Heilbronn: It´s not over till it´s over

Zwei Siege am Wochenende - Entwarnung bei Jason DunhamZwei Siege am Wochenende - Entwarnung bei Jason Dunham
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Gegen den Tabellenführer aus Ravensburg zeigten die

Heilbronner Falken über 58 Minuten eine sehr gute Partie und lagen verdient mit

4:2 vorne, ehe die Gäste in den Schlussminuten noch einmal aufdrehten und

letztlich in der Verlängerung das Spiel für sich entschieden. Die bedeutet

zugleich, dass die Falken selbst bei einem Sieg in Weiden auf Schützenhilfe

anderer Mannschaften angewiesen sind, wollen sie das Playoff-Heimrecht noch

erreichen.


Dabei hatten sie es selbst in der Hand, für eine bessere

Ausgangsposition am Sonntag zu sorgen. Die Mannen von Rico Rossi zeigten eine

gute und konzentrierte Leistung und hatten schon nach 40 Sekunden durch Kovalev

eine große Chance zur Führung. Dann waren aber die Gäste am Zug, die ihr erstes

Überzahlspiel sogleich durch Del Monte, der aus kurzer Distanz frei zum Schuss

kam, zum 0:1 nutzten. Derselbe Spieler hätte Sekunden später nachlegen können,

aber Madsen im Falken-Tor war zur Stelle. Dann setzte es zwei Strafzeiten gegen

Ravensburg und die doppelte Überzahl nutzte J.F. Caudron mit einem Schuss aus

spitzem Winkel zum 1:1-Ausgleich, als er den Puck an Lonscher vorbei unter die

Latte setzte. In der Folgezeit war es ein gutes Oberligaspiel, das schon ein

wenig Playoff-Atmosphäre hatte, denn beide Mannschaften schenkten sich nichts,

waren konzentriert bei der Sache und versuchten, defensiv gut zu stehen. So war

es wieder eine Special-Team-Situation, die für die Führung der Unterländer

sorgte. Das Tor war beinahe eine Kopie des ersten Treffers, wieder stand Caudron

frei und brachte den Puck hoch im kurzen Eck unter.


Im zweiten Drittel hatte

schon nach 13 Sekunden die Nummer 13 der Falken, Andrej Kovalev, das 3:1 auf dem

Schläger, aber diesmal war Lonscher zur Stelle. Danach hatten für einige Minuten

die Gäste etwas mehr vom Spiel, aber Heilbronn stand gut in der Defensive und

ließ kaum klare Torchancen zu, zudem machte Madsen einen sicheren Eindruck.

Gegen Mitte des Drittels gewannen dann die Falken zunehmend wieder die Oberhand

und konnten sich einige gute Gelegenheiten herausspielen, wenngleich die beste

Chance auf der anderen Seite Del Monte nach einer schönen Kombination vergab

(36.). Nach Schussgelegenheiten von Schietzold und Pielmeier in Überzahl (38.)

brachte schließlich ein Bilderbuchkonter das 3:1 für die Gastgeber. Über Kovalev

und Caudron kam die Scheibe zu Duthie, der keine Mühe mehr hatte zu vollenden.

Ravensburg protestierte dabei heftig und wollte vor dem Treffer ein Heilbronner

Foul gesehen haben, so dass Schiedsrichter Lenhart zunächst Del Monte eine

Disziplinarstrafe aufbrummte und in der anschließenden Drittelpause auch noch

Gästetrainer Brunner mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe belegte.
Dessen

Protest schien seine Wirkung nicht zu verfehlen, denn in der Anfangsphase des

Schlussdrittels saß dreimal ein Falke auf der Strafbank.

 

Zweimal wurde die

Situation überstanden, dann war Topscorer Perer Campbell zur Stelle und besorgte

per Schlagschuss das 3:2. Aber die Falken waren nicht beeindruckt, blieben

offensiv gefährlich und schienen in der 54. Minute auf die Siegerstraße zu

geraten, als Caudron mit einem tollen Zuspiel J. Becker bediente, dessen

Schlagschuss den Weg ins Netz fand. Dieses 4:2 schien die Vorentscheidung zu

sein, zumal die Gastgeber einen stabilen Eindruck machten. Doch gegen eine

Mannschaft wie Ravensburg, die eine herausragende erste Reihe besitzt, nützen

auch 58 Minuten gutes Eishockey am Ende nichts. Denn gerade diese 58. Minute war

der Knackpunkt der Partie: Auf der einen Seite ging Caudron durch und scheiterte

mit seinem Break, bekam dabei einen Stockschlag ab, der ungeahndet blieb, und im

direkten Gegenzug kam Campbell frei zum Schuss und der Puck rutschte durch

Madsens Schoner zum 4:3 ins Netz. Ravensburg riskierte noch einmal alles, machte

selbst in Unterzahl Druck und kam per Bauerntrick durch Newhook doch noch zum

Ausgleich, nachdem die Falken im eigenen Drittel die Scheibe nicht klären

konnten.


Dieses 4:4 war wie ein Genickschlag für den HEC, während die

Oberschwaben natürlich mit Oberwasser in die Overtime gingen. Da hätte schon

Muller nach 30 Sekunden alles klar machen können, doch nur 40 Sekunden später

war es erneut Campbell, der mit seinem dritten Tor an diesem Abend für den

Erfolg der Gäste sorgte. Eine starke Offensivleistung der ersten Heilbronner

Reihe, die für alle vier Tore sorgte, reichte nicht aus, da auch die Gäste stets

in ihrer Topformation zuschlugen.


Damit bleibt Ravensburg Tabellenführer,

während Heilbronn zwar noch auf Platz vier liegt, aber punktgleich mit Hannover,

gegen die der direkte Vergleich verloren wurde. Und dieser könnte bei

Punktgleichheit am Sonntagabend ausschlaggebend

sein. (SB)

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