Indians bezwingen Dresden 4:3 n. P. – Robby Sandrock überragend

Erster Neuzugang der IndiansErster Neuzugang der Indians
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Die Hannover Indians schienen die 0:7 Klatsche vom Freitag in Leipzig gut verdaut zu haben. Die Dresdner, die die ersten Minuten klar bestimmten, machten einen kapitalen Abwehrfehler, den die Indians eiskalt nutzten. Derek Switzer brachte den ECH mit Glück in Führung (4.) und Robby Sandrock legte bei einer 5 gegen 3 Überzahlsituation mit einem sehenswerten Schuss nach (7.) und schon stand es 2:0. Mit dieser Führung im Rücken spielten die Indians befreiter auf und kamen zu einigen Chancen. Die größteGelegenheit hatten sie in der 18. Spielminute, brachten den Puck jedoch nicht im Netz unter, dafür verletzte sich der Dresdner Torhüter Iro Itämies im entstandenen Getümmel und musste durch Backup Norbert Pascha ersetzt werden. Eigentlich ein weiterer Vorteil für die Indians sollte man meinen. Sie erzielten dann in der 20. Minute auch noch einen Treffer, der jedoch nicht gegeben wurde, da zuvor das Tor verschoben wurde.

Im zweiten Drittel schienen die Indians von allen guten Geistern verlassen worden zu sein, spielten sie doch ein grottenschlechtes Eishockey, bei dem nichts mehr zusammenlief und katastrophale Fehlpässe an der Tagesordnung waren. Logische Konsequenz der unerklärlichen Wandlung waren Tore der Dresdner, die zunächst durch Jan Schertz den Anschlusstreffer erzielten (26.) und kurz darauf bei eigener Unterzahl (!!) durch Verteidiger Jakub Körner sogar den Ausgleich markieren konnten (28.). Indians-Coach Greg Thomson nahm daraufhin zwar eine Auszeit, sein Team war aber weiterhin völlig von der Rolle. So sorgte ein schlimmer Fehler des sonst so zuverlässigen Staltmayr dafür, dass die Dresdner erstmals in Führung gingen. Er spielte den Puck unbedrängt an den Körper des Eislöwen-Spielers Petr Sikora, der dann mit der Scheibe am Schläger loszog und Kondelik überwandt (37.). Bis auf die Dresdner waren alle Anwesenden im Stadion froh, als dieses Drittel vorbei

war.

Im letzten Abschnitt wurden die Indians zwar wieder besser, aber immer noch fehleranfällig. Glücklicherweise können sie sich auf ihren Neuzugang Robby Sandrock, dem Ex-DEL-Crack, verlasen, der gut 5 Minuten vor Ende der Partie den Puck unhaltbar und humorlos ins Dresdner Netz beförderte (55.). Damit hatten die Indians bereits einen Punkt sicher. Die Verlängerung verlief torlos, so musste das Penaltyschießen für die Entscheidung sorgen. Im ersten Durchgang traf auf Seiten der Indians nur Sandrock, während für die Eislöwen Schertz und Kasperczyk erfolgreich waren. Das Tor von Kasperczyk wurde kurioserweise aber nicht vom Schiedsrichter anerkannt, da Kondelik bei seinem Abwehrversuch das Tor verschoben hatte. So musste es weitergehen und Robby Sandrock traf noch einmal, während Kasperczyk diesmal scheiterte und die Indians auch den zweiten Punkt auf ihrem Konto verbuchen konnten.

Bei der anschließenden Pressekonferenz war das nicht gegebene Penaltytor neben der überragenden Leistung von Sandrock auch das Hauptthema, da Eislöwen-Coach Jiri Kochta die Entscheidung des Schiris natürlich nicht verstehen konnte. „Wir haben die ersten drei Minuten gut gespielt, dann aber zu schnell die beiden Gegentore kassiert. Im zweiten Drittel waren wir wieder besser und ich finde, das 3:3 ist ein gerechtes Ergebnis, das sich beide Mannschaften auch verdient haben. Zum Penaltyschießen kann ich nur sagen, so was habe ich noch nie erlebt, das ein klarer Tor nicht gegeben wurde. Ich weiß auch nicht, mit welcher Begründung. Jedenfalls ist das nicht korrekt!“ Indians-Coach Greg Thomson konnte seinen Frust nachempfinden. „Ich bin besser gelaunt als am Freitag in Leipzig, aber im 2. Drittel haben wir kein Eishockey gespielt. Keiner hat sich richtig bewegt. Nachdem Switzer mit Zerrung ausfiel musste ich die Reihen durcheinander würfeln. Den Ausgleich haben wir nur dem überragenden Sandrock zu verdanken. Das waren zwei wichtige Punkte. Das mit dem nicht gegebenen Tor habe ich ehrlich gesagt auch nicht verstanden, aber genau so wie mein Kollege jetzt, habe ich mich am Freitag gefühlt. Ich hoffe, nächsten Sonntag haben wir mehr Zuschauer in der Bude!“

Thomsons berechtigte Anspielung bezieht sich auf den Umstand, dass sich nur 1831 Zuschauer zum ersten Heimspiel der Meisterrunde ins Stadion am Pferdeturm verirrten, was in Anbetracht dessen, dass es nach der zuletzt langweiligen Vorrunde endlich wieder um etwas geht, nämlich um den Einzug in die Playoffs, nicht nachvollziehbar ist. Die einstmals einmalige Stimmung am Pferdeturm war an diesem Abend jedenfalls nicht vorhanden. Zeitweise war es so still, das man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Hoffentlich weckt der nächste Gegner, die Stuttgart Wizards, das Interesse der diesmal daheimgebliebenen Fans, denn ohne intensive Unterstützung der Nordkurve wird es schwer, die Playoffs zu erreichen. (S. Palaser)

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