Im Stile einen Spitzenmannschaft: Tölz nach Sieg in Freiburg Tabellenführer

Heimpleite gegen BietigheimHeimpleite gegen Bietigheim
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Gut

gelaunt und charmant präsentierte sich Axel Kammerer bei der Pressekonferenz

nach dem Gastspiel seiner Tölzer Löwen beim EHC Freiburg: „Jetzt schauds ned so

traurig. Die Mannschaft is ned schlecht!“, versuchte der Coach der Isarwinkler

den Anhang der Wölfe aufzubauen. Vorausgegangen war ein eher mäßiges

Oberligaeishockeyspiel, das die Löwen trotz eines Tiefs im zweiten Drittel

aufgrund ausgezeichneter Leistungen im ersten Spielabschnitt und in der

Schlussphase souverän mit 5:2 (2:0, 0:0, 3:2) für sich entschieden. Für Tölz

erfolgreich waren Dubé (2), MacSweyn, Stefan Endraß und Mötsch, für Freiburg

durften sich Mamonovs und Samendinger in die Torschützenliste eintragen.

Der

EHC Freiburg macht derzeit eine schwere Zeit durch. Nach einem turbulenten

Sommer und einem etwas zähen Start hatten sich die Wölfe ab Mitte September

eigentlich deutlich stabilisiert. Im November konnten die Breisgauer aber keinen

einzigen Sieg einfahren und holten lediglich 3 Punkte aus Spielen, in denen sie

ein Unentschieden nach regulärer Spielzeit erreicht hatten. Sperren,

Verletzungen und vielleicht auch die eine oder andere strittige

Personalentscheidung sorgten dafür, dass die Stimmung bei den Südbadenern

derzeit ziemlich im Keller ist.

Zur

Stimmungsaufhellung konnten die Tölzer Löwen nichts beitragen. Zu gut

präsentierte sich die Mannschaft von Axel Kammerer, gestärkt durch den 3:0-Sieg

im Derby gegen den SC Riessersee im ersten Spielabschnitt. Gleich der erste

gelungene Angriff konnte in ein Tor umgemünzt werden. Yanick Dubé hatte den vor

dem Tor freistehenden Stefan Endraß mustergültig bedient und dieser fand

eiskalt die Lücke. 1:0 bereits in der 2. Spielminute!

Dubé

knüpfte nahtlos an seine ausgezeichnete Leistung vom Freitag an und markierte

in der 14. Minute das 2:0 – in Unterzahl!

Das

zweite Drittel bot qualitativ weniger gutes Eishockey. Die Löwen leisteten sich

eine Vielzahl  kleinerer Fehler und

brachten sich durch unnötige Strafzeiten selbst aus dem Konzept. Doch der EHC

vermochte aus den insgesamt 8 Minuten 5 gegen 4 kein kein Kapital zu schlagen.

Auch als Daniel Mötsch 2+2 Strafminuten für unabsichtlichen hohen Stock mit

Verletzungsfolge auf der Strafbank verbrachte, erarbeiteten sich die Breisgauer

kaum Chancen.Viele seiner Kollegen hätten in dieser Situation vermutlich eine

Spieldauerdisziplinarstrafe verhängt. Doch Referee Naunheims Entscheidung

entspricht den Regeln und fügte sich nahtlos in die unaufgeregte und souveräne

Spielleitung des Trierers ein.

Auch

im Schlussabschnitt gelang es den Isarwinklern zunächst nicht an die Leistung

aus dem Anfangsdrittel anzuknüpfen, bis ein Weckruf die Löwen aufrüttelte. Jan

Schinköthe saß für 2 Minuten wegen Hakens draußen als Vladimirs Mamonovs von

der Blauen Linie abzog und Marko Suvelo zum ersten Mal hinter sich greifen

musste. Der Anschlusstreffer! Doch nur eineinhalb Minuten später war der alte

Abstand wieder hergestellt. Daniel Mötsch fälschte einen Blueliner von Jan

Schinköthe unhaltbar zum ersten Punktspieltor seiner Laufbahn im

Seniorenbereich ab.

Freiburg

drängte in der Folgezeit auf den erneuten Anschluss, vernachlässigte dabei

jedoch die Defensive. Bauer verlor in aussichtsreicher Schussposition die

Scheibe an den attackierenden Yanick Dubé, der sich dadurch einen erneuten

Alleingang erarbeitete und diesen in gewohnt souveräner Manier zum 4:1 versenkte.

Bei so viel Brillanz wollte die erste Sturmreihe der Tölzer nicht zurückstehen.

Kurt MacSweyn vollendete eine sehenswerte Kombination seiner Nebenleute mit dem

fünften Löwen-Treffer. Freiburg hatte da freilich nichts mehr entgegenzusetzen.

Das 5:2 durch Samendinger in der 56. Spielminute war lediglich

Ergebniskosmetik.

Wölfe-Coach

Sergej Svetlov verwies auf der Pressekonferenz auf die zahlreichen

angeschlagenen und verletzten Spieler, die die Arbeit sowohl im Spiel als auch

im Training erschweren würden. Axel Kammerer gab wie bereits erwähnt

Schützenhilfe und fügte hinzu: „Wenn die Verletzten wieder da sind, ist mit

Freiburg noch zu rechnen. Die Play-offs schafft ihr sicher.“ Solche aufbauenden

Worte gehen natürlich besonders dann leicht über die Lippen, wenn man wie Axel

Kammerers Mannschaft an diesem Wochenende sich mit guten Leistungen an die

Tabellenspitze gespielt hat. (or/tfk)

EHC Freiburg

– EC Bad Tölz  2:5 (0:2, 0:0, 2:3)

Tore:

0:1 (01:21) S. Endraß (Mulock, Dubé), 0:2 (13:08) Dubé (Rohner, Bergmann, 4-5),

1:2 (46:33) Mamonovs (Samendinger, Hoffmann, 5-4), 1:3 (48:13) Mötsch

(Schinköthe, Urban), 1:4 (49:53) Dubé, 1:5 (52:54) MacSweyn (Schönberger,

Reader), 2:5 (55:12) Samendinger (Hoffmann, Ketter)

Schiedsrichter: Eric Naunheim (ESC Trier)

Strafminuten: Freiburg 

6 -  Bad Tölz  16

Spieler

des Spiels: Marko Suvelo

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