HEV bezwingt Neuss mit 6:2

Philip Hendle lässt sich auf besondere Weise zu seinem Tor beglückwünschen.Philip Hendle lässt sich auf besondere Weise zu seinem Tor beglückwünschen.
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Überlegen war man den Gästen allerdings nur während den ersten zehn Minuten, danach entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Glücklicherweise hatte der HEV eine schnelle 2:0-Führung heraus gespielt und war vor dem Tor deutlich abgeklärter als der NEV.

Die Gastgeber kamen gut ins Spiel und übernahmen sofort das Kommando. In der dritten Spielminute hatte Neuss noch Glück als die dritte Herner Angriffsformation mit Philip Hendle, Sebastian Haßelberg und Maris Kruminsch sich im Angriffsdrittel festsetzte und zwei ausgezeichnete Chancen heraus spielte. Leider wurden diese noch nicht genutzt. Eine Minute später schloss Danny Fischbach einen sehenswerten Spielzug mit Philipp Louven und Nils Liesegang zur 1:0-Führung ab. In der sechsten Spielminute ahndeten die Unparteiischen die erste Regelwidrigkeit des Spiels. Durch die Überzahlsituation kam Neuss besser ins Spiel und nahm erst einmal das Tempo aus der Partie. Nur 44 Sekunden nach Ablauf der Strafzeit hatten die Gastgeber wieder Fahrt aufgenommen und schlossen einen weiteren gelungenen Spielzug zum 2:0 ab. Torschütze war Philip Hendle nach Vorarbeit von Sebastian Haßelberg und Patrik Gogulla. In der Folgezeit wurden die Herner etwas übermütig und Neuss kam zu ersten Konterchancen.

Im Mitteldrittel mussten die Gastgeber zunächst eine doppelte Unterzahlsituation überstehen, was auch gelang. Zu harmlos und zu ideenlos präsentierten sich die Gäste in dieser Phase des Spiels.  anstatt aus einer sicheren Defensive heraus zu agieren, ließ der HEV sich mit zunehmender Spieldauer unnötigerweise auf einen offenen Schlagabtausch ein. Torhüter Christian Lüttges konnte sein Tor mit glänzenden Paraden vorerst sauber halten und hielt seine Mannschaft im Spiel. In der 32. Spielminute traf Maris Kruminsch nach Zuspiel von Sebastian Haßelberg zum 3:0. Die Drei-Tore-Führung war keinesfalls unverdient, spiegelte aber das Chancenverhältnis in keinster Weise wieder. Für die Gäste sollte es noch schlimmer kommen. Während einer Überzahlsituation drängten sie auf das 3:1,  allerdings fing Benjamin Hanke einen Querpass an der blauen Linie ab. Den daraus resultierenden Alleingang nutzte er in der 36. Spielminute eiskalt zum 4:0. Zwei Minuten später gelang den Gästen während einer angezeigten Strafe das verdiente Tor zum 4:1. Nach präzisem Zuspiel von Alexander Brinkmann hatte Kai Oltmanns mit einem schönen Direktschuss getroffen. Die passende Antwort hatte der HEV in Form von Maris Kruminsch, der in der 40. Spielminute auf 5:1 erhöhte.

Im Schlussdrittel taten sich beide Mannschaften nicht mehr weh. Die Herner verwalteten ihren Vorsprung und taten nicht mehr als unbedingt notwendig war. Die Neusser übten sich im Auslassen von Großchancen und verpassten es dadurch ein besseres Resultat zu erzielen. Alexander Brinkmann verkürzte in der 58. Spielminute auf 5:2 und Andre Oesterreich sorgte in der 60. Spielminute für den 6:2-Endstand. Insgesamt war der HEV cleverer und abgeklärter im Abschluss, weshalb der Sieg für die Grün-Weiß-Roten auch verdient war. Sicherlich fiel er aber um ein oder zwei Tore zu hoch aus. Das Schussverhältnis betrug übrigens 38-44 für den Neusser EV. „Die Mannschaft hat sehr gut begonnen, aber nach dem 2:0 nachgelassen. Anstatt den Vorsprung zu verwalteten und auf Konterchancen zu  lauern sind wir zu offensiv geworden und wurden selbst ausgekontert. Das war ein unnötiges Risiko und hätte auch schief gehen können. Wenn es nach 40 Minuten nicht 5:1, sondern 5:5 gestanden wäre, hätten wir uns nicht beklagen dürfen“, so das Fazit von HEV-Trainer Krystian Sikorski nach dem Spiel.

Am Sonntag treffen beide Teams in Neuss wieder aufeinander. Eine Rückkehr des erkrankten HEV-Kapitäns Andre Grein scheint ausgeschlossen. Seine Mannschaftskameraden müssen wohl erneut ohne den Routinier auskommen. Im Südpark ist eine enge Partie zu erwarten. Bleibt zu hoffen, dass die Gysenberger ihr Glück an diesem Wochenende nicht bereits aufgebraucht haben.

Tore: 1:0 (4:09) Fischbach (Louven, Liesegang), 2:0 (8:26) Hendle (Haßelberg, Gogulla), 3:0 (31:15) Kruminsch (Haßelberg, Gerike), 4:0 (35:22) Hanke (4-5), 4:1 (37:55) Oltmanns (Brinkmann, Bongartz), 5:1 (39:59) Kruminsch (Gogulla, Pigache), 5:2 (57:11) Brinkmann (Pering), 6:2 (59:26) Oesterreich (Hanke, Pigache). Strafen: Herne 12, Neuss 8. Zuschauer: 328.