Indians: Im letzten Drittel zum Sieg

Böse Klatsche für die IndiansBöse Klatsche für die Indians
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Mit einer wahren Energieleistung im letzten Drittel gewannen

die Hannover Indians gestern Abend mit 5:3 gegen den Altmeister EV Füssen, und

konnten sich damit auf den zweiten Platz der Oberliga-Nordgruppe vorschieben.

Zum Spiel: Ohne die Verteidiger Christopher

Schadewaldt, Oskar Jernstöm und Michael Dahms gingen die Hannoveraner von der

ersten Sekunde an engagiert zu Werke. Von Beginn entwickelte sich dadurch, ein

für die Zuschauer, recht attraktives Spiel. Die Füssener, die nur mit 16

Feldspielern angereist waren, zeigten sich durch die Anfangsoffensive der

Indians wenig beeindruckt. Mit schnellen Spielzügen verlangten sie von ihrem

Kontrahenten höchste Konzentration und das ganze Können ab. Im Gegensatz zum

letzten Heimspiel gegen Leipzig zeigte sich die Indians-Defensive stark

verbessert. Es dauerte bis zur 15. Minute, ehe die Fans der Indianer jubeln

konnten. Nach einer Druckphase der Bayern fuhren die  Niedersachsen einen Konter, den Robert

Suchomski zur 1:0 Führung abschloss.

Der Mittelabschnitt gehörte optisch den Gästen. Deuteten sie

im ersten Durchgang bereits mehrmals ihre Gefährlichkeit vor dem Tor an, so

sollte sich das in der Folgezeit zur Freude der 30 mitgereisten Fans in Form

von Toren auszahlen. Nach 25 Minuten durften sie zum ersten Mal jubeln, als

Verteidiger Nick Anderson einen Konter im Nachschuss abschloss. Als drei

Minuten später gar die Gästeführung fiel, wähnten sich die Fans der Indians im

falschen Film. Der Puck sprang unglücklich von der Band hinter dem Tor zurück,

und zu allem Überfluss schlug Indians-Keeper Roman Kondelik über den Puck.

Ruslan Bezshchasnyy bedankte sich, und lochte zum 2:1 aus Sicht seiner

Mannschaft ein. In der 37. Minute stockte den Fans und Verantwortlichen der

Hannoveraner der Atem. Nach einem nicht gerade fairen Check vom Füssener

Florian Bindl gegen Alexander Engel, blieb dieser minutenlang auf dem Eis und

musste mit der Trage vom Eis transportiert werden. Machte in der anschließenden

Drittelpause am Pferdeturm das Gerücht Kreuzbandriss die Runde, so konnte nach

ersten Diagnosen vom Indians-Mannschaftsarzt Entwarnung gegeben werden. Das

Knie soll dem Vernehmen nach in Ordnung sein. Weiteres werden die weiteren

Untersuchungen ergeben. Für die Hausherren war die 37. Minute so etwas wie ein

Aufwecker. Es schien als wollten sie für ihrem Teamkollegen siegen, und

markierten in der 40. Minuten auch den folgerichtigen Ausgleich. Ryan Huddy

ließ, mit seinem Handgelenkschuss, Christian Krüger im Füssener Tor keine

Chance.

Das Schlussdrittel gehörte den Indians. Angetrieben von der

Kulisse, setzten sie die Gäste unter Druck und hatten schnell Erfolg. Kyle

Doyle (44.) mit einem Schuss in Winkel markierte die erneute Führung für die

Landeshauptstädter, die der EVF zwei Minuten später egalisieren konnten. Just

als beide Teams wieder komplett waren, traf Bezshchasnyy zum 3:3 Ausgleich.

Doch die Hausherren ließen sich nicht in ihrer Absicht beirren, die drei Punkte

in der Heimat zu lassen. Nachdem Füssen´s Henri Virta nach seinem Amoklauf mit

2+2 Strafminuten belohnt wurde, nutzte Jamie Chamberlain die personelle

Überlegenheit und markierte im Nachschuss den vierten Treffer für seine

Mannschaft. Dennis Meyer war es vier Minuten vor Ende der Partie vorbehalten

den Schlusspunkt zu setzen. Nach feiner Vorarbeit von Fabian Krull, stand er

vor dem Tor goldrichtig, und erzielte seinen ersten Saisontreffer. EVF-Coach

Dave Rich versuchte alles, nahm drei Minuten vor Schluss eine Auszeit und

seinen Torwart raus. Jedoch ohne Erfolg. Einen weiteren, durchaus verdienten

Treffer für sein Team sollte sich nicht einstellen.

Stimmen: Joe West: „Es war ein gutes Spiel, beide

Mannschaften haben heute gut gekämpft. Füssen hat eine sehr gute Mannschaft,

sie haben uns alles abverlangt. Wenn man bedankt, das wir im letzten Drittel

nur noch fünf Verteidiger hatten, wo der Älteste 26 Jahre alt ist, ist es hoch

einzuschätzen am Ende gewonnen zu haben.“

Dave Rich: „Wir hatten heute das Glück nicht auf

unserer Seite. Hannover hat heute im richtigen Moment die wichtigen Tore

erzielt.“

Am Rande: ...ist für den Schweden Oskar Jernström das

Kapitel Hannover beendet. War der Verteidiger eh nur mit einem Vertrag bis

November ausgestattet, so sollte es sportlich für den sympathischen

Skandinavier nicht reichen.

Statistik: 1:0 (14:13) Suchomski (Huddy, Phillips);

1:1 (24:47) Anderson; 1:2 (27:41) 

Bezshchasnyy (Anderson) 5-4; 2:2 (39:13) Huddy (Phillips) 4-4; 3:2

(43:26) Doyle (Morrow) 3-3; 3:3 (45:11) 

Bezshchasnyy (Häfele, Naumann); 4:3 (52:30) Chamberlain (Staltmayr) 5-4;

5:3 (55:07) Meyer (Krull)

Strafen: Hannover 18 – Freiburg 18 + 10 für Anderson

Schiedsrichter: Györggyicze (Troisdorf)

Zuschauer: 2827

Jens Wilke