Glückliches 4:4-Unentschieden gegen Stuttgart

"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz
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Furioser Endspurt der Roten Teufel Bad Nauheim beim Test-Heimspiel gegen den Ligakonkurrenten aus Stuttgart: man lag bereits mit 0:4 gegen die Schwaben hinten, als RT-Coach Thomas Barczikowski noch einmal alles probierte und seinen Torhüter zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis nahm. Dieses Risiko wurde gleich mit drei Toren belohnt, so dass man am Ende trotz eines zerfahrenen Spiels einen relativ versöhnlichen Ausgang feiern konnte.

Das recht junge Gäste-Team trat von Beginn an beherzt beim Oberliga-Aufsteiger an: mit Checks und Schlägereinsatz versuchten sie, den Gegner zu zermürben und so gar nicht ins Spiel kommen zu lassen. Und diese Taktik hatte Erfolg, zumal der sehr unsicher wirkende Schiedsrichter vieles durchgehen ließ. So allerdings auch eine Szene, als Martin Prada Stuttgarts Buchwieser von hinten checkte, so dass dieser mit dem Gesicht voraus in die Bande fiel. Der Stürmer trug hierbei eine stark blutende Wunde davon, eine Strafe blieb jedoch aus. Harmlose Szenen wurden hingegen mit Strafen belegt, so dass beide Seiten von der Leitung des Spiels beeinträchtigt wurden. Ein echter Spielfluss kam hierbei kaum auf, vor allem die Roten Teufel schienen keinen Faden in das Match zu bekommen. Wie bereits beim Auswärtsspiel in Neuwied kamen die Pässe nicht an, überhaupt wirkte das Spiel nach vorne nicht durchdacht genug, um die gut stehenden Wizards unter Druck setzen zu können. Diese hingegen ließen die Partie laufen und warteten auf ihre Chancen, die sich natürlich auch ergaben. Aber Ingo Schwarz war an diesem Abend erneut glänzend aufgelegt und entschärfte wie sein Gegenüber Konstantin Bertet alles, was auf seinen Kasten kam. Als man bereits dachte, es würde torlos in die erste Pause gehen, schlugen die Schwaben dennoch zu: Johannes Saßmannshausen, der später verletzt ausschied, schlug hinter dem eigenen Tor über die Scheibe, was Weibler zur 0:1-Pausenführung seines Teams ausnutzen konnte.

Die Teufel kamen nach einer entsprechenden Kabinenansprache motiviert zurück auf das Eis, besonders die Reihe um Mario Willkom wollte körperlich dagegen halten. Nach dessen Check an Stuttgarts Horwath nur 13 Sekunden nach Wiederanpfiff wollte sich der Gäste-Stürmer beim kleinen Angreifer der Hausherren revanchieren. Diese Aktion mündete in einer Spieldauerstrafe gegen Horwath bei lediglich 2+2 Strafminuten für Willkom. Dies war jedoch eine Folge des sich immer weiter hochgeschraubten Spielgeschehens mit teilweise unfairen Attacken, wobei der Schiedsrichter nicht ganz unschuldig war. Somit war jetzt also ein wenig mehr Platz auf dem Eis, zumal mit Kainulainen und Stacey zwei weitere Kurstädter auf die Strafbank geschickt wurden, und diesen Platz nutzte Seeberger in der 22.Minute zum 0:2. Übersicht behielt der Referee jedoch bei der zweiten Spieldauerstrafe gegen die Wizards in der 25.Minute, als der Ex-Nauheimer Seeberger Sascha Mader im vollen Lauf niederstreckte. Dem Teufels-Stürmer war glücklicherweise nichts Schlimmeres passiert, aber es hätte auch anders ausgehen können. Die anschließende 5-minütige Überzahl blieb allerdings ungenutzt, so dass es nichts mit dem Anschlusstreffer wurde. Stattdessen konnten die Gäste sogar auf 0:3 durch Heichele in der 34.Minute erhöhen zu einem Zeitpunkt, an dem bei den Gastgebern so gut wie gar nichts mehr zusammen lief. Das 0:4 durch Weibler kurz vor der zweiten Pause schien dann bereits die Vorentscheidung gewesen zu sein.

Auch der Beginn des letzten Abschnittes brachte keine neuen Erkenntnisse, zumal die Wizards das Geschehen laufen ließen, und die Teufel einfach nicht die nötige Durchschlagskraft entwickelten. Hoffnung keimte nach dem ersten richtig gelungenen Spielzug in der 50.Minute noch einmal auf, als Petja Pietiläinen den ersten Nauheimer Treffer nach schöner Vorarbeit von Mikko Kainulainen erzielte. Plötzlich waren die Gastgeber im Spiel und übten den zuvor vermissten Druck aus. Als Stuttgart mit zwei Mann auf der Strafbank saß, riskierte RT-Coach Thomas Barczikowski alles und nahm Ingo Schwarz zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Und er hatte damit Erfolg, denn erneut Pietiläinen traf zum 2:4. In der nächsten Situation, wieder musste ein Stuttgarter vom Eis, praktizierte er diese Methode noch einmal - wieder mit Erfolg, denn Mader traf zum 3:4. Unverständlich, warum die Gäste keine Auszeit nahmen, aber dies spielte den Teufeln in die Karten, denn nun waren sie heiß auf mehr. Ausgerechnet der Ex-Kurstädter Peter Westerkamp erwies mit einer Strafe seinem Team einen Bärendienst, denn wieder nahm Barczikowski im Powerplay seinen Goalie vom Eis. Dass ein solches Vorhaben gleich drei Mal belohnt wird, ist wohl bald einmalig, aber es war auch diesmal so, nachdem Stacey mit seinem ersten Treffer für die Wetterauer zum nicht mehr für möglich gehaltenen 4:4-Endstand in der vorletzten Minute einnetzte. "Es war wahrlich kein gutes Spiel von uns, aber wir haben gezeigt, dass wir bis zuletzt kämpfen können. Deswegen ist es auch wichtig, vier Blöcke aufzubieten, damit die Leistungsträger am Ende noch Luft haben. Trotzdem gibt es noch einiges für uns zu tun", analysierte Thomas Barczikowski dieses denkwürdige Spiel. Für ihn und sein Team geht es bereits am Wochenende mit den letzten beiden Vorbereitungsspielen gegen Oberhausen weiter. Bei diesen sollen dann auch die bislang verletzten Oliver Hackert und Josh Barker auflaufen können.

Tore: 0:1 (18:56) Weibler (Buchwieser, Westerkamp), 0:2 (21:50) Seeberger (Maaßen, Heichele/4-3), 0:3 (33:40) Heichele (Schlesiger/5-4), 0:4 (38:33) Weibler (Buchwieser, Westerkamp/5-4), 1:4 (49:02) Pietiläinen (Kainulainen, Larson), 2:4 (56:18) Pietiläinen (Michel, Kainulainen/5-3), 3:4 (56:42) Mader (Kainulainen/5-4), 4:4 (58:39) Stacey (5-3). Strafen: Bad Nauheim 24, Stuttgart 22 + 10 (Heichele) + 5 + Spieldauer (Horwath) + 5 + Spieldauer (Seeberger). Zuschauer: 406.

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