Indians: Letztes Heimspiel?

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Lesedauer: ca. 4 Minuten

War es das letzte Heimspiel für die Hannover Indians in der

Saison 06/07? In einem, ab dem letztem Drittel, dramatischem Spiel verloren sie

gegen den EV Ravensburg nach Penaltyschiessen mit 3:4.

Das Spiel: Sie hatten sich viel vorgenommen. Nach der

9:1 Gala von letzter Woche und den beiden knappen Niederlagen in Ravensburg

sollte der Ausgleich in der Viertelfinalserie her. Entsprechend engagiert

begannen die Indians die Begegnung, vielleicht einen Tick zu übermotiviert.

Konnten sie nach 47 Sekunden die erste Strafzeit der Partie für Ravensburgs

Kapitän Mike Muller nicht nutzen, nahm das Unheil seinen Lauf. In wahren

Strafzeitenflut im ersten Durchgang bekamen die Hausherren eine Strafzeit nach

der anderen, kamen so in die Verlegenheit knapp zehn Minuten in Unterzahl am

Stück spielen zu müssen. Das dabei Hauptschiedsrichter Lenhart mit seinen

Pfiffen teils mehr als unglücklich und mit zweierlei Maß agierte, soll nicht

das Bescheidene erste Drittel der Indians entschuldigen. Die Oberschwaben

bauten Strafzeit um Strafzeit mehr Druck auf, und es kam wie es kommen musste.

Tyler Butler (10.) durfte nach üblen Check gegen Christof Hehle mit einer

Spieldauerdisziplinarstrafe vorzeitig zum Duschen, dies nutzte der EVR. Nach 14

Minuten erzielte Ex-Indianer Peter Campbell mit einem sattem Schlagschuss aus

kurzer Distanz, bei einer Zwei-Mann Überzahl, die Führung für sein Team. Der

nächste ehemalige Indianer wollte dem nicht nachstehen, Derek Switzer markierte

18 Sekunden nach dem 1:0 den nächsten Treffer. Der Stürmer fälschte einen

Schuss von Alexander Wedl unhaltbar für Roman Kondelik ab. Dion DelMonte (5.),

Muller (7.), sowie Petri Kujala (10.) liessen vor der Führung bereits grosse

Chancen ungenutzt.

Ausgeglichener verlief der zweite Abschnitt. Nun waren die

Gäste mit den Strafzeiten an der Reihe, so hatte Jan Welke nach 21 Minuten die

Gelegenheit zum Anschlusstreffer. Der ECH kam mit fortschreitender Zeit immer

besser ins Spiel, drückte seinen Gegner immer weiter in die Defensive. Jedoch nutzten

sie ihre Chancen nicht. Exemplarisch konnten Markus Draxler (31.) und Kyle

Doyle (40.) konnten in jeweils aussichtsreicher Position die sich bietenden

Chancen nicht in Tore umwandeln.

Als Knackpunkt der Partie darf man die 41. Minute ansehen.

Nach einem unglücklichen Zweikampf an der Bande mit Indians-Stürmer Welke,

blieb EVR-Angreifer Ron Newhook verletzt an der liegen. Er wurde vom Eis

geführt und dürfte heute einen längeren Termin beim Zahnarzt haben. Die

Niedersachsen zeigten nun Indians-Eishockey. Nach einem nicht gegebenen Tor in

der 44. Minute war nun auch die Kulisse da, die 4129 Zuschauer peitschten ihr

Team nach vorne. Mit Erfolg. Zwei Minuten später spielte Welke die EVR-Abwehr

schwindelig und erzielte per Rückhand das 1:2. Nach diesem Treffer waren die

Fans und das Team wie elektrisiert, der gefürchtete Pferdeturm-Roar machte wohl

EVR-Keeper Leo Conti zu schaffen. Denn wie in der Vorwoche kassierte Conti  wieder einen haltbaren Treffer. Mit einem nicht

allzu platzierten Schuss von der blauen Linie machte Alex Schuster aus dem

Pferdeturm einen Hexenkessel, der Puck fand den Weg in die Maschen. Doch die

Puzzlestädter zeigten warum sie ein Wörtchen mitreden in Sachen Aufstieg. Nach

einem Puckverlust des ansonsten überragenden Josef Staltmayr, bediente Campbell

Markus Schütz, der Kondelik mit einem Rückhand-Schlenzer keine Chance bei der

erneuten Gäste-Führung liess. Die Indians dennoch unbeeindruckt. Conti machte

nach 58 Minuten mit einem Hechtsprung 

eine Doyle Chance zunichte, sah dennoch Sekunden später erneut

unglücklich aus. Für den EVR war eine Strafe angezeigt, Getümmel vor dem Tor

und als alle dachten, dass das Spiel bereits abgepfiffen war, reagierte Dennis

Meyer am schnellsten. Er schnappte sich den Puck und schob ihn am verdutzten Conti

ins Gehäuse. Erst mit Verzögerung nahmen die Fans den Ausgleich war. Hätte 18

Sekunden später Jordan Webb bei einem Break die Führung für seine Mannschaft

erzielt, die Fans würde jetzt immer noch feiern. Aber es passte zu der Leistung

des Stürmers in dieser Partie, Webb scheiterte. 

Es ging in die Overtime. Da agierten nur die Niedersachsen,

ohne jedoch die zwingenden Chancen herauszuspielen. Die Ravensburger schienen

platt zu sein, zeigten aber im anschließenden Penaltyschiessen die besseren

Nerven. Nach dem alle neun Schützen mehr oder weniger kläglich vergaben, war es

Rudolf Gorgenländer der die 150 mitgereisten Fans jubeln liess. In abgezockter

Manier traf er zur Entscheidung.

Am Rande: ...war die Stimmung auf der Pressekonferenz

im Indians-Lager geknickt. „Wir haben heute die Arschkarte gewonnen. Die

glücklichere, nicht die bessere Mannschaft hat gewonnen. Wir sind durch die

Strafen zu Beginn nicht ins Spiel gekommen, haben aber ab dem zweiten Drittel

Gas gegeben. Es gab heute Probleme mit der Chancenverwertung“, konstatierte

Indians-Coach Joe West. Georg Holzmann war natürlich zufrieden: „Wir wollten

uns anders präsentieren als letzte Woche, was uns gelungen ist. Ab der 30.

Minute hat Hannover unheimlich viel Druck gemacht, jeden Puck zum Tor gebracht.

Im Penaltyschiessen hatten wir Glück“, so der EVR-Trainer.

Statistik: Tore: 0:1 (13:36) Campbell (Newhook,

Muller) 5-3; 0:2 (13:54) Switzer (Eckmair, Schütz) 5-4; 1:2 (45:43) Welke

(Chamberlain); 2:2 (46:51) Schuster (Ciganovic); 2:3 (54:24) Schütz (Campbell,

Eckmair); 3:3  (57:52) Meyer (Staltmayr,

Draxler); 3:4 (70:00) Gorgenländer (GWS)

Strafen: Hannover 14 + 5+ 20 für Butler – Ravensburg 24 + 10

für Haug + 10 für Conti

Schiedsrichter: Lenhart (Darmstadt)

Zuschauer: 4129

Jens Wilke     

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