3:3 (45:44) Phillips (Doyle, Baumgartner) 5-4; 4:3

(52:04) Staltmayr (Welke, Koziol) 5-4; 4:4 (55:07) Althenn (Gerbig, Hare) 5-4;

5:4 (65:00) Welke (GWS)

Strafminuten:

Hannover 20 + jeweils 5 + Spieldauer für Bagu und Dewan + 2x10 für Cameron + 10

für Phillips – Bad Nauheim 32 + 5 + Spieldauer für Lavallee + Spieldauer für

Carroll + jeweils 10 für Baum und Gare   

Schiedsrichter:

Hatz (Trostberg)

Zuschauer:

3409

Jens

Wilke

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