Indians: Traumstart mit Wermutstropfen

Böse Klatsche für die IndiansBöse Klatsche für die Indians
Lesedauer: ca. 3 Minuten

In einem wahren Spitzenspiel bezwangen die Hannover Indians die Wölfe aus Freiburg mit 2:1. Nur leider wird diese packende Begegnung nicht als solche in Erinnerung bleiben.

Zum Spiel: Die 3060 Zuschauer sahen im ersten Abschnitt eine absolut ausgeglichene Partie. Beide Teams standen sicher in ihrer jeweiligen Defensive, ohne das die Partie trotz der wenigen Chancen langweilig wurde. Die Indians, die in der Defensive ohne Kontigentspieler aufliefen (Oskar Jernström musste kurz vor der Partie passen), erwischten einen Traumstart. Bryan Phillips erzielte bereits nach zwei Minuten in Überzahl die Führung. Einen Konter in Überzahl verwertete der Routinier traumhaft sicher. In der Folgezeit bekamen die Fans tolles Eishockey, mit Tempo und wenigen Unterbrechungen zu sehen.

Im Mitteldrittel hatten die Wölfe leichte Vorteile. Mit einer Überzahl kamen die Breisgauer aus der Kabine und konnten bereits nach 24 gespielten Sekunden den Ausgleich durch Verteidiger Petr Bares markieren. Kurios dabei die Szenen vor dem Torerfolg – 4-5 Einschüsse konnten Indians-Keeper Roman Kondelik im Verbund mit seiner Abwehr abwehren, ehe Bares in den Puck versenken konnte. Trotz der kurzen Druckphase in der 25. Minute, reagierten die Niedersachsen nur und konnten die Partie nicht  in die eigene Hand nehmen. Auch agierte Hauptschiedsrichter Zupp aus Duisburg mit einigen Entscheidungen etwas unglücklich. Wie auch nach der Pausensirene. Indians-Coach Joe West meldete per Handbewegung (im absoluten normalen Rahmen) in Richtung Zupp Gesprächsbedarf an. Dieser reagierten mit einer Zwei-Minuten-Strafe für den Kanadier. Was anschließend im Kabinengang ablief, schilderte Hannover Co-Trainer Kent Todd wie folgt. „Joe sah wie der Schiedsrichter mit dem Freiburger Trainer sprach, ging auf ihn zu und meinte wenn du mit ihm sprichst möchte ich auch mit dir reden. Daraufhin sprach Zupp eine Spieldauerdisziplinarstrafe aus.“

So ging es für die Hausherren mit einer doppelten Unterzahl in das Schlussdrittel. Mit Bravour meisterten die Indians diese kritische Situation und begannen mit erhöhtem Körpereinsatz die Gäste aus dem Konzept zu bringen, was ihnen auch gelang. Den Startschuss (45.) gab Jan Welke, der Freiburgs Keeper Ronny Glaser über den Haufen fuhr. Nach der anschließenden Rangelei kassierten die Wölfe in Person von Marcel Koch eine doppelte Strafe. Nach einer erneuten Strafe für die Freiburger fiel die Entscheidung. Manuel Neumann durfte in der 49. Minute auf das Sünderbänkchen und nachdem die Wölfe-Defensive sich in der anschließenden Unterzahl nicht befreien konnten, lief Ryan Huddy alleine auf Glaser zu und markierte unwiderstehlich den entscheidenden Treffer. Taktisch perfekt hielten die Indians die Führung, hatten aber in der Schlussminute Glück. Nach einem Patzer in der Indians-Abwehr hatten die mitgereisten Freiburger Anhänger bereits den Torschrei auf den Lippen. Doch Fabian Krull rettete für den geschlagenen Kondelik, indem er den Puck von der Linie kratzte.   

Die Stimmen: Kent Todd (Co-Trainer Hannover): „Wir haben gut angefangen, haben das umgesetzt was wir uns vorgenommen haben. Im zweiten Drittel haben wir leider nachgelassen. Die Jungs wollten im letzten Drittel unbedingt gewinnen, haben über den Kampf das Spiel gewonnen.“
Sergej Svetlov (Trainer Freiburg): „Hannover hat Super gespielt im ersten Drittel, es war auch eine tolle Kulisse. Im Zweiten waren wir viel viel besser. Beide Mannschaft haben ein super Spiel gemacht. Mit unserem Spiel bin ich zufrieden, mit dem Ergebnis nicht.“

Am Rande: ...war nach dem Spiel natürlich die Spieldauerdisziplinarstrafe für Joe West das Gesprächsthema. Indians-Geschäftsführer Horst Werk steht nach wie vor hinter seinem Trainer: „Ich lasse mir das Aufgebaute nicht kaputtmachen. Joe hat im Sommer eine Mannschaft mit Herz zusammengestellt, die zwar weniger Talent als die Mannschaften vorher hat, aber einen  grossen Zusammenhalt hat.“ Ferner zeigte Werk wenig Verständnis für Zupp´s Entscheidung, der dahinter System vermutet. So soll es bereits beim vor Wochen stattgefundenen KKH-Cup vor Zeugen eine, für einen Unparteiischen, unzumutbare Aussage von einem der damaligen Schiedsrichter gegeben haben. Bleibt nur zu hoffen, das diese Geschichte von Seiten der Verantwortlichen der ESBG und von den Indians ohne jegliche Polemik und mit der entsprechenden Fairness und Sachlichkeit behandelt wird.

Statistik: 1:0 (1:59) Phillips (Suchomski, Huddy) 5-4; 1:1 (20:24) Bares (Mares) 5-4; 2:1 (48:23) Huddy (Engel, Phillips) 5-4
Strafen: Hannover 20 + 10 für Baumgartner + 20 für West – Freiburg 16
Schiedsrichter: Zupp (Duisburg)
Zuschauer: 3060

Jens Wilke

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