Herne gewinnt beide Finalpartien

"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz
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Die Herner Blizzards haben es geschafft: nach 44 Pflichtspielen ohne eine einzige Niederlage gewinnen sie den Meistertitel der Oberliga-Aufstiegsrunde und ziehen somit ebenso wie die Roten Teufel Bad Nauheim als Zweitplatzierter in die Oberliga ein. Einem knappen 6:5 für die HEG am Freitagabend folgte ein souveränes 6:3 der Ruhrstädter am Sonntagabend, nach dessen Schlusssirene eine große Party in der Eis-Arena am Gysenberg startete.

Vor gut 2.500 Fans im Colonel-Knight-Stadion erspielten sich die Roten Teufel am Freitagabend nach einem tollen Kampf eine recht akzeptable Ausgangsposition für das Rückspiel. Das fünfte Tor durch Keven Gall in der letzten Spielminute ließ noch einmal Hoffnung aufkommen für das zweite Finalspiel, das zwei Tage später über die Bühne ging.

Wer weiß, wie das Hinspiel verlaufen wäre, hätte Jeff Golby in der 2.Minute bei 5 gegen 3-Powerplay das leere Tor zur 1:0-Führung getroffen, der Goalgetter verzog jedoch aus etwas spitzem Winkel. Nach dieser überstandenen Situation war es Vanek, der mit dem ersten Angriff das 0:1 für die Blizzards besorgte. In Überzahl markierte Czerwiec mit einem abgefälschten Schuss das 0:2, und nur 42 Sekunden später nutzte Klein einen kapitalen Fehler von Petejdl zum 0:3 nach nicht einmal ganzen acht Spielminuten. Für Hoffnung und neuen Mut sorgte jedoch das 1:3 durch Golby zwei Sekunden vor der ersten Pause in Unterzahl, nachdem die Gäste das Ergebnis zu sehr zu verwalten versuchten.

Exakt 44 Sekunden nach Wiederanpfiff erhielten die Hausherren einen Penaltyschuss, als Golby regelwidrig von Jablonski am Torschuss gehindert wurde. Der Kanadier verwandelte diesen gegen Solbach souverän zum 2:3-Anschlusstreffer. Nun war die Kulisse natürlich wieder da, aber in den Folgeminuten zeigte sich die ganze Klasse der Blizzards, die das Tempo wieder anzogen. Czerwiec im Powerplay sowie Jasik nach glücklicher Vorlage von Baum erhöhten auf 2:5 nach 24 Spielminuten. Es entwickelte sich ein offenes Kampfspiel auf gutem Niveau, in dem beide Seiten ihre Chancen erhielten. Eine hiervon nutzte Naulin zum dritten Bad Nauheimer Treffer, so dass es mit zwei Toren Rückstand in den letzten Abschnitt ging.

In diesem war Schmitt in Überzahl zum erneuten Anschlusstreffer erfolgreich, knapp eine Minute später kassierte man postwendend das sechste Herner Tor, als Vanek zum zweiten Mal einnetzen konnte. Die Gäste waren offenkundig zufrieden mit diesem Resultat, und sie warteten ab, was die Hausherren anstellen würden. Diese bemühten sich redlich und konnten sogar noch einen Lattentreffer von Müller verzeichnen. Auf der Gegenseite traf Baum nur den Pfosten. Kurz vor Abpfiff musste eben dieser Alexander Baum für zwei Minuten auf die Strafbank, was Keven Gall mit einem Blueliner elf Sekunden vor Ende zum wichtigen 5:6 nutzen konnte.

6:3-Niederlage im Rückspiel

Auch das zweite Finale verloren die Roten Teufel gegen die Herner EG: mit 6:3 (4:1, 2:1, 0:1) unterlag das Team von Michael Eckert am Sonntagabend dem Favoriten, der die Saison somit ungeschlagen abschließt und den verdienten Meistertitel einfährt. Aufgrund dieses Finalerfolges steigen die Ruhrstädter ebenso wie die Hessen in die Oberliga auf, so dass beide Parteien ein Happyend nach einer tollen Spielzeit erfahren.

Im Grunde genommen war das Match nach dem ersten Abschnitt bereits entschieden. Insgesamt sieben Strafzeiten gegen die Gäste waren einfach zu viel, was Herne mit vier Powerplaytoren - davon sogar drei mit zwei Mann mehr auf dem Eis - ausnutzte. Jablonski, Jasik, Hasselberg und Czerwiec hießen die Herner Torschützen bei einem zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich durch Jan Barta. Die Gastgeber machten aber stets deutlich, dass die den Sieg und den damit verbundenen Titel wollten, entsprechend stark präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Peter Franke und war technisch sowie spielerisch überlegen.

Ab dem zweiten Drittel war es dann nur noch eine Frage der Zeit, ehe die Gastgeber den Pokal in den Händen halten sollten. Zwar verkürzte Golby noch einmal auf 4:2, Hasselberg und Baldys erhöhten für die Blizzards jedoch auf 6:2 nach 40 Spielminuten.

Der letzte Abschnitt war ein Nicht-Angriffspakt, denn die Roten Teufel hatten sich schon lange aufgegeben, während die Herner bereits ans Feiern dachten. Der Schlusspunkt unter eine tolle Saison war jedoch den Kurstädtern vorbehalten, nachdem Jan Barta in der 58.Minute mit dem 6:3 das letzte Tor der aktuellen Spielzeit markierte.

Trotz dieser Final-Niederlage ließen die Roten Teufel nicht die Köpfe hängen, denn sie wussten genau, dass sie gegen einen übermächtigen Gegner verloren hatten, dem sie dennoch besonders im Hinspiel einen großen Kampf lieferten. Immerhin sind die meisten Spieler der Hessen reine Amateure, denen eine Endspiel-Teilnahme im Vorfeld der Saison wohl kaum jemand zugetraut hätte angesichts der Konkurrenz in dieser Liga. Somit kann das Team mit seinen Fans am Gründonnerstag im Teichhaus Bad Nauheim ab 19.00 Uhr den Abschluss einer spannenden und hochklassigen Spielzeit feiern, ehe es ab dem Spätsommer dann Vorbereitung auf die Oberliga-Saison heißt. Im Vorfeld wird es am Dienstag und Mittwoch dieser Woche ein Tryout-Camp im Colonel-Knight-Stadion geben, zu dem sich zahlreiche Akteure angekündigt haben, um für ein Engagement im Oberliga-Kader der Roten Teufel vorzuspielen. Hierunter sind auch einige ehemalige und aktuelle Zweitliga- und Oberliga-Spieler.


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