Heilbronn: Drei Punkte geholt - den Rest ganz schnell vergessen

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10:1 - so sollte das Spiel gegen Stuttgart nach dem Tipp von Falken-Kapitän Thomas Vogl in der Stadionzeitung ausgehen. Bezeichnend für die Überheblichkeit der gesamten Mannschaft gegen den Tabellenletzten, die das Spiel von Beginn an viel zu locker nahm und glaubte, im Zeitlupentempo mal schnell die Wizards aus der Halle schießen zu können. Nicht nur der sonst so sichere Abwehrmann lieferte für seine Verhältnisse ein ganz schwaches Spiel ab, auch an vielen anderen Akteuren lief die Partie weitgehend vorbei.

Die Falken konnten mit vier Reihen antreten und spielten im ersten Drittel fast nur auf das Tor von Konstantin Bertet. Die Gäste wurden die meiste Zeit im eigenen Abwehrdrittel eingeschnürt und der Keeper der Wizards musste sich frühzeitig gegen Pielmeier und Caudron auszeichnen. Stuttgart war dagegen nur mit seltenen Kontern gefährlich, Gaubes Schuss strich knapp am Gehäuse vorbei. Trotz des Einbahnstraßeneishockeys Richtung Stuttgarter Tor waren die Highlights rar gesät. Die Falken agierten mit viel zu wenig Tempo und Drang aufs gegnerische Tor, viel zu umständlich und zu selten den direkten Abschluss suchend. Stuttgart verteidigte mit allem, was es aufzubieten hatte, und konnte sich auf einen starken Goalie verlassen.

Nachdem man die Leistung der Falken im ersten Drittel gerade noch akzeptieren und ein wenig auf das Abschlusspech verweisen konnte, wurde es im zweiten Durchgang phasenweise doch beinahe peinlich. Sebastian Buchwieser leistete sich schon nach 27 Sekunden einen hohen Stock an Vogl, der sich eine blutende Lippe holte. Folgerichtig musste der Wizard zum Duschen und Heilbronn hatte fünf Minuten Überzahl. Bezeichnend, dass die Gäste bei einer 2-gegen-1-Situation mit Maaßen und Weibler die beste Chance in diesem Zeitraum hatten. Stuttgart hatte sich immer besser auf die Falken eingestellt, die nun immer nervöser wurden, so dass immer weniger zusammen lief. Einzig ein Solo von Caudron in Unterzahl sorgte für Applaus. Nach 35 Minuten war es dann doch ein lichter Moment der "alten Russen", der für das 1:0 sorgte. Kovalev bediente mit einem Traumpass den von der Strafbank kommenden Dorochin, der allein auf Bertet zulief und ihn bezwingen konnte. Zwei Minuten später traf Caudron mit einem Schlagschuss ins lange Eck zum 2:0 und alles schien doch noch seinen normalen Gang zu gehen.

Von diesem kurzen Zwischenhoch war dagegen im Schlussabschnitt nichts mehr zu sehen. Heilbronn schien nicht zu wollen und Stuttgart nicht zu können - bis in der 51. Minute Maaßen in Überzahl einen Abpraller zum Anschlusstreffer verwandelte. Als dann Korte wenig später sogar für den Ausgleich sorgte, schienen die Falken nach der Miesbach-Pleite schnurstracks auf die nächste Peinlichkeit zuzusteuern. Ein weiteres Powerplay wurde vergeben und die Overtime drohte, als zwei Minuten vor Schluss Spoltore doch noch für den Siegtreffer sorgte. Einen ersten Schuss konnte Bertet noch abwehren, doch dann war der Kanadier zur Stelle und drückte die Scheibe über die Linie. Dennoch war dies noch nicht die Entscheidung, denn die Wizards nahmen ihren Torhüter vom Eis und hatten in einem Getümmel vor aus den Birken die Chance zum Ausgleich, ehe Blank mit einem Schuss ins leere Tor für das 4:2 sorgte.

Fazit: Ein Spiel auf ganz schwachem Niveau, in dem die Falken zwar die weitaus größeren Spielanteile hatten, aber für ihre Überheblichkeit vom Tabellenletzten beinahe bestraft worden wären. Stuttgart kämpfte bis zum Schluss, verlor während des Spiels außer Buchwieser auch noch Heichele, Furgol und Westerkamp wegen Verletzungen und kann einem nach so einer Niederlage schon ein bisschen Leid tun. Für die Falken gilt dagegen: die drei Punkte mitnehmen - und den Rest aber ganz schnell vergessen... (SB)

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