HEV: Mit Duisburger Hilfe in die Oberliga

HEV: Mit Duisburger Hilfe in die OberligaHEV: Mit Duisburger Hilfe in die Oberliga
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Am Freitag gab es endlich die langersehnte Pressekonferenz, auf der die Fans des Herner EV nicht nur über den aktuellen Stand der Planungen informiert wurden, sondern auch sämtliche Fragen beantwortet bekamen. Es wurden wichtige Details genannt, die nötig waren um die Oberliga-Teilnahme sicher zu stellen. Anwesend waren neben Ralf Pape, Hauptgesellschafter des EV Duisburg auch einige Stadtoberen aus Herne und SPD-Ratsfraktions Vorsitzender Dr. Frank Dudda.

Der Geschäftsführer der Spielbetriebs GmbH, Matthias Roos, war zum Zeitpunkt des Pressemeetings in München, wo ihm sowohl der Modus der Oberliga (54 Vorrundenspiele) als auch die definitive Teilnahme des HEV in der dritten Liga bestätigt wurde. Er teilte in einer Botschaft jedoch mit, dass das Herner Eishockey diesen Weg jedoch nicht aus eigener Kraft hätte gehen können. Ohne die Unterstützung der Füchse Duisburg, insbesondere durch Ralf Pape, währe dies nicht möglich gewesen.

Das war auch der Ansatz von Pape. Er zeigte sich schwer beeindruckt von der Motivation und den Ergebnissen des Duos Roos und McNevan in den letzten zwölf Monaten. Er wies darauf hin, dass ein derartiges Unterfangen alles andere als üblich ist und die Arbeit in Herne einzigartig sei. Genau dies war letztendlich auch der Beginn seiner Bemühungen, die anderen DEL-Teams aus NRW, Düsseldorf, Krefeld, Iserlohn und Köln an seine Seite zu holen, um konkrete Möglichkeiten zu suchen, für alle Seiten positive Lösungen zu finden.

„Wir haben in NRW zwar eine starke Konzentration von DEL-Vereinen, jedoch fehlt uns trotz der guten Nachwuchsförderung das Bindeglied zwischen DNL und DEL. Im Idealfall sollten die Spieler aus der DNL den Sprung in die DEL über die dritte und zweite Liga machen.“ Ralf Pape wurde bewusst, dass sich nach dem Wegfall der Moskitos Essen aus der zweiten Liga in diesem Bereich etwas ändern muss. So sah er nach dem sportlichen Erfolg des Herner EV 2007 die Gelegenheit, etwas zu bewegen. Nachdem auch die anderen NRW-DEL-Clubs dieselben Ambitionen zeigten, nahm er Kontakt zum HEV auf und eröffnete eine Reihe von Gesprächen mit dem Ziel der Oberliga-Teilnahme der Crusaders und der Förderung junger Talente. Neben Herne sollen auch andere Vereine aus NRW in die Oberliga aufsteigen können und ebenfalls in diese Nachwuchsförderung eingebunden werden. Für Herne selber plant Pape in den nächsten zwei bis drei Jahren den Aufstieg in die zweite Liga, um auch dort wieder ein NRW-Team zu etablieren.

„Es muss viel bewegt werden“, so Pape weiter. „Bei unserem ersten Besuch fanden wir eine Halle vor, die in einem mehr als schlechten Zustand war. Was wir aber auch sahen, waren Menschen, die sich die Zeit nahmen, ehrenamtlich diesen Zustand zu verbessern.“ Fakt ist aber auch, das dies allein nicht ausreicht, um die ESBG-Standards zu erfüllen. Pape nahm deshalb Kontakt zu Jürgen Stieneke auf, um ihm das Angebot zu unterbreiten, die Halle zu kaufen. Nach nur zwei Gesprächen konnte am letzten Mittwoch per Handschlag Einigung erzielt werden. Pape will nun in den kommenden Monaten ca. 2 Millionen Euro in die Eis-Arena am Gysenberg investieren, um den Standort Herne zu erhalten. Jürgen Schmitz, Betreiber der Duisburger Eissporthalle, wird nun auch die Eishalle in Herne, gemeinsam mit seinem Sohn David Schmitz, leiten.

Dass bei einer derartigen Transaktion auch die Stadt und somit die Politiker unterstützen müssen, liegt vor allen Dingen an der Tatsache, das allen Beteiligten die Zeit davon lief. So setzte Dr. Dudda schnellstmöglich alle Hebel in Bewegung, um den Verkauf voranzutreiben. Heute gehen alle Parteien davon aus, dass der Verkauf in den nächsten zwei Monaten über die Bühne geht. Auch Dr. Dudda zeigte sich überzeugt von der Arbeit des HEV und versprach, alles Nötige zu tun.

Neben der Integrierung von zehn bis zwölf Förderlizenzspielern der DEL-Clubs in Herne, wobei Duisburg höchstwahrscheinlich den Löwenanteil stellen wird, wurde auch über die finanzielle Situation des HEV gesprochen. Hier stellt Ralf Pape die 40.000 Euro Bürgschaft der Herner Spielbetriebs GmbH zur Verfügung und wird zum Mehrheitsgesellschafter der GmbH. Nun ist aus dem Führungsduo Roos – McNevan ein Führungstrio geworden. Die Förderlizenzspieler stehen so gut wie fest, zudem wird Shannon McNevan drei weitere Nordamerikaner mitbringen.

Nach acht Jahren kehrt der Herner EV nun zurück in die Oberliga. Eine Terminierung der Spiele für die Saison 2008/09 ist in etwa zwei Wochen geplant. Gegner des HEV werden unter Anderem die ehemaligen Deutschen Meister Füssen und Rosenheim sein, sowie Rostock, Hannover oder Kaufbeuren. Besonders freut man sich am Gysenberg auf die Freunde aus Bad Nauheim.

(Foto: von links: EVD-Hauptgesellschafter und nun auch Hernes Mehrheitsgesellschafter Ralf Pape, Füchse-Marketingleiter Bülent Aksen, Hernes SPD-Franktionschef Frank Dudda.)