Im Westen nichts Neues

Bären basteln am personellen FeinschliffBären basteln am personellen Feinschliff
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Wenn beim Fernsehquiz "Was bin ich" der gesuchte Beruf mit der Geste eines Achselzuckens dargestellt wird, könnte die Antwort lauten, es handle sich um einen Funktionär des Neuwieder Eishockeys. An der fortwährenden Unsicherheit über die Zukunft der Neuwieder Eishalle und damit des Eishockeystandorts Neuwied hat sich in den vergangenen Tagen nichts geändert. Nahezu täglich ändern sich hinter den Kulissen die Lösungsmöglichkeiten und auch der Stand der Verhandlungen zu einem Verkauf der Eishalle. Möglicherweise bahnt sich auch eine Lösung an, die ohne Verkauf der Eishalle auskommen kann. Fakt ist allerdings: Sollten sich die Rahmenbedingungen aus SCM-Sicht bis zur Mitgliederversammlung nicht entscheidend verbessert haben, zieht sich der SCM zurück - so wurde es auf der letzten Vereinsversammlung beschlossen. Sportlich hingegen herrscht nach dem 2:4 der Neuwieder Bären gegen die Essener Moskitos Klarheit. Im dritten Oberliga-Jahr wird der SC Mittelrhein-Neuwied erstmals die Play-offs verpassen, was angesichts der Etateinsparungen vor der Saison alles andere als eine Überraschung ist. Im Gegenteil: Weil die Mannschaft die Herzen der Fans gewonnen hat, verlief diese Spielzeit durchaus sehr erfolgreich, der Zuspruch war höher als in den Jahren zuvor. Die Niederlage gegen Essen war die sechste Heimpleite in der Endrunde - und von den Fans nahm`s keiner krumm. Ein ungewöhnliches Verhalten für den Standort Neuwied, wo in der Vergangenheit (vor allem in der Ära Fabian Dahlem) die Spiele nicht nur erfolgreich gestaltet, sondern auch schön herausgespielt werden mussten. Das westdeutsche Derby der Oberliga dokumentierte die Kräfteverhältnisse der Meisterrundentabelle. Essen kontrollierte das Geschehen klarer, als es der Spielstand aussagte, und feierte im sechsten Duell dieser Saison den sechsten Sieg gegen die Bären. Gäste-Trainer Toni Krinner, dessen Mannschaft in der Endrunde als die gefestigste in Neuwied antrat, lobte den Charakter seiner Akteure: "Es ist bewundernswert, dass sich meine Spieler auch noch zehn Sekunden vor Schluss in die Schüsse warfen, obwohl alles entschieden war." Trainer Fred Carroll beklagte das vierte Gegentor, das seine Mannschaft kurz vor der zweiten Pause kassierte. "Danach war auf unserer Seite die Luft raus." In den letzten Punktspielen müssen die Bären auf Stürmer Stephan Petry verzichten. Bei einem Juniorenspiel in Grefrath wurde Petry am Boden liegend aus kürzester Distanz am Hals getroffen und mit einer Halswirbelprellung ins Krankenhaus gebracht. Carroll: "Ein paar Zentimeter höher oder tiefer und Stephan wäre wohl im Rollstuhl gelandet, berichtete der Arzt." (lim)